Krankenpflege und süßer Honig

2019-08-21 10:25

Sr. Angelinia im Interview.

Sr. Angelinia Agstner ist pensionierte Krankenschwester. Sie hilft im Speisesaal und versüßt den Schwestern mit ihrem guten Klosterhonig das Frühstück.


Barbara: Sr. Angelinia, wo sind sie aufgewachsen?
Sr. Angelinia: Ich komme aus Geiselsberg, in der Gemeinde Olang in Südtirol. Ich habe mich immer schon für die Mission interessiert und habe viel gelesen, von Pater Josef Freinademetz und Damian de Voister. Der Vater hat einmal eine Broschüre über Mutter Teresia Messner nach Hause gebracht. Sie stammte ja aus Antholz, das ist gleich in der Nähe. Aber zwischen 16 und 22 Jahren war ich Dienstmagd auf Bauernhöfen.


Barbara: Wie sind sie dann zu den Steyler Missionsschwestern gekommen?
Sr. Angelinia: Ich habe bei der Pflege der Mutter des Bauern geholfen und gemerkt, dass ich Kranke pflegen möchte. Ich habe dann geschaut, dass ich den Krankenpflegekurs bei den Steyler Schwestern in Reineck machen kann, ich hatte ja nur die Volksschule und keine Krankenschwesternausbildung. Den Entschluss in den Orden einzutreten habe ich gefasst, als ich an einem Pfingstmontag in St. Lorenzen Werenfried von Straten predigen gehört habe. Da habe ich mir gedacht, ich werde Missionsschwester und das mach ich jetzt. Ich bin in Rheinegg in der Mahr eingetreten und habe dort das Postulat gemacht. Danach kam ich ins Noviziat nach St. Koloman und habe den Hauptschulabschluss nachgeholt. In Mistelbach durfte ich die dreijährige Krankenpflegeschule besuchen.


Barbara: Was war ihre Mission?
Sr. Angelinia: Meine Mission war die Krankenpflege im Orthopädischen Spital Speising. Ich war 30 Jahre lang als Krankenschwester in der Reha-Abteilung und der Chirurgie tätig. Dort habe ich mich auch um die Bienenvölker gekümmert, die im Garten des Spitals in einem Bienenhaus untergebracht waren. Da gab es viel zu tun. Die Bienen waren sehr fleißig und dank der vielen Bäume gab es sehr viel Honig, den wir im Orthopädischen Spital verkaufen konnten. Ich bin dann mit den Bienen nach Stockerau übersiedelt und habe mich 20 Jahre lang um die Schwestern in der Pflegestation gekümmert. Mittlerweile bin ich in „außer Dienst“.


Barbara: Und die Bienenstöcke im Garten, sind die noch bewohnt?
Sr. Angelinia: Ja, ein paar Stöcke gibt es noch. Heute reicht es noch für den Eigenbedarf. Es gibt ja viel weniger Bienen als früher. Leider finden sie hier in der Umgebung zu wenig Futter. Die Wiesen werden kurzgemäht, auf den Feldern blühen keine Blumen. Ich hoffe, dass die Bienen die Lindenblüte nutzen können.


Barbara: Was ist ihre Lieblingsbibelstelle?
Sr. Angelinia: Das ist Psalm 27: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Der Herr ist die Kraft meines Lebens…


Barbara: Wo beten sie am liebsten?
Sr. Angelinia: Im Garten und in der Natur, da preise ich den Herrn für seine Großzügigkeit.

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