Spurensuche in Rom, Oies und Steyl - Blitzlichter vom Terziat

2023-01-24 09:21

Sr. Elisabeth Salfinger nahm am SSpS¬Terziat in Steyl teil.

Während dieser drei Monate (Oktober bis Dezember) vertieften die Schwestern aus verschiedenen Provinzen und Regionen ihre missionarische Spiritualität und lebten in einer internationalen Gemeinschaft (11 Nationalitäten).

Sr. Elisabeth teilt einige ihrer Erfahrungen:

Unser Motto war: Verwandelt durch die Liebesgemeinschaft des Dreifaltigen Gottes werden wir zur Melodie der Barmherzigen Liebe Gottes für diese Welt.

Die ersten zwei Wochen durften wir in Rom auf den Spuren der Kirche und unseres Gründers Arnold Janssen unterwegs sein. Was wir an herrlichen Bauten sahen, die Gärten und Parks, … überall kam uns Gott entgegen; ist es doch Er, der die Menschen zu Liebe, Gemeinschaft und Schaffen befähigt.

Am meisten beeindruckten mich die Basilika St. Paul vor den Mauern, die (von der SVD betreuten) Domitilla­Katakomben, in denen wir Eucharistie feierten, und San Egidio. In San Egidio wird der Märtyrer:innen der heutigen Zeit gedacht. Das Stethoskop unserer Sr. Dr. Veronika Terézia Rácková erinnert zum Beispiel an ihren Einsatz als Ärztin und ihr Zeugnis als SSpS, an ihre Hingabe und ihren gewaltsamen Tod im Südsudan.

Wir erhielten auf unserem Weg interessante Informationen über die Spuren verschiedener Mitglieder der Steyler Gründergeneration in der Ewigen Stadt, über das Friedensgebet und den Dienst für­ und mit den Armen in Rom. Das war für mich sehr wertvoll und bereichernd. Die Treue zu diesem Gebet beeindruckte mich sehr. Im Geburtshaus in Oies im Südtiroler Gardertal haben uns die Mitbrüder herzlich empfangen und Br. Michael Ertl gab eine gute Einführung zum Leben des Hl. Freinademetz. Die Pfarre St. Leonhard erfreute sich am Sonntag unserer Gegenwart.

Am Ort unserer Ordensgründung in Steyl in den Niederlanden wurden wir bereichert von der Fülle gelebter Geschichte. Besonders beeindruckt hat mich, welche Bedeutung Arnold Janssen bereits 1909 der Natur gegeben hat. Er sah in ihr Gottes Gegenwart. Sein Ausspruch „Die Natur ist der Tempel Gottes“ fand seinen sichtbaren Ausdruck in der Gestaltung der Klostergärten. Von seinen Reisen brachte der Gründer kleine Aufmerksamkeiten oder Andenken für die Mitbrüder mit, etwa kleine Steine oder Blätter vom Orangenbaum aus dem Garten der Basilica Santa Sabina in Rom. Beispielhaft war auch der Mut von Arnold Janssen, sich neuen Herausforderungen und Aufgaben zu stellen, sich weiterzuentwickeln, daran zu wachsen und zu reifen, „gewöhnliche Dinge in außergewöhnlicher Weise“ zu tun, wie Kardinal Rossi das 1975 festgestellt hat und sich nicht entmutigen zu lassen.

Unser Stifter hat sich von Gottes Geist wandeln lassen von einem eher nüchternen, strengen Mathematiker hin zu einem verständnisvollen, gütigen Generalsuperior. Einer seiner Nachfolger, Pater Wilhelm Gier schreibt: „Wenn ich Arnold Janssen während der Jahre 1880/ 1890 und 1900 oder später vergleiche, so kann ich ihn nicht wiedererkennen“. Pater Gier lernte ihn mehr und mehr zu schätzen.

 

Bild: vivatdeus.org

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