Saudações de Angola

2022-11-14 11:50

Elisabeth berichtet von ihrem Ankommen als MaZ (Missionarin auf Zeit) in Angola.

 

Liebe Alle!

Ich habe beschlossen, dass so ein Rundbrief mal eine ganz gute Gelegenheit ist, mich bei euch zu melden und kurz zu berichten, wie das Ankommen und die ersten Tage in Angola für mich waren.

Mit ein bisschen Verspätung bin ich am Freitag in der Früh in der Hauptstadt Luanda gelandet und da war das heiße Klima schon mal die erste Umstellung. Also Weste aus, lockere Hose an und dann haben mich schon die Schwester Graciana und die Schwester Swarna in der Empfangshalle ganz lieb begrüßt. Mit dem Auto sind wir dann zum Privinzhaus gefahren, das im Viertel "Cazenga" von Luanda liegt. Schon bei der Autofahrt habe ich mir gedacht: "jetzt bin ich wirklich in Afrika".

Da sitzt man in dem geschützten Raum, mit Klimaanlage und leichter Musik und schaut hinaus auf die Straßen. Sieht die Armut und die Realität für viele Menschen. Im Schmutz in einfachen Häusern zu leben. Im Auto fährt man einfach daran vorbei und ist gar nicht wirklich ein Teil davon...

Angekommen beim Provinzhaus wurde ich mit Trommeln und Gesang begrüßt, alle Schwestern haben sich versammelt, um mich willkommen zu heißen. Mir wurde ein traditionelles Tuch um den Kopf und die Hüfte gewickelt, als Zeichen, dass ich jetzt "africanizada" bin. Also offiziell afrikanisiert;) Genau dieses Gefühl von Gastfreundschaft und Willkommen sein spüre ich tagtäglich von den Menschen hier.

Am Sonntag haben wir ein großes Fest gefeiert, da zwei Brüder aus dem Orden der Steyler Missionare (SVD) zu Priestern geweiht wurden. Auch wenn die Messe mehrere Stunden gedauert hat, war das ganze sehr kurzweilig, weil viel getanzt und gesungen wurde. Man hat die Freude und Begeisterung wirklich spüren können. Anschließend gab es ein großes Essen mit ganz vielen Schwestern und Brüdern, auch von anderen Orden.

Die Internationalität unter den Schwestern ist sehr schön zu sehen und es hilft mir auch dabei, mich in diesem Land einzuleben. In der Kommunität hier in Luanda leben neben angolanischen Schwestern auch noch eine indische und eine indonesische Schwester. Sonst sind in Angola aber auch noch Argentinien, Polen und Mexiko vertreten. Menschen, die auch wo anders geboren wurden und sich aber dazu entschieden haben, hier leben zu wollen, wissen wie es ist, sich anfangs in einer neuen Kultur zurechtzufinden. Mit einer neuen Sprache, anderem Klima und anderem Essen konfrontiert zu sein.

Meine erste Magen-Darm-Geschichte habe ich schon hinter mir. "Das ist die erste Taufe für das Leben in Afrika". Die zweite ist dann Malaria. Hoffen wir mal, ich erlebe die zweite Taufe nicht so bald. In den zwei Tagen, wo es mir nicht so gut ging, haben sich die Schwestern ganz lieb um mich gekümmert, immer nach mir geschaut und Essen gebracht. Ich fühle mich hier sehr sicher und gut behütet.

Grundsätzlich genieße ich das Essen hier aber sehr! Es gibt natürlich ganz viele exotische Früchte aber auch leckere Kochbananen, Maispampe, Bohnen, viel Fisch und Hendl.

Mit dem Portugiesisch komme ich halbwegs zurecht, für einfache Konversationen reicht es und ich kann auch am Tisch grob dem folgen, was sich erzählt wird. Da hilft mir das Spanische schon extrem, auch wenn fast jedes Wort hier doch anders ist. Aber ich merke, wie ich jeden Tag mehr verstehe und mich besser ausdrücken kann.

Ihr merkt, ich könnte ewig weiterschreiben, aber ich werde hier mal einen Punkt setzen und mich in ein paar Wochen wieder melden, wo ich dann hoffentlich auch schon mehr von meiner Arbeit im Gesundheitszentrum bei der Schwangerenvorsorge erzählen kann. Ich bleibe jetzt bis Jänner auf jeden Fall noch in Luanda und werde dann erst nach N'Zeto fahren, wo ich dann meinen restlichen Einsatz verbringen werde. Bis dahin sollte das Portugiesisch dann auch schon besser klappen und ich mich gut in Angola eingelebt haben:).

Gerne könnt ihr mir auf diese Nachricht antworten, ich freu mich immer, von euch zu hören, auch wies euch so geht! Es kann nur ein bisschen dauern, bis ich dann wieder zurückschreibe, weil auch das Internet nur selten funktioniert;) 

Liebe Grüße, Saudações de Angola, eure Elisabéthi (wie ich hier genannt werde)

Elisabeth Schindegger

MaZ (Missionarin auf Zeit) in Angola

 

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