Zahra schreibt aus Athen

2017-10-06 08:35

Bericht eines Flüchtlingsmädchens

Hallo! Ich bin Zahra, 11 Jahre alt, und komme aus Afghanistan.
Ich vergesse niemals den Tag, den ich für den dunkelsten Tag meines Leben halte. Ich erinnere mich, dass eines Nachts einige Leute zu unserem Haus gelaufen kamen, uns aus dem Schlaf aufweckten und zu uns sagten, wir sollten sofort weggehen, da die Taliban unseren Ort eingenommen hätten. Mein Vater raffte schnell alles zusammen, was er erreichen konnte und lief mit der Familie zu einem anderen Ort. Der Weg war unsicher, doch ich vertraute, dass Allah uns irgendwohin in Sicherheit bringen würde. Nach zwei Monaten auf Wanderschaft erreichten wir schließlich das Eliniko Camp in Griechenland und blieben dort ungefähr zwei Monate. Doch das Leben im Lager war nicht schön. Dennoch passten wir uns an, denn das Leben war viel besser als in Afghanistan. Eines Tages erzählte uns jemand vom JRS (Flüchtlingslager der Jesuiten) und mein Vater kam und bat um Unterkunft. P. Maurice, der Direktor, war sehr freundlich zu uns und gab uns einen Platz, wo wir bleiben konnten. Ich liebe JRS, denn ich habe hier viele Dinge gelernt wie: Yoga, Kunst und Basteln, Sprachunterricht in Englisch, Griechisch und Deutsch. Auch selbstlose Dienste an den Notleidenden und an den anderen Flüchtlingen, die sind wie ich. JRS hat in mich einen Strahl der Hoffnung gepflanzt, von einer besseren Zukunft zu träumen. Ich habe das Privileg, in eine griechische Schule gehen zu können, um meine Schulbildung fortzusetzen. Ich bin dem JRS dankbar, vor allem P. Maurice und all den Schwestern, mit denen ich die meiste Zeit verbringe, für ihre Liebe, Sorge und ihre heilende Berührung. Sie sind wahrhaftig die Verkörperung von Allahs Liebe und Barmherzigkeit.

Zahra

   

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