„Wir hoffen auf den Friedensfürst“

2022-11-29 12:08

Sr. Tetiana erzählt wie es den Schwestern in der Ukraine geht und welche Hoffnung sie zu Beginn der Adventszeit haben.

Auch Sr. Tetiana und ihre Mitschwestern sind von dem Stromausfall in der Ukraine betroffen.

Immer wieder hat sich Sr. Tetiana in den vergangenen Monaten aus der Ukraine gemeldet und geschildert, wie sie und ihre Mitschwestern den Krieg in der Ukraine erleben und mit ihm leben. Sie sitzt sie in einem fast dunklen Raum, der nur durch ein wenig Licht erhellt wird. Wie fast 80 Prozent der Menschen in der Ukraine leben auch die Schwestern derzeit ohne oder mit nur sehr wenig Strom (Stand 26.11.2022). Die alltäglichen Dinge wie Kochen, Waschen und Hausarbeiten sind nur erschwert oder gar nicht möglich.

Sr. Tetiana berichtet von ihrem Weg zur Abendmesse. Man sieht Schnee und zugefrorene Pfützen. Es ist kalt in der Ukraine und genau jetzt gibt es keine Heizung. Die einzigen Lichtquellen sind die Autoscheinwerfer, Taschenlampen der Kinder und das Licht einiger Shops, die einen Generator haben. In den großen Wohnblocks flackern vereinzelte Kerzen im Fenster. Die große Gemeindekirche liegt im Dunkeln. „Für unser Gebet brauchen wir keine Elektrizität. Wir zünden Kerzen an, denn was wichtig ist, ist das Licht, das wir in uns tragen“, sagt Sr. Tetiana.

Fast auf den Tag genau vor neun Monaten begann der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine. Es sind neun Monate der Unsicherheit, in der die Menschen aber die Hoffnung nicht verloren haben. „Eine schwangere Frau trägt im Verborgenen neun Monate neues Leben in sich. Daran glaube ich auch, dass Neues aufbricht. Ich spüre, dass die Menschen zusammenstehen, Gott suchen und gerade jetzt im Advent auf Emmanuel hoffen, denn: ‚Gott ist mit uns‘.“

Die Schwestern in der Ukraine gehen so gut es geht ihren Aufgaben nach: Sie sind in der Gemeinde-Katechese, besuchen alte und kranke Menschen, packen Lebensmittel- und Hygienepakete, bieten kreative Spiel- und Bastelangebote für Kinder an und ziehen spezielle Kerzen, die eine lange Brenndauer haben.

Sr. Tetiana dankt für die viele Unterstützung, die ungebrochene Solidarität und richtet eine eindringliche Bitte an alle: „Bitte beten Sie weiter für uns, damit Jesus, der Friedensfürst, den so ersehnten Frieden zu unserem Land, zu unserem Zuhause, zur ganzen Welt, bringen kann. Wir Schwestern in der Ukraine wünschen Ihnen eine gesegnete Adventszeit."

Text und Bild: www.steyler-missionsschwestern.de

Zurück