Das Leben geht weiter

2017-03-29 09:59

Die Zeit nach der Katastrophe

Sechs Jahre nach dem Reaktorunfall von Fukushima leben immer noch viele Menschen in Behelfsunterkünften, da ihre Stadt oder ihr Haus zu verstrahlt ist. Trotz der Atomkatastrophe hat die japanische Regierung 48 Meiler wieder hochgefahren, die abgeschaltet worden waren. Sie hat versprochen, die Energiepolitik zu ändern und bis 2030 ganz aus der Atomenergie auszusteigen. Die Menschen um Fukushima vertrauen der Politik nicht mehr. Sie fühlen sich allein gelassen.

Weite Gebiete sind verseucht und verlassen, Geisterstädte. Autos stehen genauso da wie 2011, als sie verlassen wurden, umgeben von hohem Gras. Die Häuser vom Erdbeben zerstört. Das ist sichtbar. Die Gefahr kann man nicht sehen, riechen, noch fühlen und doch ist sie ganz real da. Tiefer als die äußeren Wunden der Menschen, die überlebt haben, sind die inneren. Sie sind einsam, bedrückt und verlassen und kämpfen sich ins Leben zurück.

Unsere japanischen Mitschwestern arbeiten Im Caritaszentrum Haramachi, das die Diözese Sendai fünf Tage nach dem Unglück von Fukushima als Hilfs- und Auffangzentrum eingerichtet hat. Unterstützt von Caritas Japan, hat die katholische Kirche Unterkünfte in ihren Häusern und andere Unterstützungen angeboten. Die Mitarbeiter des Caritaszentrums baten um Ordensfrauen, die vor Ort mit ihnen beteten. Unsere Schwestern haben geantwortet und eine Kommunität dort gegründet. Sie arbeiten eng mit verschiedenen Ordensgemeinschaften und Freiwilligen zusammen. Gemeinsam wollen sie dieses Gebiet aufbauen und durch Zuhören äußere und innere Wunden heilen. Sie beten und arbeiten zusammen und teilen alles miteinander. Jeden Tag um 17:30 Uhr versammeln sich Schwestern und Ehrenamtliche im Haramachi-Zentrum und teilen mit, was sie an diesem Tag erlebt haben. Diese Gemeinschaft ist ein Zeichen der Hoffnung an einem Ort, an dem alles aussichtslos ist.

Die Stadt Minamisoma, die vom Reakorunfall in Fukushima schwer getroffen wurde, hat das Versprechen abgelegt, eine Stadtentwicklung zu fördern, die ohne Atomenergie auskommt, damit ihre Kinder eine sichere Zukunft haben.
 
Text und Foto aus dem Bericht von Sr. Miriam Altenhofen SSpS
 
 

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