„Ohr und Stimme“ für Migrant:innen in Ecuador

2022-03-16 13:56

Sr. Bernalde berichtet:

Ecuador ist seit vielen Jahren ein Aufnahmeland für Migranten und Flüchtlinge, vor allem aus Kolumbien, die ihr Heimatland wegen der Gewalt und des Guerillakriegs verlassen haben, und in den letzten vier Jahren auch aus Venezuela wegen der dortigen Krise.

Ich kam 2019 aus Indonesien, um während der venezolanischen Migrationswelle mit Migranten und Flüchtlingen zu arbeiten. In Begleitung von Schwester Maria Ruth besuchte ich das Büro des Jesuitendienstes und bewarb mich als Freiwillige in einer der Unterkünfte im Süden von Quito. Außerdem arbeitete ich als Ehrenamtliche in der Unterkunft „Buen Samaritano“ der Oblatenschwestern und der Nationalen Caritas im Zentrum von Quito.

Als man mich nach meinem Beruf fragte, antwortete ich: „Ich bin Sozialarbeiterin, ich möchte gehört werden und eine Stimme haben, ich biete mich an, wenn und wo es nötig ist.“

Ich nahm an der Betreuung in der psychosozialen Abteilung teil. Jeden Tag wurden 250 Personen aufgenommen, die bis zu einem Monat bleiben konnten, danach mussten sie ihren eigenen Lebensweg finden. Um sie zu begleiten, musste ich nachtsüber bleiben, denn tagsüber gingen sie auf Arbeitssuche. Dreimal pro Woche besuchte ich das Jesuiten-Aufnahmezentrum, aber auch die Menschen, die die Unterkunft bereits verlassen hatten und in der Nähe in gemieteten Häusern lebten. Ich wollte etwas über ihre Bedürfnisse, ihre Rechte und ihre Würde als Menschen erfahren.

Ich danke dem dreifaltigen Gott, dass er seinen Traum in mir erfüllt hat, „Ohren und Stimme“ für meine Migrant:innen und Flüchtlingsgeschwister zu sein.

Sr. Bernalde

 

Bild: SSpS

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