Ausbildungszentrum wegen Covid 19 vorübergehend geschlossen

2020-04-14 20:43

Sr. Barbara Roßmadl berichtet aus Kazungula, Zambia

Ein kompletter Lock-Down hat noch nicht stattgefunden, falls das jedoch auf uns zu kommt wird es für viele Familien, die vom Tagesgeschäft leben und kaum Vorräte und Erspartes besitzen nicht einfach zu überleben. Viele Marktfrauen klagen, dass sie dieses Jahr genügen Gemüse im Garten haben (es war eine gute und lange Regenzeit), es aber jetzt nicht rechtzeitig verkaufen können, denn die Kunden von Botswana blieben aus. Andere bestreiten ihr tägliches Einkommen als Tagelöhner (Erntehelfer, Putzfrauen, VerkäuferInnen von Getränken, Essen an die LKW-Fahrer, usw.) und auch deren Einkommen ist schon weniger geworden und können ihre Familien nicht mehr voll versorgen. Hilfe vom Staat gibt es nicht. Falls die Maßnahmen verschärft werden, wird es über einige Wochen erneut Hunger in Zambias Häuser geben.

Offiziell haben wir hier nur 40 Infizierte, 2 Tote und 5 Genesene und das seit dem 7. April! Soll das wirklich alles für Zambia gewesen sein? Es wäre echt gut, jedoch glaube ich, wir haben einfacht nicht genügend Testmöglichkeiten. Bedenke man, dass es ungefähr all 300-350 km ein kleines, einfaches Krankenhaus mit dem aller Nötigsten gibt und dazwischen nur einfachste, sogenannte Kliniken, wo nur alle zwei bis drei Wochen ein Arzt vorbei kommt und nicht genügend Medikamente zur Verfügung sind, kann man nicht erwarten, dass es (Flächen deckend) Corona Test Zentren gibt und Behandlungen.

Seit nun zwei Wochen ist das Centre für die Studenten auf unbestimmte Zeit wegen Covid-19 geschlossen. Einige Mädls und Jungs, haben sich wirklich dagegen ausgesprochen, da sie nicht wissen was sie zu Hause tun sollen und fürchten in alte Verhaltensweisen zurück zu fallen. Es war in den ersten Tagen nicht einfach, das „leere“ Centre zu sehen und die StudentInnen, die gekommen sind, wieder heim zu schicken. – Wir bekamen einen Eindruck davon, wieviel Hoffnung das Centre doch gibt, und dass wir Einiges bewegen können.

Die Computer Klasse ist mit 28 jungen Männern und Frauen gut gefüllt, die NäherInnen Klasse hat zwei Gruppen: eine Fortgeschrittenenklasse mit 16 Studenteninnen und eine Beginnerklasse mit 14 StudentInnen. Ob die Näherinnen und Computer Studenten wie geplant ihre Prüfungen im Juni/Juli schreiben können ist noch nicht klar.

Unser Plan war Anfang Mai mit dem Cateringtraining zu beginnen und dann in den folgenden Wochen das Restaurant zu eröffnen. Beides haben wir auf unbestimmte Zeit verschoben.

Jedoch möchten wir an unserem Plan festhalten das Internet-Cafè Anfang Mai zu eröffnen, da es die einzige Kopiermöglichkeiten usw. in der näheren Umgebung sein wird und für viele eine Erleichterung bringt. Am Osterdienstag werden dafür die Computertische und Stühle vom Schreiner geliefert.

Im Rohbau steht das Hostel für die jungen Frauen in Wohnungsnot und der Raum für Freiwillige. Das Fundament für alle Räume steht und der erste Raum, angedacht für Besucher und Freiwillige um zur Finazierung der anderen Räume beizutragen, befindet sich im Rohbau. Dieser sogenannte Eigenanteil wird von Organisationen gefordert und sollte nicht aus anderen Spenden bestritten werden. Daher haben wir uns entschlossen, erst den Gäste-/Freiwilligen Raum zu bauen und dann mit den anderen Räumlichkeiten fortzufahren.

Unsere erste MaZ Josefa (Missionarin auf Zeit), die für fast 6 Monate in der Nähklasse geholfen hat, musste wegen der Corona Pandemie von einen auf den anderen Tag ihren Einsatz abbrechen und nach Deutschland zurückkehren.

Sr. Barbara Roßmadl SSpS

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