Geschichte von Thomas

2017-03-22 11:05

Ein Leben im Gefängnis

Thomas, ein junger Mann aus Singapur, ist einer von 16 Insassen, die unter HIV leiden und die wir jede zweite Woche besuchen. Er hat Drogen nach Taiwan geschmuggelt, um seine medizinische Behandlung zu finanzieren, wurde erwischt und zum Tod verurteilt. Als wir ihn das erste Mal trafen, war er krank und sehr verschlossen.
Ich ahnte, dass es nicht leicht sein wird, das Vertrauen der Gruppe zu gewinnen. Mein 70. Geburtstag war eine gute Gelegenheit, ihre Herzen zu erreichen. Ich durfte Kuchen und Coca Cola mitbringen, damit wir gemeinsam ein bisschen feiern konnten. Das Gefängnispersonal war beunruhigt: „Wie könne sie mit diesen Menschen essen und ihnen die Hände schütteln?“
Die Gefangenen, die sich angenommen und respektiert fühlten, öffneten sich. Ich wollte sie durch unsere Liebe und Fürsorge erleben lassen, wie sehr Gott sie liebt und wie kostbar sie in seinen Augen sind, trotz ihrer Drogenabhängigkeit, Krankheit und Verbrechen.
Allmählich veränderte sich auch für Thomas die Situation. Seine Todesstrafe wurde in lebenslänglich umgewandelt. Er wird medizinisch versorgt und kann jetzt endlich wieder lachen. Er weiß, dass er angenommen ist.
Die Zusammensetzung der Gruppe hat sich geändert, Thomas ist immer noch im Gefängnis. Aber er singt jetzt sogar und träumt davon, eines Tages entlassen zu werden. Ich bete für ihn, dass er sich Gott einmal ganz anvertrauen kann.

Steyler Missionsschwestern Taiwan

 

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