Die frohe Botschaft und der Krieg in Europa.

2022-11-29 09:39

Missionstag im Rahmen der Ordenstagungen 2022

Der Missionstag im Rahmen der Ordenstagungen 2022 widmete sich dem Thema „Die frohe Botschaft und der Krieg in Europa.“ Mit dabei waren auch Steyler Missionsschwestern, Missionare und Mitarbeiterinnen.

Rund 50 Verantwortliche von missionierenden Orden waren am 23.11.2022 im Kardinal König Haus zusammengekommen, um sich mit dem hochaktuellen Thema auseinanderzusetzen. Sie wurden von Sr. Christa Petra Ahrer SSpS (Missionsprokur der Steyler Missionsschwestern) und P. Franz Pilz SVD (Missionsprokur St. Gabriel International) herzlich begrüßt und auf die Thematik eingestimmt.

Den Reigen der Referate eröffnete der Friedens- und Konfliktforscher Thomas Roithner. Der Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Mitarbeiter im Internationalen Versöhnungsbund nahm den völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine als Ausgangspunkt seiner Betrachtungen. Roithner ging auch auf die Frage ein: Wie kann man überhaupt einen Krieg vermeiden?

Das zweite Referat des Vormittags hielt Bernhard Drumel, CEO des CONCORDIA Sozialprojekts. Die 1991 gegründete Hilfsorganisation begleitet Kinder, Jugendliche und Familien in Not in Rumänien, Bulgarien, Moldau, dem Kosovo und Österreich auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben.

Am Nachmittag beschäftigte sich der Pastoraltheologe und Werteforscher Paul M. Zulehner, mit „Unserer Kultur der Angst und der Frage nach der Bedeutung der frohen Botschaft in diesen Zeiten“.

Je bedrängender die Weltlage ist, umso mehr Hoffnung brauche die Welt, so Paul Zulehner. Allein Vertrauen ermutigt dazu, Hoffnung zu finden und tätig zu werden“, so der Pastoraltheologe. Diese Aufgabe könnten die Religionen übernehmen. Selbst viele Gläubige - darunter auch Papst Franziskus -geben schmerzlich zu, dass die Religionen (Religionsgemeinschaften) oft Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind. Religionen sollen sich in ihrem politischen Einsatz für die Welt an ihren prophetischen Quellen und nicht an den Interessen der Mächtigen orientieren. Wahre Religion verwandelt Gewalt in (universelle) Liebe.

Die Orden könnten als das verdichtete Evangelium gesehen werden. „Ich glaube, ich greife nicht ganz weit daneben, wenn ich sage: Das ist der Ernstfall des gelebten Evangeliums“, so Paul M. Zulehner. Die Orden müssen Friedensbewegung, Gerechtigkeitsbewegung, Umweltbewegung sein. Das seien die Top-Themen für die Orden. Sie müssen den Menschen zur Seite zu stehen, damit sie durch die Angst hindurch zum Urvertrauen zurückfinden können, das wir Gott nennen. Mit ihren Projekten machen die Orden Hoffnung, dass sie nicht Teil der gegenwärtigen Kirchenimplosion sind.

 

Text: Robert Sonnleitner/Medienbüro der Ordensgemeinschaften

Fotos: Ursula Mauritz, ÖOK/emw

Auf dem Foto: „Steyle“ Hoffnungsträger:innen beim Missionstag: P. Franz Pilz, Sr. Hemma Jaschke, Sr. Maria Notburga Reichegger, Sr. Christa Petra Ahrer, P. Franz Helm, Barbara Weinberger-Zauner (Mitarbeiterin in der Missionsprokur der Steyler Schwestern) und Sr. Anna Trojer (v.l.n.r.)

 

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