Weltkirche.tagung 2021 „Für ein neues WIR - Auf dem Sprung zu einer neuen Lebensweise“

2021-07-14 12:46

Ein neues anderes WIR ist möglich…

Die weltkirche.tagung 2021 fand wie auch letztes Jahr online statt, was die Teilnahme erheblich erleichterte. Es war schön, die viele bekannten Gesichter wiederzusehen, wenn auch „nur“ über den Bildschirm.

Bischof Werner Freistetter eröffnete die Tagung. In Bezugnahme auf “Laudato Si“ wies er auf die Bruchstellen in unseren Gesellschaften und Kulturen hin. Ungerechtigkeiten und Missstände traten durch die Pandemie deutlich hervor, haben aber auch gezeigt, „dass alles miteinander verbunden ist“.

Dr. Stefan Silber (Prof. für Systematische Theologie an der kath. Hochschule NRW in Paderborn) half uns in seinem Vortrag und dem Workshop, das bisherige Selbstverständnis des „Wir“, das mögliche „Neue Wir“ und die globalen Herausforderungen daran, kritisch zu hinterfragen und zu durchleuchten. Dazu gehört auch das Erbe der kolonialen Vergangenheit bzw. Überlegenheitsdenken. Trotz aller Probleme ist “ein NEUES ANDERES WIR“ möglich.

Ein mögliches Fazit aus dem Workshop mit Stefan Silber „im Sprung zur Neuen Lebensweise“:

Respekt und Achtung allen Geschöpfen gegenüber als Grundhaltung. Dieses tiefe Wohlwollen dem anderen gegenüber bedeutet dann aber auch, sich gegen alles zu stellen, was lebensverachtend oder lebenszerstörend ist. Es geht um kleine, immer wieder bewusst gesetzte Schritte der Dankbarkeit, Zufriedenheit, Genügsamkeit, Gesundheit. Es geht um Würde und meinen Blick auf andere.

 

Weiters beschäftigten wir uns mit folgenden Themen:

Sr. Anne Beatrice Faye (Philosophin und Theologin im Senegal) berichtete vom Beginn der 7-jährigen Reise Afrikas hin zu integraler Ökologie. Es geht unter anderem darum, Landwirtschaft zu betreiben, ohne den Boden zu erschöpfen. Bildung ist ein weiterer wichtiger Schritt. Öko-Schulen und Weiterbildung, speziell für Frauen, Kinder und Jugendliche sollen ein ökologisches Bewusstsein und Handeln schaffen. Ein möglichst einfacher Lebensstil zum Wohl aller und aus Respekt vor der Natur ist ebenso wichtig. „Versuchen wir nicht Armut, sondern Elend zu bekämpfen.“ Denn wer in einer Gemeinschaft lebt, erfährt auch Solidarität. „…als Menschen sind wir alle wie Brüder und Schwestern auf einer wunderbaren Pilgerfahrt vereint.“

Chiara Martinelli (Senior Advisor CIDSE) stellte die Laudato Si Aktionsplattform vor. Im Oktober startet der gemeinsame Weg: Es geht darum, selbst aktiv zu werden, sich zu vernetzen, zu informieren oder auch inspirieren zu lassen, eine Welt von morgen zu schaffen und die Ziele von Laudato Si zu erreichen. Alle sind eingeladen, daran mitzuwirken. „Niemand ist allein“.

Sr. Birgit Weiler (Prof. für Dogmatik an der Päpstl. kathol. Universität Peru, Ordensgememeinschaft der missionsärztlichen Schwestern) berichtete von der dramatischen Situation in Amazonien. Abholzung und Raubbau haben während der Pandemie noch zugenommen und Covid-19 hat die Menschen Amazoniens besonders hart getroffen, neben sehr hohen Infektionsraten und Todesfällen ist auch Hunger ein großes Problem. „Ein Schrei der Armen und zugleich der Erde.“

Trotz allem trägt die Amazonien Synode Früchte. Solidaritätsaktionen in Amazonien und auch weltweit haben ein Bewusstsein geschaffen, dass Amazonien alle angeht. Kirchliche Netzwerke sind entstanden und die Ausbildung von Männern und Frauen zu Leitenden indigener Gesellschaften wurde umgesetzt. Diese wirken bereits für ihre Gemeinschaften, oft unter Einsatz ihres Lebens.

In den Workshops von Monicah Wanjiru (Kenia), Sarah Habersack (Brasilien), Sr. Bina Stanis (Indien) und Fr. Samuel H. Canilang (Philippinen) ging es um konkrete Initiativen, Projekte und Programme.

 

 

Bild: Screenshot aus der Präsentation von Stefan Silber

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