Communio mit anderen – Brücken der Freundschaft bilden

Communio mit anderen – die Zukunft Europas

Papst Franziskus vergleicht Europa mit einem Baum. Nehmen wir uns ein paar Minuten Zeit und folgen diesem Gedanken.

Die tiefreichenden und sehr verzweigten Wurzeln stehen für ihn für das „gewaltige Erbe auf menschlichem, künstlerischem, technischem, sozialem, politischem, wirtschaftlichem und religiösem Gebiet.“ Papst Franziskus hinterfragt, ob diese Wurzeln noch imstande sind, den Baum zu nähren, d.h. „die Kultur zu inspirieren und seine Schätze der gesamten Menschheit zu erschließen“, oder ob sie als „bloßes museales Vermächtnis“ Vergangenheit sind und unseren Baum nicht mehr versorgen können.

Der Europabaumstamm braucht jedoch seine starken Wurzeln, die ihn weit verzweigt aus dem Reichtum verschiedener Kulturen, Sprachen und Religionen für die Zukunft versorgen, sonst wird der Stamm ausgehöhlt. Egoismus statt Miteinander, Profitgier und die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ anstelle des Einsatzes für die Menschenrechte und den Frieden. Waffenhandel, Menschenhandel, Diskriminierung, Umweltzerstörung, die Wegwerfkultur, etc… schwächen den Baum und gefährden seine Stabilität.

Um zu wachsen und zu gedeihen braucht unser Baum Frieden, „ein Gut, das fortwährend errungen werden muss und das größte Wachsamkeit erfordert.“ Frieden braucht den Dialog und die Begegnung, Liebe und Solidarität.

Die Zukunft hängt für Papst Franziskus davon ab, ob wir im respektvollen Miteinander bereit sind, unsere Zukunft zu gestalten. „Es braucht Gedächtnis, Mut und eine gesunde menschliche Zukunftsvision.“ Dann ist in den weitverzweigten Ästen des Europabaumes für alle Platz.

 

Papst Franziskus besuchte 2014 in Straßburg das Europaparlament und hielt eine Ansprache an den Europarat, die ihre Aktualität nach wie vor nicht eingebüßt hat.

https://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2014/november/documents/papa-francesco_20141125_strasburgo-consiglio-europa.html

 

Die goldene Regel

Diese Regel ist in den Schriften vieler Religionen enthalten, wird seit tausenden von Jahren weitergegeben und verliert dennoch nicht ihre Gültigkeit:

Christentum:

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Mt 7,12

Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Tob 4,15

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Mt, 22,39

Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Lk 6,31

Judentum:

Tue nicht anderen, was du nicht willst, dass sie dir tun. Rabbi Hillel, Sabbat 31a

Islam:

Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht. 40 Hadithe (Sprüche Muhammads) von an-Nawawi, 13

Buddhismus:

Füge Deinem Nächsten nicht den Schmerz, der Dich schmerzt. The Buddha, Udana, v, 18

Hinduismus:     

Dies ist die Summe aller Pflichten: Tue keinem anderen das Leid an, was bei Dir selbst Leid verursacht hätte. Mahabharata, V,1517

Taoismus:

Betrachte den Gewinn deines Nachbarn als deinen Gewinn und seinen Verlust als deinen Verlust. T´ai Shang Kang Ying P’ien, 213-218

Konfuzianismus:

Was du selbst nicht wünschst, das tue auch nicht anderen Menschen an. Konfuzius, Gespräche 15,23

Sikhismus:

Keinem bin ich fremd und niemand ist mir fremd, freundschaftlich bin ich allen verbunden. Guru Granith Sahib, S. 1299

Zoroastrische Religion:

Tut keinem etwas an, was für Euch selbst nicht gut erschienen wäre. Zoroaster Shayast-na-shayast, xiii,29

Bahai Religion:

Bürdet keiner Seele eine Last auf, die ihr selber nicht tragen wollt, und wünscht niemandem, was ihr euch selbst nicht
wünscht. Dies ist Mein bester Rat für euch, wolltet ihr ihn doch beherzigen.  Baha'u'llah

Jainismus:

Gleichgültig gegenüber weltlichen Dingen sollte der Mensch wandeln und alle Geschöpfe in der Welt behandeln, wie er
selbst behandelt sein möchte. Sutrakritanga I.11.33

Native Spirituality:

Wir sind so lebendig wie wir die Erde am Leben erhalten. Chief Dan George

Unitarismus:

Wir bejahen und fördern den Respekt vor dem interdependenten Netz aller Existenz, zu der wir gehören.

 

P. Markus Solo SVD (Artikel und Vortrag auf unserer Homepage:) 

www.worldssps.org/wp-content/uploads/2018/02/Building-Bridges-of-Friendship.pdf

… Gegenseitiger Respekt und gegenseitiges Verständnis unter den Anhängern verschiedener Religionen kann zu einer friedlichen und harmonischen Koexistenz führen, in der sich Menschen basierend auf dem Reichtum ihrer religiösen Werte, gegenseitig bereichern können …