Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.

2021-05-19 09:17

Sr. Bernadette Theresia feierte ihre Goldprofess und blickt dankbar auf diese 50 Jahre zurück. Sr. Hemma stellt uns die Jubilarin vor:

Sr. Bernadette Theresia, mit bürgerlichem Namen Maria Plangger, wurde 1939 in Pedross/Langtaufers im Südtiroler Vinschgau auf 1600 m geboren. Sie kam "in einer "Kirche" zur Welt. Diese stand zum Verkauf, weil eine Neue gebaut wurde. Marias Vater, der Dorfschuster, kaufte sie als Wohnhaus für seine Familie. Sr. Bernadette hatte eine ältere Schwester und zwei jüngere Brüder.

Die Berufung:

Eine wichtige Erfahrung für die 19-jährige Maria war eine Lourdeswallfahrt auf Einladung ihres Onkels, eines langjährigen Brasilien-Missionars. Kurz zuvor hatte sie einen Fahrradunfall wie durch ein Wunder unverletzt überstanden. In Lourdes spürte die junge Erwachsene die Einladung zur Nachfolge Jesu, doch die Angst hielt sie zurück. Um die Einladung zu vergessen, ging sie als Gastarbeiterin in die nahe Schweiz, wo sie 4 Jahre lang in einer Pension arbeitete. Ihre kinderlose Chefin wollte Maria als ihre Erbin einsetzen. Doch Maria folgte der inneren Stimme, die sie in Lourdes gehört hatte.

Warum Steyler Missionsschwester?:

Bei Exerzitien in Meran bekam sie eine Adressliste mit verschiedenen Ordensgemeinschaften und entschied sich spontan für die Gemeinschaft in der Mitte des Blattes: die Steyler Missionsschwestern. So trat sie 1967 in Reinegg bei Brixen in unsere Kongregation ein. Zum Noviziat kam Sr. Bernadette Theresia dann nach Stockerau ins Provinzhaus St. Koloman. Nach ihren Ersten Gelübden, am 6. Jänner 1970, begann ihr bewegtes missionarisches Leben.

Talent kann sich entfalten:

Nach ihrer ersten Station im Missionshaus St. Rupert bei Bischofshofen machte sie in St. Koloman den Hauptschulabschluss und ging dann nach Rhede/Deutschland für die Wirtschafterinnenschule. Zurück in St. Koloman wurde sie in der Küche eingesetzt. 1976 legte Sr. Bernadette Theresia in Pairdorf in Südtirol, wo unsere Schwestern lange Zeit Schule und Internat führten, ihre Ewigen Gelübde ab. Anschließend unterrichtete sie dort im Haushaltskurs Kochen. Danach kam sie zurück nach St. Koloman und arbeitete auf der Pflegeabteilung mit. Ihr natürliches Talent für die Betreuung von alten und kranken Menschen wurde entdeckt. Deshalb besuchte sie anschließend die Altenpflegeschule in Wien.

Sr. Bernadette Theresias Missionsarbeit:

1992 wurde sie zur Kommunitätsleiterin im damaligen Noviziatshaus für die westeuropäischen Ordensprovinzen in Wöllersdorf ernannt. Dort nahmen die Schwestern 13 Flüchtlinge aus dem Bosnienkrieg auf. 1998 kehrte Sr. Bernadette wieder zur Betreuung der alten Schwestern zurück, diesmal nach Speising. Als im Jahr 2000 das Orth. Spital der Vinzenz Holding übergeben wurde, übersiedelte sie nach St. Koloman. 2007 ging sie erneut nach St. Rupert, wo sie die "Haus-Krankenschwester" wurde. Mit der Schließung unserer Gemeinschaft in St. Rupert 2013 fand sie ein neues Zuhause im Orthopädischen Spital, wo sie - bis zum Ausbruch der Pandemie - ehrenamtlichen Dienst in der Ambulanz getan hat. Sr. Bernadette sagt dazu "Da kann ich viel Freude machen und auch Tränen trocknen. Das ist für mich Missionsarbeit."

Im Rückblick schreibt Sr. Bernadette Theresia:

"Ich musste oft Abschied nehmen und Gewohntes zurücklassen, aber ich habe immer schnell wieder ein Zuhause gefunden. Ich kann dem lieben Gott nie genug danken, dass er mich so wunderbar geführt hat. Ich habe es nie bereut, dass ich mit Gottes Hilfe diesen Weg gegangen bin. Wenn ich in der Schweiz geblieben wäre, wäre ich reich geworden, aber nicht glücklich."

Ihr Lieblingsschriftwort:

Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin. (1 Kor 15,10)

Zurück