Sr. Agata SSpS berichtet von ihrer Arbeit in Russland

2018-03-09 13:17

Es gibt immer viel zu tun.

Seit 1991 gib es SSpS in Russland. Dort gibt es 3 Kommunitäten in Sibirien, eine Kommunität in der Nähe von Moskau und 12 Schwestern von 4 verschiedenen Ländern. 

In Irkutsk (Diözese Novosibirsk) gibt es das „House of Hope“ („Haus der Hoffnung“) das letztes Jahr frisch renoviert wurde. Dort nimmt man sich Zeit für Kinder, deren Eltern alkoholkrank oder medikamentenabhängig sind und die ihren Kinder Nahrung, Kleidung oder Schulsachen nicht finanzieren können. In Zusammenarbeit mit einer Sozialarbeiterin werden die Kinder nach der Schule betreut, auch die medizinische Versorgung wird organisiert.
Familienpastoral ist ein weiteres wichtiges Projekt. Dreimal im Jahr werden Treffen mit den Eltern der Kinder organisiert. Die Kinder bereiten das Programm vor und feiern mit den Schwestern und ihren Eltern. Sr. Agata besucht die Familien auch zu Hause. Sie fragt, ob sie Hilfe brauchen, nimmt sich Zeit für Gespräche oder hilft, wenn die Lebensmittel knapp werden.

In Kemerovo (Diözese Novosibirsk) wird gemeinsam mit Patres der Redemptoristen Pfarrarbeit großgeschrieben. Kinderpastoral, Katechese, Pfarraktivitäten und auch Sozialarbeit stehen an der Tagesordnung. Es gibt zwei Clubräume neben der Kirche wo Treffen z.B.: für arme Kinder organisiert werden. Auch die umliegenden Dörfer werden betreut. „Ferien mit Gott ist“ ein besonders schönes Projekt, welches Kindern ermöglicht, eine Woche im Sommer Urlaub zum machen. Die Schwestern machen Ausflüge mit den Kindern und alle haben viel Freude daran. Sr. Agata meinte, manche Kinder kommen wegen des Wochenprogramms, andere weil sie dann täglich genug zu essen bekommen.

In Abakan wird gerade ein Haus fertiggestellt indem die Steyler Missionsschwestern gemeinsam mit alleinerziehenden Müttern und deren Kindern leben. Die Mütter schließen einen Vertrag mit den Schwestern: Die Schwestern kümmern sich um die Kinder, die noch für den Kindergarten zu klein sind und die Mütter können einer Arbeit nachgehen, bekommen Unterstützung beim Aufbauen der eigenen Existenz, bei der Wohnungssuche. Auch Englisch Unterricht wird angeboten. Die Schwestern engagieren sich in der Pfarre, bei den „Ferien mit Gott“, der Betreuung der Dörfer der Umgebung. Es gibt ein Hospiz für ältere Menschen und eine Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Auch dort helfen die Schwestern tatkräftig mit.

In Tambov liegt der Schwerpunkt auf der Pastoralarbeit mit ausländischen Studenten der Universität/Hochschule, der Katechese und der Kinderpastoral mit Sommeraktivitäten oder Treffen in der Multifunktionsgarage. Obdachlose werden betreut, vor allem in den Wintermonaten.

Einmal im Jahr treffen sich die Schwestern und die Steyler Missionare zu Exerzitien. Da müssen Entfernungen von 2000 Kilometern überwunden werden, was, wie mir Sr. Agata versichert hat, gar nicht weit ist. Wer aus Tambov anreist, ist mit 6500 Kilometern Entfernung von Irkutsk am längsten unterwegs. Das ist dann auch für sibirische Verhältnisse weit weg.
Auch wenn die sibirische Kälte (mitunter bis zu -45 Grad Celsius) Sr. Agata ganz schön zu schaffen macht, hat sie sich doch von Anfang an in Sibirien zu Hause gefühlt, nicht zuletzt wegen der Freundlichkeit der Menschen und der vielen Nationalitäten, die dort zusammenleben.

Für einen langen Zeitraum wurde den Menschen in Sibirien gesagt, es gäbe keinen Gott. Sr. Agata möchte durch ihre Arbeit und ihr Leben in Sibirien die Liebe Gottes spürbar werden lassen, durch ihr offenes Ohr und ihre Hilfe. „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“

Text: B. Weinberger-Zauner nach einem Besuch von Sr. Agata in St. Koloman

 

   

BIlder: Ferien mit Gott, SSpS Sibirien

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