MaZ-Berichte

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1. Rundbrief von Bernadette aus Indonesien

Hallo zusammen!

Nach über acht Wochen, die ich jetzt schon hier bin, melde ich mich aus dem fernen Indonesien. Ich sitze hier bei mindestens 35 Grad Hitze und wundere mich, wie schnell diese zwei Monate verflogen sind. Mittlerweile bin ich im Alltag angekommen und möchte euch ein bisschen erzählen, wie der so aussieht.

Ich lebe zusammen mit 16 Schwestern in der Kommunität der Steyler Missionsschwestern in Maumere, auf der ostindonesischen Insel Flores. Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt, doch Flores ist – nicht zuletzt wegen der portugiesischen und niederländischen Kolonialisierung – großteils katholisch. Der Glaube zeigt sich hier lebendig im Alltag: In Geschäften hängt ein Kreuz oder ein Jesus-Bild, vor Treffen oder Sitzungen wird gemeinsam gebetet und nicht zuletzt sieht man sehr viele junge Ordensleute. Auch der Sonntagsgottesdienst ist hier sehr wichtig. Alle Menschen tragen ihre beste Kleidung und keine Zeit ist zu früh, um zur Kirche zu kommen: In der nahen Pfarrei fängt die Messe um 6 Uhr morgens an.

Mein Tag beginnt auch immer sehr früh. Zusammen mit den Schwestern und den Mädchen, die hier im Heim der Mittel- und Oberschule wohnen, nehme ich um 5:30 Uhr an der täglichen Messe teil. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den Schwestern verbringe ich den Vormittag im Projekt. Ich arbeite bei der Nichtregierungsorganisation TRUK F. TRUK F steht für Tim Relawan Untuk Kemanusiaan Flores, was so viel bedeutet wie „Freiwilligenteam für die Menschheit Flores“. Die MitarbeiterInnen dort setzen sich für Menschen ein, die Opfer von Menschenhandel und (sexueller) Gewalt geworden sind, diese werden beraten und beim Prozess gegen die Täter unterstützt. Daneben gibt es dort auch ein kleines geschütztes Wohnheim (Shelter) für die Frauen und Kinder, die aus einem bestimmten Grund nicht mehr zuhause leben können, wenn beispielsweise der Täter aus der eigenen Familie kommt. 

Neben der direkten Unterstützung der Opfer ist die Prävention das zweite große Anliegen von TRUK. In Dörfern und Schulen werden Vorträge zu Themen wie Gewalt, Menschenhandel und HIV/Aids gehalten. Im September fand beispielsweise eine zweitägige Fortbildung für Lehrer aus Dorfschulen statt. Ich konzentriere mich im Moment noch fest darauf, Indonesisch zu lernen, aber ich konnte schon bei vielen Sachen dabei sein. So bin ich mit den MitarbeiterInnen schon in einige Dörfer gefahren, um Mädchen zu besuchen, die von TRUK unterstützt werden. Das Foto oben ist bei einem Ausflug mit den Mädchen zum Strand entstanden.

Auch mit den Schwestern bin ich schon ziemlich viel herumgekommen. Ich habe bereits vier andere Kommunitäten besucht und war bei verschiedenen Festen wie einer Taufe, einer Erstkommunion, einer Priester- und einer Bischofsweihe dabei. So durfte ich in dieser kurzen Zeit schon viel von Land und Leuten sehen. Maumere liegt zwar am Meer, doch schon gleich hinter der Stadt beginnen die Berge. So sind die Straßen hier ziemlich kurvenreich, sie werden gesäumt von Palmen und meterhohen Bambus- und Bananenstauden, dazwischen taucht immer wieder ein Dorf auf. Überall findet man auch kleine Kioske, die alles von Shampoo bis zu den leckeren pisang goreng – frittierten Bananen anbieten. Scheinbar jeder hat hier ein Motorrad, auf dem auch gerne mal zu zweit und zu dritt gefahren wird. Die Menschen begegnen mir oft mit Begeisterung und Neugier – so werde ich auch gleich ausgefragt, woher ich komme, wie viele Geschwister ich habe… Und wenn ich mit meinen wenigen Indonesischkenntnissen nicht mehr weiterkomme, reicht auch ein breites Lächeln – die IndonesierInnen lachen wirklich gern.

Ein Höhepunkt war für mich die Fahrt zum Fatima-Sanktuarium in Lela. Dort wurde die Region, in der Maumere liegt, zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten wieder der Muttergottes geweiht. Es waren unglaublich viele Menschen aus der ganzen Diözese da und die Zeremonie, die vom Bischof unter freiem Himmel gehalten wurde, hat vier Stunden gedauert. Für mich eine gute Gelegenheit, wieder einmal den tiefen Glauben und die traditionellen Gewänder der EinwohnerInnen von Flores zu bewundern.

Das war’s auch schon von mir und ich sage: Sampai jumpa! Bis zum nächsten Mal!

Bernadette

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1. Rundbrief von Johanna von den Philippinen

Hello sa inyong lahat! Hallo zusammen!

Seit über einem Monat bin ich jetzt schon in Metro Manila, Philippinen. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht …

Ich möchte gleich zu Beginn das MaZ Programm vorstellen, durch das ich hier als „Missionarin auf Zeit” unterwegs bin. MaZ wird von den Steyler Missionsschwestern angeboten. Es ist ein Programm für junge Leute, die ein Jahr ihres Lebens dazu investieren möchten, um in eine andere Kultur einzutauchen, von den Menschen zu lernen, mit ihnen zu leben, zu beten und zu arbeiten.

Ich habe also beschlossen mich auf dieses MaZ-Abenteuer einzulassen und jetzt bin ich hier, dank vieler, die mich unterstützt haben. Danke für jede Ermutigung, jedes Gebet, jede Spende.

Maraming salamat po.

Die Straßen von Metro Manila waren für mich zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Sie sind fast nie leer. Kein Wunder, da auf einer Fläche von 619,6 km² über 24 Millionen Menschen leben.

Für kurze Strecken wird immer genug Zeit einberechnet, denn es kann immer zu „traffic” kommen. Eines der Haupttransportmittel ist der Jeepney. Ein umgebauter und farbenfroh verzierter Militärtruck, der noch von den Amerikanern stammt, als diese die Philippinen von den Japanern befreit haben. Die Zahlungsmethode im Jeepney erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich: Das Geld wird mit den Worten „bayad po”, „zahlen bitte” von Fahrgast zu Fahrgast weitergereicht, das Retourgeld bekommt man auf dem selben Weg. Ich habe Hochachtung vor den Fahrern, die zugleich lenken, halten (wenn sich ein Fahrgast meldet oder ein Fahrgast auf der Straße steht und mit möchte), das Geld entgegen nehmen und das richtige Wechselgeld heraussuchen. Eines habe ich gelernt: Wenn man denkt, der Jeepney oder der train wäre schon voll, gibt es immer noch Platz.

Das Straßenbild wird nicht nur durch extremen Traffic geprägt, sondern auch durch die unzähligen ärmlichen Blechhütten, die sich oft direkt neben luxuriösen Wohnhäusern befinden. Ein Bild, das die weit geöffnete Schere zwischen Arm und Reich nur zu gut beschreibt …

Ich wohne und arbeite bei den Holy Spirit Missionary Sisters im bevölkerungsreichsten Stadtteil Quezon City. Vormittags habe ich vier mal in der Woche drei Stunden Einzelunterricht mit teacher Cecil. Sie hat es sich als pensionierte Lehrerin zur Aufgabe gemacht, MissionarInnen Englisch oder Tagalog Unterricht zu geben.

Beim Erlernen der Sprache hilft mir die Offenherzigkeit und Hilfsbereitschaft der Filipinos sehr. Bei Fragen findet sich immer eine Coworkerin oder Schwester, die mir bereitwillig hilft. Zweimal war ich jetzt auch schon in der Schule der Schwestern, um mit den Kindern zu spielen und mir mit meinem Tagalog helfen zu lassen.

Meistens wird ein Mix aus Tagalog und Englisch gesprochen, der Taglish genannt wird. Außerdem wurden viele spanische Wörter in die Sprache aufgenommen, da Spanien die Philippinen über 300 Jahre als Kolonialmacht besetzt hatte. Der tiefe katholische Glaube kommt ebenfalls noch aus dieser Zeit.

Nachmittags helfe ich im Holy Spirit Social Center, das auf dem Grundstück der Schwestern liegt.

Dieser Ort der Erholung und Erfrischung für „homeless people” wurde die letzten zehn Monate renoviert und vergrößert. Sonntag, 7.Oktober, wird das Center feierlich eröffnet und gesegnet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochturen. Es wird viel geputzt, Kästen werden neu gestrichen, Sessel gestapelt, Präsentationen erstellt, ...

Auf dem Foto seht ihr meine Arbeitskollegin Grace und mich, wie wir in einer Arbeitspause in die Selfie-Kamera lächeln. Die Besen in unseren Händen nennt man „Walis ding-ding”. Sie wurden aus Kokosnusspalmen angefertigt und eignen sich sehr gut dazu, Wasser oder Blätter zu kehren. Wasser zu kehren wird manchmal notwendig, da das Regenwasser oder das Wasser, das durch das Putzen anfällt, sehr schlecht abfließt.

Ich hoffe ich konnte euch soweit einen kurzen Überblick von meiner Arbeit geben.

Und noch etwas: Seit Anfang September sind die Shopping Malls weihnachtlich geschmückt und aus den Lautsprechern tönen Weihnachtslieder.

Merry Christmas everyone. :)

Hanggag sa susunod, bis zum nächsten Mal!

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2. Rundbrief von Ola aus Ghana

“Kusunkwanga”. “I am better” (in Englisch)

Before starting my MaZ experience, I was dreaming about staying in a place far away from everything what has been known to me. While already in Ghana, I got this chance during my stay in SSpS community in Wiaga, a village in the northern part of the country, very close to the border with Burkina Faso. Life there is a typical countryside one: majority of people is farming, but due to dryness and short rainy seasons it is not an easy task at all. Soil is not very good, which highly influences the general standard of living. Poverty is truly visible as well as the fact that people cannot really eat properly. Here for the first time I could see the traditional Ghanaian houses and I was amazed- no water, no electricity, but the way how wisely everything is organized is so impressive. Very remarkable experience was meeting with a chief of Wiaga- local highest authority responsible for current issues, who discusses, decides and solves problems from the area. Again, what could come to my mind as a European, hearing the “chief” the image was an old person in colorful clothes and painted body. The reality was that a middle age man in jeans and T-shirt, speaking fluently English greeted me with a smile on his face and welcomed wholeheartedly.

Every time I look at people in Wiaga and observe their life, I am so grateful that even for a short time, I can at least in some way, be a part of it. I noticed that it is a great joy for them when I try to at least greet them in local language. Their strong bond to culture, language and broadly understood cultural heritage is impressive. I could attend a funeral where every little gesture or object has a deeper meaning. It is really advisable to respect and ask for explanations of all these things and surely it is another way to make them proud, appreciated and happy. One lady whom I visited was very glad to give me some food and then explain how particular dishes are used. The way it is planned and was created is very creative and useful at the same time. Culture is very enriching but the willingness to learn new is also there. It happened to me that the child met on the sandy road asked for any book because he would like to read at home. I was also asked to show how to write or develop reading skills. Another example is that one of the Sisters started a catering and sewing course for women. They became coming hours before opening time and stayed long after closing, because they liked it so much and wanted to learn more and more.

The work of Sisters is very much appreciated. Even when I used to help small in the clinic or school, or do some social work, people will never forget to say thank you. Life there is not easy: shortage of medicines, not enough money for health insurance, hunger, old widows left without support… These are just few examples. But if you ask anyone how does one feel, they will always answer “kusunkwanga” which means “I am better”.  This is exactly what I would mostly like to learn from Wiaga: to always have hope and trust for a better tomorrow.

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Infowochenende für MaZ (Missionare auf Zeit)

Uns Steyler Schwestern ist es wichtig, jungen Menschen die weltweite Dimension von Glaube und Kirche und die Lebenssituationen der Menschen in anderen Ländern erlebbar und erfahrbar zu machen. Jährlich werden im MaZ-Programm einige vorbereitet und im Einsatz begleitet.

Am Wochenende von 19.-21. Jänner 2018 gab es eine Premiere. Das erste Mal fand ein MaZ-Informationswochenende bei uns in der kleinen Gemeinschaft in Innsbruck statt. Eine Interessentin und Rückkehrerinnen sind von ganz verschiedenen Ecken Österreichs dafür angereist: aus Südtirol, Niederösterreich und Vorarlberg.

Gemeinsames Gebet und das Reflektieren über die im MaZ-Kontext so wichtigen Begriffe wie „Mission“ und „Sendung“ mit den entsprechenden biblischen Bezügen gehören zu so einem Wochenende wesentlich dazu. Die Präsentationen der Erlebnisse der „Alt-MaZe“ aus ihren jeweiligen Einsatzländern waren weitere Ecksteine für das Gelingen dieser Tage. Die Präsentationen über MaZ-Einsätze in Mosambik, Indien und Togo-Benin haben wieder einmal gezeigt, wie bunt und vielfältig, wie herausfordernd aber immer auch schön ein solches Jahr des Mitlebens, Mitbetens und Mitarbeitens mit uns Steyler Missionsschwestern sein kann.

Für das MaZ-Team ist so ein Wochenende immer wieder eine Bereicherung und eine Chance selber in alten Erinnerungen zu schwelgen und gleichzeitig die Freude an MaZ den diesjährigen Interessentinnen weiterzugeben.

Nach dem Sonntagsgottesdienst in der Herz-Jesu Kirche hier in Innsbruck, den wir musikalisch gestaltet haben, hat sich unsere Gruppe noch um eine MaZ-Rückkehrerin aus Deutschland erweitert, die schon länger zum Studium hier in Innsbruck ist.

Dieses Erlebnis hat uns alle gezeigt, dass sich bei MaZ vieles spontan ergibt und wir solche Begegnungen als Geschenke annehmen und uns darüber freuen dürfen!

Sr. Christina Blätterbinder SSpS
MaZ-Verantwortliche, öst. Provinz

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1. Rundbrief von Aleksandra aus Ghana:

Unsere MaZ-lerin Aleksandra ist mittlerweile seit 2 Monaten in Ghana, Westafrika. Wenn auch vieles neu und anders ist, hilft ihr die Offenheit und Herzlichkeit der ghanaischen Bevölkerung sehr sich im Alltag immer besser zurechtzufinden. Der Glaube ist bei den Menschen tief verwurzelt, „weil Gott durch alltägliche Begebenheiten, Menschen und Situationen spricht, wo immer wir auch sind. Er beantwortet die Sehnsüchte des Herzens“.

Time in Ghana has a different rhythm than in Europe. This can be experienced in the late-afternoon reverie, when the air gradually cools down as a result of blowing harmattan - a dry wind from the Sahara, bringing dust that covers the surrounding world. Temperature differences are more pronounced at this time of year, especially in Kwahu Tafo, as this place is located in the mountains. Thanks to the kindness of Sister Dorota Sojka SSpS, I was able to visit a small clinic where the Sisters work and get to know the community and the parish. I live on a daily basis in the capital, Accra, where hot and humid air accompanies me almost every day, just like street noise and music. The pace of life is also faster here than in other smaller towns. Ghana, like in nature and seasons, combines many contrasts. As a lay missionary, I experience many contradictions here:

From the first days of my stay I was struck by the openness and cordiality of the Ghanaians. Their attitude focused on the person, to be more than to have. I will remember for a long time the first Holy Mass in the local church dedicated to God's Mercy. The faithful come together from the very early hours of the morning to worship God, start the day with Him, entrusting Him with hardships, work and all upcoming events. The openness of hearts, the lack of concern only for their own good causes that a sense of community is visible, the norm is mutual greeting, small talks after Holy Mass. I remember that when I saw the great statue of Merciful Jesus and I realized how vivid is the cult of Divine Mercy, I felt that despite the distance, in fact everywhere wherever I am, is my home - if I go there with Jesus and keep him firmly.I did not expect God in his goodness and generosity to answer the desires of my heart so generously. Already on the spot, it turned out that in missionary work, I would be able to develop my passion and apply the knowledge so far acquired as a psychologist at school. I meet children and young people from different social backgrounds and environments. To my surprise, despite the apparent differences, both those attending a Catholic school and street children most need simply acceptance and interest. In fact, it is important to spread love and skillful displaying it, and to see the value of each of my pupils as an individual, not as a "street child" or "a child from a good home". As a psychologist, I try to recognize the uniqueness of the gift that God has offered to the world in each of these people and to make them aware of the value of their lives. This is not an easy task. As an "obruni" meaning a white man from a local language, I arouse a lot of interest.

But will I be able to understand the problems of a boy for whom the center is the only place where he can safely go to sleep, after he was abandoned by his parents coming from Togo, and the theft became a way of life when he was alone in a foreign country? Can a girl trust me after being hurt by adults in childhood, and now being a teenager, she has a serious problem with drugs? Most of these children do not know the world that we take for granted and therefore we must earn their respect and trust, and in my case overcome the cultural and linguistic barrier. They need encouragement, praise, recognition of their talents and abilities. Some of them can make beautiful decorations, craftwork, others are talented cooks or hairdressers. Just the same as children learning at school, for whom parents often do not have time and cannot talk about difficulties and experiences, they need to be valued and listened to.Another contrast in Ghana is for me deeply rooted religiosity, spirituality, almost omnipresent and imposing. On shop windows, cars, links to God, quotes from the Holy Bible. Names of enterprises taken from the Bible, religious motifs on dresses, shirts, jewelry. Also in everyday speech, the words "God bless you", "thank God", "God's will" are on the agenda.

It was all surprising and difficult to understand because it did not fit the image I knew. On the other hand, you can often find several churches, various sects, even on one street. There is a widespread belief in magic and healers, and often a lot of dollars are spent to take advantage of their "healing" power. The Catholic Church is young here, for example, the first Sisters Servants of the Holy Spirit (SSpS) came to Ghana in 1946. Feeling strongly freshness, authenticity of faith, which also results from culture, such as the aforementioned references to God in everyday life.It was a big challenge for me to face the death of a priest who came to the hospital for treatment in Accra. He died after a few months of therapy.

I experienced a shock experiencing such a different approach to death than I knew. The reaction to his departure in my surroundings was devoid of despair, dramatization. Death is definitely not taboo. It is a natural turn of things, something that will happen to every human being. Initially, I perceived it as a lack of sensitivity, indifference which caused rebellion in me. But when strong emotions subsided, I understood how much I can still learn. All you need to do is watch carefully, because God speaks through everyday events, people and situations wherever we are.

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MaZ-Rückkehrerinnen-Seminar 2017 in Steyl

„Wieder zuhause und doch alles anders!?“

Unsere MaZ-lerin Hannah, die 1 Jahr in Titagallo verbracht hat und Sr. Christina machten sich im September für 5 Tage nach Steyl auf.

Gemeinsam mit der deutschen Gruppe verbrachten sie schöne, lustige Tage, die von großer Wiedersehensfreude geprägt waren. Am Programm standen Einsatzpräsentationen, Erfahrungsaustausch und vielen Methoden der Reflexion auf das vergangene MaZ-Jahr.

Es ist immer wieder sehr eindrücklich zu erfahren, wie vielfältig und unterschiedlich sich die Einsätze in den jeweiligen Ländern gestalten. Es gab eine breit gefächerte Palette an Tätigkeiten: von der Krippe für kleine Kinder bis zu Projekten mit Straßenkindern, von der Hausaufgabenbetreuung bis zur Mitarbeit in einem Internat und in einer Schule.

Was vorher schon in Bildern Lust auf mehr gemacht hat, konnten alle Rückkehrerinnen und das MaZ-Team dann beim Kulturabend im Arnold-Janssen-Saal gemeinsam mit den Schwestern der Hausgemeinschaft noch sinnenfälliger erfahren: Es gab sehr schmackhafte Kostproben aus der traditionellen Küche in den Einsatzländern, die allen sehr mundeten. Traditionelle Tänze, Lieder und Gebete in den jeweiligen Landessprachen rundeten diesen gelungenen Abend ab.

Mit dem Gottesdienst am Sonntag Morgen, der gemeinsam mit einem SVD-Mitbruder und einer Gruppe der Teenies gefeiert wurde, fand das Seminar einen guten Abschluss.

Was bleibt?

  • Die Einladung die MaZ-Begeisterung in der Alltag mitzunehmen. (= mitleben)
  • Die Einladung die Buntheit der Weltkirche in die eigene Pfarre, Diözese zu bringen. (= mitbeten)
  • Die Einladung auch im eigenen Land offen auf Menschen anderer Kulturen zugehen und so zu helfen Ängste abzubauen. (= mitarbeiten)

Ein geflügeltes Wort einer ehemaligen MaZ-lerin scheint sich doch zu bewahrheiten: EINMAL MaZ – IMMER MaZ!

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Block-Seminar in Steyl 2017

Von 12.-23. Juli 2017 fand das diesjährige Blockseminar für die MissionarInnen auf Zeit in Steyl statt. Es ist das letzte große Vorbereitungsseminar bevor die jungen Menschen in ihre Einsatzländer aufbrechen.

Die MaZ-lerin Ola aus Polen und Sr. Christina machten sich auf, um gemeinsam mit den 11 MaZ-lerInnen aus Deutschland diese Tage in Steyl zu verbringen.

Die Tage waren gefüllt mit vielen Themen wie: Rassismus, Kultur, Mission, religiöse Strömungen, Erkennen der eigenen Grenzen, um nur einige zu nennen. Außerdem wurden sehr kreative und interessante Videoclips zu den jeweiligen Einsatzländern der MaZ gedreht.

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit welchem Elan und mit wie viel Freude diese jungen Menschen an ihre Einsätze herangehen. Sie geben ein Jahr ihres Lebens, um unbekannten Menschen zu begegnen, in ihre Glaubens- und Lebenswelt einzutauchen, sich von eigenen Vorurteilen bewusst zu verabschieden und sich Neuem zu öffnen …

Bei den Themen Medien und Kommunikation ist uns einmal mehr bewusstgeworden, dass jeder Mensch eine ganz persönliche Geschichte hat, die ihm gleichzeitig auch Wert und Würde gibt. Doch all diese Geschichten haben gleichsam eine gemeinsame Überschrift:

Wir alle sind beauftragt, an der Vision Gottes von der Einen Welt mitzuwirken. (vgl. http://www.ssps.at/was-ist-maz.html)

5. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Juli 2017

¡Fiesta, Fiesta!

¿Holá, que tal?

Von den Aktivitäten im Mai, die ich im letzten Rundbrief versprochen habe, wurden einige auf Juni verlegt oder mussten ganz ausfallen. Die Sportmeisterschaften der Secundaria (Mittelschule) fanden aber natürlich statt. Mein Arbeitskollege und ich fuhren auch für zwei Tage nach Tapacari (wo es ebenfalls ein Internat der Steyler Schwestern gibt), um die Jugendlichen anzufeuern. In den Einzelbewerben gab es sogar einige zweite und dritte Plätze, in den Team-Disziplinen haben wir immer verloren. Die Niederlagen wurden aber einigermaßen locker genommen und als unsere Athleten zurückkehrten, hörten sie einfach nicht auf zu trainieren, damit es hoffentlich im nächsten Jahr ein bisschen besser für Titagallo ausgehen wird.

Anlässlich des Muttertags haben wir eine Reunion (Treffen) mit allen Eltern veranstaltet. Im Anschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen. Als Begrüßung bereitete ich mit den Jüngeren eine Jongliertuch-Nummer vor. Da das für alle hier etwas ganz Neues war, fand sie viel Bewunderung und Begeisterung und die Kinder hatten auch ihren Spaß dabei.

Mitte Juni wurde mit der ganzen Comunidad Titagallo, dem Internat und den Nachbargemeinden des 1. Todestags des Gründers der Schule und des Internats gedacht. Am Samstag Morgen fuhren wir mit einigen Schülern des Internats nach CADECA (Haus des Catequistas) in Cochabamba, wo eine Messe in Gedenken an Mons. Angel Gelmi gefeiert wurde. Am Nachmittag kehrten wir wieder nach Titagallo zurück, wo auch schon die Catequistas auf uns warteten. Gemeinsam kauften wir zwei Lämmer, die am nächsten Morgen geschlachtet wurden. Am Sonntag nach der Messe wurde gemeinsam gekocht (Kanka, das typische Festessen) und gegessen.

Das schönste Fest und vielleicht auch eines meiner schönsten Erlebnisse hier in Bolivien war dann San Juan (Fest des hl. Johannes). Das Wochenende verbrachten wir in einem wärmeren Dorf nahe Cochabamba, wo das Diözesantreffen der Catequistas stattfand. Anlässlich der Festivitäten um San Juan wurde am Abend ein Lagerfeuer gemacht. Jede/r erhielt eine Kerze (ähnlich wie in Österreich in der Osternacht) und das Licht wurde geteilt. Anschließend gab es eine Segnung mit Wasser und nach dem Nachtgebet wurde zwei Stunden lang durch getanzt bis Sombreros und Sandalen einige Male flogen.

Meine Zeit hier in Bolivien ist auch schon fast um, und so bleibt mir nur noch, mich gut zu verabschieden und mich für dieses wunderbare Jahr und alles was ich lernen, erfahren und erleben durfte zu bedanken.

Que les vaya muy bien y hasta pronto en Austria.

Hannah

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4. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Mai 2017

Tanzen bis zum Umfallen

Mit Ende Februar hat sich unser kleines Team nochmals etwas verkleinert, wodurch sehr viel Arbeit entstand. Das hatte und hat noch immer eine schwierige, jedoch auch eine schöne Seite. Um nämlich nicht mehr nur zu zweit 300 Brote für die Woche backen zu müssen, kommen nun jeden Sonntagvormittag 5 Jugendliche zum Brotbacken. Zusammen geht das immer ruckzuck und es macht auch doppelt so viel Spaß neben Musik, Gelächter und Reden die Brote zu formen.

Die Fastenzeit ist dieses Jahr so schnell wie sonst nie vergangen, vielleicht auch weil sie zwei Wochen kürzer war, denn Carnaval (Fasching) wurde noch eine Woche länger gefeiert als in Österreich. Da wir für ziemlich viele Kommunitäten (Ortschaften) nur einen Pfarrer haben, wurde Ostern in Titagallo und den umliegenden Gemeinden bereits im Rahmen des Ostertreffens am Palmsonntagswochenende gefeiert. Von der Oberstufe blieben 20 Schüler an diesem Wochenende im Internat. Den Freitagnachmittag nutzten wir zum Vorbereiten unserer Präsentationen. Abends spazierten wir dann nach Huayku Arriba, zum Encuentro (Treffen). Am Samstag um 6 Uhr morgens fing der Tag mit einem Kreuzweg an, der von uns - dem Internat - vorbereitet wurde. Am Gipfel angekommen, wurde schließlich das Kreuz aufgestellt, das von drei Männern den ganzen Weg über getragen wurde. Nach dem Frühstück war der Vormittag mit Gruppenreflexionen und der anschließenden Ergebnispräsentation ausgefüllt. Mir wurde spontan die Gruppe der Kinder zugeteilt (0-10 Jahre): ausgerechnet die Gruppe, die nur Quechua spricht. Zum Glück begleitete mich einer der älteren Buben aus dem Internat als Übersetzer. Gemeinsam schafften wir es dann, am Ende ein kleines Theaterstück zu präsentieren. Am Sonntag fand schließlich die Ostermesse statt. Im Anschluss wurde im Kreis getanzt, bis einem fast schwindelig wurde, noch dazu mit immer gesteigerter Geschwindigkeit. Nach dem festlichen Mittagessen „Kanka“ (jede Familie aus der Kommunität schlachtete ein Schaf, dazu gab es Reis, Nudeln, getrocknete Kartoffeln, Salat) endete das Ostertreffen und wir kehrten müde aber voller Freude ins Internat zurück.

Ostern wurde so anders gefeiert, dass es mir fast nicht wie Ostern vorkam, noch dazu wo alles in Quechua war und ich somit relativ wenig verstand. Doch ein Wochenende gemeinsam mit den Jugendlichen, Nachbarn und dem Team zu verbringen hatte etwas Besonderes, etwas Österliches ...

Nach Ostern hörten die Feierlichkeiten nicht auf. In Bolivien wird neben Vater- und Muttertag nämlich auch der Tag des Kindes gefeiert. So wurde im Internat an diesem Tag ganz speziell gekocht und der Abend besonders gestaltet. Alle SchülerInnen der Oberstufe bereiteten dinámicas (Singspiele) und Gruppenspiele für die Kleinen vor. Als Preise gab es für die Gewinner immer etwas Süßes. Doch auch die Großen und wir vom Team erhielten kleine Naschereien. Die Spiele dauerten bis in die Nacht hinein, doch wir alle hatten so viel Spaß dabei, dass uns die späte Stunde gar nicht richtig bewusst war.

Da die Oberstufe einjährigen Geburtstag feierte und am 24. April des Gründers der Schule und des Internates, Mons. Angel Gelmi gedacht wurde, fanden weitere Feierlichkeiten statt. Das ganze Gelände wurde mit Girlanden geschmückt und nach der Messe fanden Präsentationen der einzelnen Schulstufen statt. Am Nachmittag spielte schließlich Internat gegen die Professoren der Schule Fotsal (Fußball auf Asphalt). In beiden Mannschaften (Mädchen und Buben) haben wir vom Internat immer haushoch gewonnen (15:3). Doch das ist auch nicht sehr verwunderlich gewesen, denn die Chicos trainieren schon seit einem Monat, um bei den anstehenden Sportmeisterschaften teilzunehmen.

Die Meisterschaften der Unterstufe fanden vor einer Woche statt. Qualifizieren konnten sie sich zwar nicht, aber wenigstens der 4. Platz ging sich aus. Wir fuhren auch einen Tag nach Tapacari (auch ein Dorf in der Region, in dem die Steyler Schwestern ein Internat führen), um unsere Fußballspieler zu unterstützen. Die Freude war groß und die Niederlage so auch schnell vergessen - Dazu kam, dass die Mädels an diesem Tag ein Match nach dem anderen gewannen.

So schnell wie die Zeit nun von Fasching an vergangen ist, bleibt mir hier wirklich nicht mehr viel Zeit. Doch der Mai verspricht schon einige tolle Unternehmungen, von denen ich euch im nächsten Rundbrief erzählen werde.

Cuidense y que les vaya muy bien

Hannah 

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3. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Jän 2017

Dieses Mal bekommen wir von Hannah einige Einblicke in die Alltagswelt und in die Glaubensüberzeugungen der Menschen. Außerdem lässt sie uns an ihren Erlebnissen rund um Advent und Weihnachten teilhaben.

Das Leben im Hochland ist hier ganz anders als auf dem Land in Österreich, ohne Elektrizität und aufgrund des großen Wassermangels auch ohne fließendes Wasser. Die meisten Menschen betreiben Landwirtschaft und sind Selbstversorger.

Generell liegt die Zahl der Katholiken in Bolivien bei rund 80%. In Titagallo ist die christliche Religion mit dem Wissen und der Achtung der „Pacha Mama", der Mutter Erde verbunden. So ist z.B. an Allerheiligen der Brauch einen Tisch mit "T´hanta Wawas" und „Mizkis" (Brot und Süßes) zu decken. In meinem letzten Rundbrief habe ich davon schon ein bisschen etwas erzählt. Nachbarn und Freunde kommen vorbei, um zu beten und gemeinsam das Lieblingsessen des Verstorbenen zu essen. Besonders wichtig sind hier auch die Marienverehrung und die Segnung durch den Pfarrer am Ende jedes Gottesdienstes mit Weihwasser und natürlich Musik!! ;-)

Wegen meines Visums habe ich den November wohl mehr in Cochabamba als in Titagallo verbracht. So kann ich leider nicht vom Schulschluss Ende November berichten, aber vom Kultur-Abend, den wir kurz vor Schulschluss veranstaltet haben ...

Die Kinder hatten sich in Gruppen organisiert und verschiedenste Tänze, Lieder und kurze Sketche einstudiert. Es wurden Nachbarn und Freunde aus Titagallo und den umliegenden Kommunitäten eingeladen und es wurde gemeinsam getanzt. Etwas später rief man die Geburtstagskinder der vergangenen drei Monate in die Mitte und jedem Geburtstagskind wurde von jedem persönlich gratuliert. Feliz Cumpleaños durfte natürlich auch nicht fehlen und schon nach 5 Minuten war alles mit weißen Konfetti bedeckt, die man hier üblicherweise Geburtstagskindern sowie frisch vermählten Paaren über das Haar streut. Als kleines verfrühtes Weihnachtsgeschenk bekam jedes Kind zum Abschluss ein Sackerl mit Süßigkeiten und Paneton. Ziemlich spät, einige der Kleinen sind bereits im Sesselkreis eingeschlafen, fielen wir dann alle um Mitternacht ins Bett. Für mich war dieser Abend einer der schönsten und lustigsten seit langem und ein schöner Abschied von meinen Chicos vor den Sommerferien.

Die Zeit in Cochabamba wurde aber auch nicht langweilig. So besuchten wir einmal am Abend die "tanzenden Wasser". Das sind Wasserfontänen in verschiedensten Formen, die mit bunten Lichtern beleuchtet sind. Dazu gibt es natürlich auch immer passende Musik. Zugleich war es auch ein schöner Jahresabschluss mit den Schwestern aus Titagallo.

Auch das Pendeln zwischen Titagallo wurde nie ermüdend. Einmal hatte der Bus einen Reifenplatzer, woraufhin der Chauffeur kurz anhielt, um den Schaden zu betrachten. Er beschloss, noch bis zur nächsten Werkstatt (die zum Glück nicht weit war), im Schritttempo weiterzufahren. Dort wurde der Reifen in weniger als 10 Minuten ausgetauscht. Das Ganze hat uns vielleicht eine halbe Stunde an Zeit gekostet, was mich wirklich sehr überrascht hat, denn in Österreich hätte man sicherlich eine Stunde verloren ...

Den Advent konnte ich mit den Kindern der Kommunität Titagallo genießen. Jeden Vormittag haben wir gemeinsam Kekse gebacken, Weihnachtslieder einstudiert, ein Krippenspiel vorbereitet, Film-Abende veranstaltet oder einfach nur Spiele gespielt. Im kommenden Jahr plant Sr. Viky jedes Wochenende etwas mit den Kindern zu unternehmen, ähnlich wie es bei uns in einer Jungschargruppe üblich ist.

An Weihnachten selbst sind wir schon früh morgens nach Pongo losgefahren, um den Padres dort Feliz Navidad zu wünschen. Gegen Mittag sind wir dann wieder nach Titagallo zurück und haben alles für die Ankunft der Katechisten vorbereitet. Eigentlich wollten die um 14.00 ankommen und gemeinsam kochen, aber bis 18.00 kam niemand. Deshalb fingen wir einfach selbst an, Buñelos (so ähnlich wie Bauernkrapfen) zu machen, weil wir den Kindern aus Titagallo Api (Maisgetränk) und Buñelos versprochen hatten. Gerade als die Kinder ankamen, trafen auch einige Katechisten ein, und in weniger als einer Stunde war der ganze Speisesaal voll. So hatten Buñelos und Api gerade für alle 80 Leute gereicht und nach dem Essen wurde bis Mitternacht gemeinsam gesungen und gebetet. Am nächsten Morgen wurde nach dem Morgenlob und dem Frühstück gemeinsam gekocht und außerdem die Spielzeuge sortiert. Nach dem Mittagessen fand schließlich die Christmette statt, in der auch das Krippenspiel und die Lieder mit den Tänzen der Kinder aufgeführt wurden. Nach der Messe wurden Spielzeuge, Popcorn und Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Die Freude über die Regalos (Geschenke) war groß und am späten Nachmittag haben sich schließlich alle verabschiedet und ihren Heimweg angetreten. Nach dem Aufräumen feierten wir zu Dritt noch etwas Weihnachten und sind dann auch ziemlich müde ins Bett gefallen.

Da in der nächsten Zeit niemand in Titagallo sein wird, werde ich nach Tapacari, einem Dorf ca. 40min von hier entfernt mit Schwestern leben und arbeiten. Ich bin schon gespannt auf diese Zeit und freue mich aber auch schon wieder sehr auf Mitte Jänner, wenn ich wieder nach Titagallo kann und die Schuleinschreibung beginnt.

Bis zu meinem nächsten Rundbrief wünsche ich euch Feliz Navidad, einen guten Rutsch und ein gesegnetes Jahr 2017

Ciao, que les vaya bien!

Hannah

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2. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Jän 2017

Bolivien - ein Land mit vielen verschiedenen Farben

Im September 2016 ließ uns unsere „Missionarin auf Zeit"/ MaZ Hannah an ihren ersten Eindrücken aus Bolivien teilhaben. Jetzt kommt also der „1. offizielle Rundbrief"!

Ich heiße Hannah Rabl, bin 19 Jahre und komme aus St. Johann im Pongau (Salzburg). Derzeit ist meine Heimat Titagallo, ein Dorf im Hochland Boliviens.

Mein Einsatzort Titagallo befindet sich ca. 90km von Cochabamba entfernt auf 4000m Seehöhe. Hier leiten drei Steyler Schwestern das zur angrenzenden Schule gehörende Internat. Derzeit leben dort 56 „Kinder" im Alter von 6-19 Jahren, mit denen ich den Alltag, aber auch viele besondere Aktivitäten teilen darf. Morgens vor der Schule wird gemeinsam mit den Kindern Gemüse geschält, die Schlafsäle werden geputzt und die Tiere versorgt. Vormittags wird im Team für die Kinder gekocht und jeden Montag werden 300 Brote für die Woche gebacken. Am Nachmittag und Abend stehen sportliche Aktivitäten, Tischspiele, Musizieren, Lesen, Stricken und Hausübung machen auf dem Programm. Ich habe auch eine eigene Hausübungsgruppe der 3. Klasse Volksschule von meiner MaZ-Vorgängerin übernommen. Neben mühsamen Multiplikationen und Merkwörtern haben wir aber auch viel Spaß daran miteinander Lieder in Quechua und Castellano zu singen. Es gibt auch immer viel Gelächter, wenn mir die Fünf Quechua-Unterricht geben. Mittlerweile kann ich zumindest das „Ave Maria" auf Quechua beten ... J

Im Monat Oktober hat sich hier im Internat in Titagallo viel getan ...

Anfang Oktober wurden die zwei neuen Räume, das Musikzimmer und das Nähzimmer von Padre Erlindo gesegnet. Da die Mädchen gleich eifrig zu stricken beginnen wollten, uns aber noch Wolle fehlte, machten Sr. Roxana und ich uns mit sieben Mädchen auf den Weg zur Fería (Markt) im Nachbardorf. Voller Energie und Vorfreude erreichten wir innerhalb einer Stunde unser Ziel. Nachdem wir schöne Wolle und Kekse als Stärkung für den Rückweg gekauft hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Die immer näher rückende Schule ließ jedoch für die Mädels die Pinos (Bäume) immer interessanter werden. Und so schnell konnten wir gar nicht schauen, da befanden sich die Sieben in den Pinos. Für den Rückweg brauchten wir schließlich fast doppelt so lang und ziemlich müde erreichten wir am Nachmittag wieder das Internat. In die Schule mussten die Mädels an dem Tag übrigens nicht mehr gehen J!

Am Wochenende des „Tages der Weltkirche" (Weltmissionssonntag) fand in Pongo eine Wallfahrt zum Jahr der Barmherzigkeit statt. Wir entschieden uns, mit den Schülern der Secundaria (12-19 Jahre) daran teilzunehmen. Da von jeder teilnehmenden Gruppe ein kleiner Beitrag gefordert wurde, übten wir mit viel Leidenschaft und Engagement ein Theaterstueck zum Thema „Barmherzigkeit" ein. Am Freitagnachmittag machten wir uns dann auf nach Sayari, dem Treff- und Startpunkt. Von dort aus marschierten wir begleitet von Gebeten und Liedern auf Spanisch, Quechua, Portugiesisch und Aymara ins 8km entfernte Pongo. Dort angelangt, durften wir endlich nach dem Abendessen unser Theaterstück aufführen. Es war ein großer Erfolg und für die Kids, und auch für uns als Team, ein unvergessliches Erlebnis. Am nächsten Morgen ging es schon früh, um halb sechs wieder weiter. Gemeinsam wanderten wir die Kreuzwegstationen entlang auf den Berg hinter der Kirche hinauf zum Gipfelkreuz. Nach dem Frühstück gab es noch Gelegenheit zur Beichte, die die Firmlinge von Titagallo eifrig nutzten. Schließlich beendete eine Messe dieses ereignisreiche Wochenende.

Jetzt kurz vor Allerheiligen ist es auch hier in Bolivien üblich Brot zu backen, jedoch nicht so wie bei uns den Allerheiligen-Striezl, sondern Wauwas (Babys) und andere Figuren aus Brot, die die toten Angehörigen verkörpern sollen. So verbrachten wir den letzten Nachmittag vor den Feiertagen mit den Kindern in der Bäckerei von Titagallo und jeder durfte sein Brot, sein Wauwa für zu Hause backen. Ich habe mich auch an einem Wauwa versucht, bin aber zu dem Schluss gekommen, das Striezl machen wesentlich einfacher ist... J!

In meinen ersten drei Monaten hier in Bolivien habe ich schon viel erlebt. Der Alltag ist definitiv „anders" als in Österreich. Manches ist einfacher, anderes schwieriger, wie z.B. das tägliche Wasser holen, das Kartoffelschälen, die Kulturunterschiede, die Sprache. Aber dieses „anders" heißt nicht gleich schlechter und mit der Zeit gewöhnt man sich auch an die Unterschiede. Und so genieße ich mit den Kids nun noch den letzten Schulmonat vor den Sommerferien, die hier im Dezember und Jänner sind. Ich bin schon gespannt auf die pastorale Arbeit in diesen beiden Monaten, die Erstkommunion, Weihnachten und die Firmung. Ich freue mich auf das kommende Schuljahr mit „meinen Chicos (Kindern)" J!

Hannah

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„Das Wunder sich selbst zu finden" - MaZ-RückkehrerInnen berichten

Vor einigen Wochen war es wieder so weit: Drei in diesem Sommer von ihrem Einsatz zurückgekehrte „MissionarInnen auf Zeit"/(MaZ-lerInnen) aus Österreich und Ungarn haben sich auf den Weg nach Salzburg, genauer gesagt nach Bischofshofen gemacht, um dort in St. Rupert, dem Missionhaus der Steyler Missionare  ein Wochenende mit Reflexion, Auswertung und Austausch zu verbringen. Die  MaZ-RückkehrerInnen hatten Zeit für den  Erfahrungsaustausch untereinander und konnten einander Anregungen geben, wie sie in Zukunft als MultiplikatorInnen in ihrer Heimat die MaZ-Vision von der „Einen Welt" leben und in ihren Alltag integrieren können.

Rahel und Riccarda, zwei junge Frauen aus Österreich und Victor aus Ungarn haben ihr MaZ-Jahr in Argentinien, St. Kitts (eine kleine Insel in der Karibik) und in Indonesien verbracht. Begleitet von Sr. Hemma, P. Severin und Sr. Christina haben sie sich viele Fragen bzgl. ihres Einsatzes gestellt und erzählt, wie sie sich in der Zwischenzeit auch wieder in ihrem Alltag in den Heimatländern zurechtgefunden haben. Wieder gut und mit „ganzem Herzen" in der Heimatkultur anzukommen, ist ein spannender und nicht immer ganz leichter Prozess. Wir haben im Austausch beeindruckende Fotos gesehen und Schilderungen von Lebensschicksalen gehört, die uns alle sehr berührt haben. Nun sollen die jungen Leute selber zu Wort kommen:

Die 20-jährige Riccarda aus Oberösterreich, die derzeit eine Ausbildung zur Volksschullehrerin absolviert, fasst ihre Zeit auf St. Kitts zusammen:

Als ich ankam, wurde ich mit einer solchen Freude und Gastfreundschaft willkommen geheißen, dass ich sofort wusste, dieses Jahr würde einmalig werden. Meine Aufgabe war es, 17 Kinder im Alter von 4-5 Jahren zu unterrichten und auf die Volksschule vorzubereiten, d.h. ihnen Buchstaben und Zahlen beizubringen, sowie ihnen zu zeigen, den eigenen Namen zu schreiben. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten unter anderem die Kultur, die Sprache und das Klima betreffend, hatte ich die Kinder schnell ins Herz geschlossen und konnte mir keinen Tag mehr ohne sie vorstellen."

Victor aus Ungarn hat ein Jahr auf der indonesischen Insel Flores in einem Kinderheim gearbeitet, in dem hauptsächlich missbrauchte Mädchen ein neues Zuhause gefunden haben:

„Für mich war das Jahr ein Wachsen im Glauben und im Aufbau von Kontakten mit Menschen. Wenn ich jetzt das Wort LEBEN höre, denke ich immer wieder an die Kinder im Heim. Eigentlich habe ich die wirkliche Bedeutung des Wortes Leben erst dort gelernt. Hier in Europa leben wir im „Reichtum", aber dort ist jeder Tag ein neuer Kampf ums Überleben. Es war eine sehr berührende Erfahrung zu sehen, dass diese Mädchen ihre Hoffnung nie verloren haben. Sie haben im Heim neuen Mut, Motivation und Kraft bekommen. Auf einem Teil des MaZ-Logos ist ein Flügel zu sehen, als Symbol für den Frieden, für neue Freundschaften und auch für neue Perspektiven. Obwohl es jeden Tag so viele Tragödien gibt, herrscht im Land ein Gefühl des Friedens. Ich kann es nicht richtig beschreiben, man muss da sein, um es zu spüren. (...) Vor einem Jahr wusste ich nicht, was mich erwarten wird. Nichts. Aber jetzt kann ich sagen, dass jeder Tag ein Wunder war. Es war wie ein Wunder, eine ganz neue Kultur kennen zu lernen, mit Menschen zu reden und zu helfen. Ich konnte Freude in der Armut sehen. Und ein Wunder war es auch mich selbst zu finden."

Rahel aus Vorarlberg war für ein Jahr in Argentinien. Ihr Einsatzort war in Floresta, einem Stadtteil von Buenos Aires. Sie erzählt von ihrer Arbeit in einer Schule, die dort von unseren Schwestern geführt wird:

„Ich arbeitete von montags bis freitags in der Schule als „Preceptora" (Erzieherin) der „primaria" (1. bis 7. Schulstufe). Bei dieser Tätigkeit ging es hauptsächlich darum, SchülerInnen zu helfen, wenn es ihnen nicht gut geht oder sie etwas brauchen. Unser Team bestand aus vier Leuten. Wir wurden täglich mit Kinderkrankheiten, Verletzungen, Nasenbluten, Bauch- und/oder Kopfschmerzen konfrontiert. Zum Glück hatten wir nicht nur Kranke und Verletzte, die zu uns ins Büro kamen, sondern auch Kinder, die etwas verloren hatten, einen Ball zum Spielen ausleihen wollten oder Kopien brauchten. Ich mochte diese Arbeit besonders, da die Kinder gerne zu uns kamen und sie uns sehr viel Vertrauen schenkten, da sie wussten, dass wir ihnen helfen.

Am Samstag ging ich mit einer Postulantin (Anwärterin für das Ordensleben) nachmittags in ein Armenviertel. Wir halfen dort bei den Firm- und Erstkommunionsvorbereitungen. Die Eltern dieser Kinder und Jugendlichen waren fast alle aus Paraguay eingewandert und erhofften sich in Argentinien ein besseres Leben. Nur eine halbe Stunde mit dem Bus vom Wohnort der Schwestern entfernt, war das Leben in diesem Armenviertel komplett anders. Im Zentrum dieses Armenviertels war ich nie, nicht mal die, die da wohnen waren da. Da befinden sich nur noch kleine Gassen. Es gibt dort sehr sichtbare Armut und sehr viel Kriminalität. (...) Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Man sieht die Dankbarkeit in den Augen der Kinder. Ich durfte über mich hinauswachsen und ich lernte neue Freunde, ein neues Land kennen. Und ich lernte was es heißt mit ganz wenig glücklich zu sein. Vor allem konnte ich auch neue und mir davor unbekannte Einblicke in das religiöse Leben gewinnen. Ich lernte, dass den Glauben auszuleben nicht nur heißt, in der Kirche zu sitzen und zu beten, sondern dass „Glauben leben" geschieht, wenn man einander hilft, wenn man jemanden zum Lachen bringt oder wenn man Menschen, die alleine sind, Gesellschaft leistet."

Für uns als BegleiterInnen ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wie sehr so ein MaZ-Jahr junge Menschen verändert und in ihrer Persönlichkeit wachsen und reifen lässt. Riccardas Worte sind nur ein Beispiel dafür:

„So kann ich sagen, dass ich dieses Jahr nicht nur im Glauben gewachsen bin, sondern auch meine Persönlichkeit gereift ist. Ich wurde offener gegenüber anderen Kulturen und kann mich nun besser in die aktuelle Situation der Flüchtlinge hineinversetzen, was es bedeutet, sein Heimatland zu verlassen und in ein völlig fremdes Land zu kommen. Ich lernte die kleinsten und selbstverständlichsten Dinge wieder zu schätzen. Ein Jahr voller reicher Erfahrungen und Erlebnissen liegt hinter mir und ich bin von tiefstem Herzen dankbar und glücklich!"

Fotos: (zum Vergrößern anklicken)