Sr. Maria Chiara berichtet von ihrer Arbeit bei „Fundatia Pacea“, Rumänien

2021-01-07 14:21

Lichtvolle Grüße zum neuen Jahr.

Seit einem Jahr gehe ich regelmäßig zur „Fundatia Pacea“. Diese Stiftung gehört seit 1998 dem Franziskanerorden. Ihr Ziel ist die Erziehung, Bildung und Integration der Roma-Kinder und Familien, die außerhalb der Stadt in miserablen sozialen Zuständen wohnen.

Im Sozialzentrum der „Fundatia Pacea“ werden die Kinder täglich mit dem Schulbus dieser Oraganisation in den Kindergarten und zur Schule gebracht. Aufgrund der Pandemie, die die ganze Welt erschüttert, musste das Sozialzentrum mit allen Aktivitäten im Frühjahr zugemacht werden. Auch die wöchentlichen Familientreffen im Olympiadorf wurden aus dem gleichen Grund aufgeschoben. Für die Kinder hieß es, sie müssen online lernen. Das war aber nur für sehr wenige möglich. Für die anderen kopierte der Lehrer den Lernstoff aus den Büchern und ließ den Kindern die Unterlagen zukommen. Da sehr viele Eltern nicht schreiben und lesen können, konnten sie nicht helfen. So blieben viele Kinder mit dem Lernstoff zurück und müssen nochmals den Stoff der ersten oder zweiten Klasse wiederholen.

In der langen Abwesenheit der Kinder (auch während des Sommers) bei der Fundația, hat P. Lucian, der Direktor, den Spielplatz renovieren und neu und bunt gestalten lassen. Als die Schule im September begann, war das die schönste Freude und Überraschung für die Kleinen. Neue Spielgeräte zum Klettern und Rutschen, die sie ungeduldig, aber mit großer Freude reihum ausprobieren konnten, waren für sie angebracht worden. Bei schönem Herbstwetter wurde der Unterricht vielfach im Freien gestaltet. Die Kinder saßen auf der Wiese und bei jeder Pause konnten sie den Spielplatz genießen und die Buben den Fußballplatz, der ebenfalls renoviert wurde.

Wie im vorigen Schuljahr kümmere ich mich wieder um die Hygiene der Kinder. Nicht alle Eltern schaffen es, ihre Kinder sauber zur Schule zu schicken. So darf ich sie duschen, frisch bekleiden und wenn es nötig ist, auch die Haare von kleinen „Tierchen“ befreien. Für die kleine Sofia war das ganz ungewohnt. Aufmerksam schaute sie zu, wie ich ihr die Haare durchkämmte und die „Tierchen“ im Waschbecken hinunterspülte. Dann lief sie wieder froh und strahlend zu den anderen Kindern in die Schulklasse zurück.

Neu für mich ist: Rareș, der Lehrer, hat mich gebeten, ihm in der Klasse bei den Kindern zu helfen. Als ich merkte, wie schwer sich die Kinder beim Schreiben und Lesen tun, habe ich begonnen, jeden Tag hinzugehen, um ihnen beim Unterricht zu helfen. Viel Geduld, Liebe und Ermutigung brauchen sie, damit sie fähig sind, kleine Fortschritte zu machen. Eine berührende Erfahrung war für mich, als der kleine Cristi sich bei mir so herzlich bedankte: „Danke, daß Sie mir geholfen haben“.

Nach den Herbstferien, Ende Oktober, wurde die Schule wegen der ansteigenden Coronafälle leider wieder geschlossen. Zum Glück erließ die Regierung ein neues Gesetz: Tageszentren dürfen offenbleiben und ihre Tätigkeiten können fortgesetzt werden. So wurde diese „Schule“ im Sozialzentrum, zum Glück der Kinder, in ein Tageszentrum umbenannt. Zu Mittag kommen sie in die Fundația zum Mittagessen und anschliessend besuchen sie den Unterricht. Das ist wirklich ein Segen, ansonsten wäre wieder ein Schuljahr für die meisten von ihnen verloren.

Nicht so gut haben es leider jene Roma-Kinder, die vom orthodoxen Priester Mihai Popovici und seiner Frau Anca in unserem früheren Haus liebevoll betreut wurden. Da die Räume für die 40 Kinder, die zum Nachhilfeunterricht kamen, zu klein sind, mussten alle hilfreichen Aktivitäten für die Kinder eingestellt werden. Frau Anca jedoch betreut kontinuierlich die Familien, und ermutigt vor allem die Eltern, sich um die Kinder zu kümmern. Monatlich beschenkt Frau Anca die Familien mit einem Lebensmittelpaket. Auch arme Familien, alte, kranke und alleinstehende Menschen in mehreren Dörfern rund um Roman werden betreut. Mit Fam. Popovici teilen wir die Sorge für die Menschen und so auch einen Teil der Unterstützung, die wir von Euch so großzügig erhalten. Auch von ihnen ein großes Danke! Miteinander dürfen wir helfen, das Zelt der Liebe Gottes dort aufzuschlagen, wo es am meisten nottut...

Liebe Missionsfreunde,

von Herzen dankbar für all Eure treue Unterstützung und im Gebet verbunden wünschen wir trotz schwieriger Zeiten ein gesegnete Neues Jahr 2021!

Sr. Maria Chiara, SSpS und Mitschwestern

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