Japan: Erste Gelübde, ein Profeßjubiläum und ein Paar Stiefel

2022-02-04 10:25

Sr. Cecilia (Momoko) berichtet aus Nagoya:

Sr. Theotildis wurde 1960 in ihr Missionsland Japan entsandt. Während ihres zweiten Heimaturlaubs in Riegersbach in der Steiermark schenkte ihr ihre Mutter wortlos ein Paar Stiefel. Sr. Theotildis erkannte, dass ihre Mutter auf diese Weise ihre Liebe für ihre Tochter zeigen wollte, die als Missionsschwester in Japan weit weg von ihr lebte. Sie brachte es nicht übers Herz, ihrer Mutter zu erklären, dass die Stiefel nicht passten und bewahrte diese für eine lange Zeit in ihrem Schrank auf. So wurde ein Paar Schuhe zu einem Symbol mütterlicher Liebe und Sr. Theotildis hatte das Gefühl, dass ihre Mutter seither durch diese Stiefel über sie wacht.

Am 3. Oktober 2021 legte ich meine ersten Gelübde ab, und Schwester Theotildis feierte ihr 65-jähriges Ordensjubiläum. Sie sah diese Stiefel in ihrem Schrank und bat mich, diese anzuprobieren. Sie passten mir perfekt. Einen Moment lang dachte ich: "Wow! Ich bin wie Aschenputtel!" Und dann kam mir ein Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja in den Sinn: Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König. (Jesaja 52,7)

Missionarische Hingabe und die Liebe einer Mutter, die ihre Tochter losgelassen hat, um ihre missionarische Bestimmung zu leben, sind in diesen Stiefeln enthalten und tragen mich auf meinem Weg. Nun ist die Zeit für mich gekommen, in diesen Stiefeln meine ersten missionarischen Schritte zu gehen.

Sr. Cecilia

 

Zurück