MaZ-Berichte

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MaZ-Rückkehrerinnen-Seminar 2017 in Steyl

„Wieder zuhause und doch alles anders!?“

Unsere MaZ-lerin Hannah, die 1 Jahr in Titagallo verbracht hat und Sr. Christina machten sich im September für 5 Tage nach Steyl auf.

Gemeinsam mit der deutschen Gruppe verbrachten sie schöne, lustige Tage, die von großer Wiedersehensfreude geprägt waren. Am Programm standen Einsatzpräsentationen, Erfahrungsaustausch und vielen Methoden der Reflexion auf das vergangene MaZ-Jahr.

Es ist immer wieder sehr eindrücklich zu erfahren, wie vielfältig und unterschiedlich sich die Einsätze in den jeweiligen Ländern gestalten. Es gab eine breit gefächerte Palette an Tätigkeiten: von der Krippe für kleine Kinder bis zu Projekten mit Straßenkindern, von der Hausaufgabenbetreuung bis zur Mitarbeit in einem Internat und in einer Schule.

Was vorher schon in Bildern Lust auf mehr gemacht hat, konnten alle Rückkehrerinnen und das MaZ-Team dann beim Kulturabend im Arnold-Janssen-Saal gemeinsam mit den Schwestern der Hausgemeinschaft noch sinnenfälliger erfahren: Es gab sehr schmackhafte Kostproben aus der traditionellen Küche in den Einsatzländern, die allen sehr mundeten. Traditionelle Tänze, Lieder und Gebete in den jeweiligen Landessprachen rundeten diesen gelungenen Abend ab.

Mit dem Gottesdienst am Sonntag Morgen, der gemeinsam mit einem SVD-Mitbruder und einer Gruppe der Teenies gefeiert wurde, fand das Seminar einen guten Abschluss.

Was bleibt?

  • Die Einladung die MaZ-Begeisterung in der Alltag mitzunehmen. (= mitleben)
  • Die Einladung die Buntheit der Weltkirche in die eigene Pfarre, Diözese zu bringen. (= mitbeten)
  • Die Einladung auch im eigenen Land offen auf Menschen anderer Kulturen zugehen und so zu helfen Ängste abzubauen. (= mitarbeiten)

Ein geflügeltes Wort einer ehemaligen MaZ-lerin scheint sich doch zu bewahrheiten: EINMAL MaZ – IMMER MaZ!

Foto: (zum Vergrößern bitte anklicken)

Block-Seminar in Steyl 2017

Von 12.-23. Juli 2017 fand das diesjährige Blockseminar für die MissionarInnen auf Zeit in Steyl statt. Es ist das letzte große Vorbereitungsseminar bevor die jungen Menschen in ihre Einsatzländer aufbrechen.

Die MaZ-lerin Ola aus Polen und Sr. Christina machten sich auf, um gemeinsam mit den 11 MaZ-lerInnen aus Deutschland diese Tage in Steyl zu verbringen.

Die Tage waren gefüllt mit vielen Themen wie: Rassismus, Kultur, Mission, religiöse Strömungen, Erkennen der eigenen Grenzen, um nur einige zu nennen. Außerdem wurden sehr kreative und interessante Videoclips zu den jeweiligen Einsatzländern der MaZ gedreht.

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit welchem Elan und mit wie viel Freude diese jungen Menschen an ihre Einsätze herangehen. Sie geben ein Jahr ihres Lebens, um unbekannten Menschen zu begegnen, in ihre Glaubens- und Lebenswelt einzutauchen, sich von eigenen Vorurteilen bewusst zu verabschieden und sich Neuem zu öffnen …

Bei den Themen Medien und Kommunikation ist uns einmal mehr bewusstgeworden, dass jeder Mensch eine ganz persönliche Geschichte hat, die ihm gleichzeitig auch Wert und Würde gibt. Doch all diese Geschichten haben gleichsam eine gemeinsame Überschrift:

Wir alle sind beauftragt, an der Vision Gottes von der Einen Welt mitzuwirken. (vgl. http://www.ssps.at/was-ist-maz.html)

5. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Juli 2017

¡Fiesta, Fiesta!

¿Holá, que tal?

Von den Aktivitäten im Mai, die ich im letzten Rundbrief versprochen habe, wurden einige auf Juni verlegt oder mussten ganz ausfallen. Die Sportmeisterschaften der Secundaria (Mittelschule) fanden aber natürlich statt. Mein Arbeitskollege und ich fuhren auch für zwei Tage nach Tapacari (wo es ebenfalls ein Internat der Steyler Schwestern gibt), um die Jugendlichen anzufeuern. In den Einzelbewerben gab es sogar einige zweite und dritte Plätze, in den Team-Disziplinen haben wir immer verloren. Die Niederlagen wurden aber einigermaßen locker genommen und als unsere Athleten zurückkehrten, hörten sie einfach nicht auf zu trainieren, damit es hoffentlich im nächsten Jahr ein bisschen besser für Titagallo ausgehen wird.

Anlässlich des Muttertags haben wir eine Reunion (Treffen) mit allen Eltern veranstaltet. Im Anschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen. Als Begrüßung bereitete ich mit den Jüngeren eine Jongliertuch-Nummer vor. Da das für alle hier etwas ganz Neues war, fand sie viel Bewunderung und Begeisterung und die Kinder hatten auch ihren Spaß dabei.

Mitte Juni wurde mit der ganzen Comunidad Titagallo, dem Internat und den Nachbargemeinden des 1. Todestags des Gründers der Schule und des Internats gedacht. Am Samstag Morgen fuhren wir mit einigen Schülern des Internats nach CADECA (Haus des Catequistas) in Cochabamba, wo eine Messe in Gedenken an Mons. Angel Gelmi gefeiert wurde. Am Nachmittag kehrten wir wieder nach Titagallo zurück, wo auch schon die Catequistas auf uns warteten. Gemeinsam kauften wir zwei Lämmer, die am nächsten Morgen geschlachtet wurden. Am Sonntag nach der Messe wurde gemeinsam gekocht (Kanka, das typische Festessen) und gegessen.

Das schönste Fest und vielleicht auch eines meiner schönsten Erlebnisse hier in Bolivien war dann San Juan (Fest des hl. Johannes). Das Wochenende verbrachten wir in einem wärmeren Dorf nahe Cochabamba, wo das Diözesantreffen der Catequistas stattfand. Anlässlich der Festivitäten um San Juan wurde am Abend ein Lagerfeuer gemacht. Jede/r erhielt eine Kerze (ähnlich wie in Österreich in der Osternacht) und das Licht wurde geteilt. Anschließend gab es eine Segnung mit Wasser und nach dem Nachtgebet wurde zwei Stunden lang durch getanzt bis Sombreros und Sandalen einige Male flogen.

Meine Zeit hier in Bolivien ist auch schon fast um, und so bleibt mir nur noch, mich gut zu verabschieden und mich für dieses wunderbare Jahr und alles was ich lernen, erfahren und erleben durfte zu bedanken.

Que les vaya muy bien y hasta pronto en Austria.

Hannah

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4. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Mai 2017

Tanzen bis zum Umfallen

Mit Ende Februar hat sich unser kleines Team nochmals etwas verkleinert, wodurch sehr viel Arbeit entstand. Das hatte und hat noch immer eine schwierige, jedoch auch eine schöne Seite. Um nämlich nicht mehr nur zu zweit 300 Brote für die Woche backen zu müssen, kommen nun jeden Sonntagvormittag 5 Jugendliche zum Brotbacken. Zusammen geht das immer ruckzuck und es macht auch doppelt so viel Spaß neben Musik, Gelächter und Reden die Brote zu formen.

Die Fastenzeit ist dieses Jahr so schnell wie sonst nie vergangen, vielleicht auch weil sie zwei Wochen kürzer war, denn Carnaval (Fasching) wurde noch eine Woche länger gefeiert als in Österreich. Da wir für ziemlich viele Kommunitäten (Ortschaften) nur einen Pfarrer haben, wurde Ostern in Titagallo und den umliegenden Gemeinden bereits im Rahmen des Ostertreffens am Palmsonntagswochenende gefeiert. Von der Oberstufe blieben 20 Schüler an diesem Wochenende im Internat. Den Freitagnachmittag nutzten wir zum Vorbereiten unserer Präsentationen. Abends spazierten wir dann nach Huayku Arriba, zum Encuentro (Treffen). Am Samstag um 6 Uhr morgens fing der Tag mit einem Kreuzweg an, der von uns - dem Internat - vorbereitet wurde. Am Gipfel angekommen, wurde schließlich das Kreuz aufgestellt, das von drei Männern den ganzen Weg über getragen wurde. Nach dem Frühstück war der Vormittag mit Gruppenreflexionen und der anschließenden Ergebnispräsentation ausgefüllt. Mir wurde spontan die Gruppe der Kinder zugeteilt (0-10 Jahre): ausgerechnet die Gruppe, die nur Quechua spricht. Zum Glück begleitete mich einer der älteren Buben aus dem Internat als Übersetzer. Gemeinsam schafften wir es dann, am Ende ein kleines Theaterstück zu präsentieren. Am Sonntag fand schließlich die Ostermesse statt. Im Anschluss wurde im Kreis getanzt, bis einem fast schwindelig wurde, noch dazu mit immer gesteigerter Geschwindigkeit. Nach dem festlichen Mittagessen „Kanka“ (jede Familie aus der Kommunität schlachtete ein Schaf, dazu gab es Reis, Nudeln, getrocknete Kartoffeln, Salat) endete das Ostertreffen und wir kehrten müde aber voller Freude ins Internat zurück.

Ostern wurde so anders gefeiert, dass es mir fast nicht wie Ostern vorkam, noch dazu wo alles in Quechua war und ich somit relativ wenig verstand. Doch ein Wochenende gemeinsam mit den Jugendlichen, Nachbarn und dem Team zu verbringen hatte etwas Besonderes, etwas Österliches ...

Nach Ostern hörten die Feierlichkeiten nicht auf. In Bolivien wird neben Vater- und Muttertag nämlich auch der Tag des Kindes gefeiert. So wurde im Internat an diesem Tag ganz speziell gekocht und der Abend besonders gestaltet. Alle SchülerInnen der Oberstufe bereiteten dinámicas (Singspiele) und Gruppenspiele für die Kleinen vor. Als Preise gab es für die Gewinner immer etwas Süßes. Doch auch die Großen und wir vom Team erhielten kleine Naschereien. Die Spiele dauerten bis in die Nacht hinein, doch wir alle hatten so viel Spaß dabei, dass uns die späte Stunde gar nicht richtig bewusst war.

Da die Oberstufe einjährigen Geburtstag feierte und am 24. April des Gründers der Schule und des Internates, Mons. Angel Gelmi gedacht wurde, fanden weitere Feierlichkeiten statt. Das ganze Gelände wurde mit Girlanden geschmückt und nach der Messe fanden Präsentationen der einzelnen Schulstufen statt. Am Nachmittag spielte schließlich Internat gegen die Professoren der Schule Fotsal (Fußball auf Asphalt). In beiden Mannschaften (Mädchen und Buben) haben wir vom Internat immer haushoch gewonnen (15:3). Doch das ist auch nicht sehr verwunderlich gewesen, denn die Chicos trainieren schon seit einem Monat, um bei den anstehenden Sportmeisterschaften teilzunehmen.

Die Meisterschaften der Unterstufe fanden vor einer Woche statt. Qualifizieren konnten sie sich zwar nicht, aber wenigstens der 4. Platz ging sich aus. Wir fuhren auch einen Tag nach Tapacari (auch ein Dorf in der Region, in dem die Steyler Schwestern ein Internat führen), um unsere Fußballspieler zu unterstützen. Die Freude war groß und die Niederlage so auch schnell vergessen - Dazu kam, dass die Mädels an diesem Tag ein Match nach dem anderen gewannen.

So schnell wie die Zeit nun von Fasching an vergangen ist, bleibt mir hier wirklich nicht mehr viel Zeit. Doch der Mai verspricht schon einige tolle Unternehmungen, von denen ich euch im nächsten Rundbrief erzählen werde.

Cuidense y que les vaya muy bien

Hannah 

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3. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Jän 2017

Dieses Mal bekommen wir von Hannah einige Einblicke in die Alltagswelt und in die Glaubensüberzeugungen der Menschen. Außerdem lässt sie uns an ihren Erlebnissen rund um Advent und Weihnachten teilhaben.

Das Leben im Hochland ist hier ganz anders als auf dem Land in Österreich, ohne Elektrizität und aufgrund des großen Wassermangels auch ohne fließendes Wasser. Die meisten Menschen betreiben Landwirtschaft und sind Selbstversorger.

Generell liegt die Zahl der Katholiken in Bolivien bei rund 80%. In Titagallo ist die christliche Religion mit dem Wissen und der Achtung der „Pacha Mama", der Mutter Erde verbunden. So ist z.B. an Allerheiligen der Brauch einen Tisch mit "T´hanta Wawas" und „Mizkis" (Brot und Süßes) zu decken. In meinem letzten Rundbrief habe ich davon schon ein bisschen etwas erzählt. Nachbarn und Freunde kommen vorbei, um zu beten und gemeinsam das Lieblingsessen des Verstorbenen zu essen. Besonders wichtig sind hier auch die Marienverehrung und die Segnung durch den Pfarrer am Ende jedes Gottesdienstes mit Weihwasser und natürlich Musik!! ;-)

Wegen meines Visums habe ich den November wohl mehr in Cochabamba als in Titagallo verbracht. So kann ich leider nicht vom Schulschluss Ende November berichten, aber vom Kultur-Abend, den wir kurz vor Schulschluss veranstaltet haben ...

Die Kinder hatten sich in Gruppen organisiert und verschiedenste Tänze, Lieder und kurze Sketche einstudiert. Es wurden Nachbarn und Freunde aus Titagallo und den umliegenden Kommunitäten eingeladen und es wurde gemeinsam getanzt. Etwas später rief man die Geburtstagskinder der vergangenen drei Monate in die Mitte und jedem Geburtstagskind wurde von jedem persönlich gratuliert. Feliz Cumpleaños durfte natürlich auch nicht fehlen und schon nach 5 Minuten war alles mit weißen Konfetti bedeckt, die man hier üblicherweise Geburtstagskindern sowie frisch vermählten Paaren über das Haar streut. Als kleines verfrühtes Weihnachtsgeschenk bekam jedes Kind zum Abschluss ein Sackerl mit Süßigkeiten und Paneton. Ziemlich spät, einige der Kleinen sind bereits im Sesselkreis eingeschlafen, fielen wir dann alle um Mitternacht ins Bett. Für mich war dieser Abend einer der schönsten und lustigsten seit langem und ein schöner Abschied von meinen Chicos vor den Sommerferien.

Die Zeit in Cochabamba wurde aber auch nicht langweilig. So besuchten wir einmal am Abend die "tanzenden Wasser". Das sind Wasserfontänen in verschiedensten Formen, die mit bunten Lichtern beleuchtet sind. Dazu gibt es natürlich auch immer passende Musik. Zugleich war es auch ein schöner Jahresabschluss mit den Schwestern aus Titagallo.

Auch das Pendeln zwischen Titagallo wurde nie ermüdend. Einmal hatte der Bus einen Reifenplatzer, woraufhin der Chauffeur kurz anhielt, um den Schaden zu betrachten. Er beschloss, noch bis zur nächsten Werkstatt (die zum Glück nicht weit war), im Schritttempo weiterzufahren. Dort wurde der Reifen in weniger als 10 Minuten ausgetauscht. Das Ganze hat uns vielleicht eine halbe Stunde an Zeit gekostet, was mich wirklich sehr überrascht hat, denn in Österreich hätte man sicherlich eine Stunde verloren ...

Den Advent konnte ich mit den Kindern der Kommunität Titagallo genießen. Jeden Vormittag haben wir gemeinsam Kekse gebacken, Weihnachtslieder einstudiert, ein Krippenspiel vorbereitet, Film-Abende veranstaltet oder einfach nur Spiele gespielt. Im kommenden Jahr plant Sr. Viky jedes Wochenende etwas mit den Kindern zu unternehmen, ähnlich wie es bei uns in einer Jungschargruppe üblich ist.

An Weihnachten selbst sind wir schon früh morgens nach Pongo losgefahren, um den Padres dort Feliz Navidad zu wünschen. Gegen Mittag sind wir dann wieder nach Titagallo zurück und haben alles für die Ankunft der Katechisten vorbereitet. Eigentlich wollten die um 14.00 ankommen und gemeinsam kochen, aber bis 18.00 kam niemand. Deshalb fingen wir einfach selbst an, Buñelos (so ähnlich wie Bauernkrapfen) zu machen, weil wir den Kindern aus Titagallo Api (Maisgetränk) und Buñelos versprochen hatten. Gerade als die Kinder ankamen, trafen auch einige Katechisten ein, und in weniger als einer Stunde war der ganze Speisesaal voll. So hatten Buñelos und Api gerade für alle 80 Leute gereicht und nach dem Essen wurde bis Mitternacht gemeinsam gesungen und gebetet. Am nächsten Morgen wurde nach dem Morgenlob und dem Frühstück gemeinsam gekocht und außerdem die Spielzeuge sortiert. Nach dem Mittagessen fand schließlich die Christmette statt, in der auch das Krippenspiel und die Lieder mit den Tänzen der Kinder aufgeführt wurden. Nach der Messe wurden Spielzeuge, Popcorn und Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Die Freude über die Regalos (Geschenke) war groß und am späten Nachmittag haben sich schließlich alle verabschiedet und ihren Heimweg angetreten. Nach dem Aufräumen feierten wir zu Dritt noch etwas Weihnachten und sind dann auch ziemlich müde ins Bett gefallen.

Da in der nächsten Zeit niemand in Titagallo sein wird, werde ich nach Tapacari, einem Dorf ca. 40min von hier entfernt mit Schwestern leben und arbeiten. Ich bin schon gespannt auf diese Zeit und freue mich aber auch schon wieder sehr auf Mitte Jänner, wenn ich wieder nach Titagallo kann und die Schuleinschreibung beginnt.

Bis zu meinem nächsten Rundbrief wünsche ich euch Feliz Navidad, einen guten Rutsch und ein gesegnetes Jahr 2017

Ciao, que les vaya bien!

Hannah

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2. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, Jän 2017

Bolivien - ein Land mit vielen verschiedenen Farben

Im September 2016 ließ uns unsere „Missionarin auf Zeit"/ MaZ Hannah an ihren ersten Eindrücken aus Bolivien teilhaben. Jetzt kommt also der „1. offizielle Rundbrief"!

Ich heiße Hannah Rabl, bin 19 Jahre und komme aus St. Johann im Pongau (Salzburg). Derzeit ist meine Heimat Titagallo, ein Dorf im Hochland Boliviens.

Mein Einsatzort Titagallo befindet sich ca. 90km von Cochabamba entfernt auf 4000m Seehöhe. Hier leiten drei Steyler Schwestern das zur angrenzenden Schule gehörende Internat. Derzeit leben dort 56 „Kinder" im Alter von 6-19 Jahren, mit denen ich den Alltag, aber auch viele besondere Aktivitäten teilen darf. Morgens vor der Schule wird gemeinsam mit den Kindern Gemüse geschält, die Schlafsäle werden geputzt und die Tiere versorgt. Vormittags wird im Team für die Kinder gekocht und jeden Montag werden 300 Brote für die Woche gebacken. Am Nachmittag und Abend stehen sportliche Aktivitäten, Tischspiele, Musizieren, Lesen, Stricken und Hausübung machen auf dem Programm. Ich habe auch eine eigene Hausübungsgruppe der 3. Klasse Volksschule von meiner MaZ-Vorgängerin übernommen. Neben mühsamen Multiplikationen und Merkwörtern haben wir aber auch viel Spaß daran miteinander Lieder in Quechua und Castellano zu singen. Es gibt auch immer viel Gelächter, wenn mir die Fünf Quechua-Unterricht geben. Mittlerweile kann ich zumindest das „Ave Maria" auf Quechua beten ... J

Im Monat Oktober hat sich hier im Internat in Titagallo viel getan ...

Anfang Oktober wurden die zwei neuen Räume, das Musikzimmer und das Nähzimmer von Padre Erlindo gesegnet. Da die Mädchen gleich eifrig zu stricken beginnen wollten, uns aber noch Wolle fehlte, machten Sr. Roxana und ich uns mit sieben Mädchen auf den Weg zur Fería (Markt) im Nachbardorf. Voller Energie und Vorfreude erreichten wir innerhalb einer Stunde unser Ziel. Nachdem wir schöne Wolle und Kekse als Stärkung für den Rückweg gekauft hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Die immer näher rückende Schule ließ jedoch für die Mädels die Pinos (Bäume) immer interessanter werden. Und so schnell konnten wir gar nicht schauen, da befanden sich die Sieben in den Pinos. Für den Rückweg brauchten wir schließlich fast doppelt so lang und ziemlich müde erreichten wir am Nachmittag wieder das Internat. In die Schule mussten die Mädels an dem Tag übrigens nicht mehr gehen J!

Am Wochenende des „Tages der Weltkirche" (Weltmissionssonntag) fand in Pongo eine Wallfahrt zum Jahr der Barmherzigkeit statt. Wir entschieden uns, mit den Schülern der Secundaria (12-19 Jahre) daran teilzunehmen. Da von jeder teilnehmenden Gruppe ein kleiner Beitrag gefordert wurde, übten wir mit viel Leidenschaft und Engagement ein Theaterstueck zum Thema „Barmherzigkeit" ein. Am Freitagnachmittag machten wir uns dann auf nach Sayari, dem Treff- und Startpunkt. Von dort aus marschierten wir begleitet von Gebeten und Liedern auf Spanisch, Quechua, Portugiesisch und Aymara ins 8km entfernte Pongo. Dort angelangt, durften wir endlich nach dem Abendessen unser Theaterstück aufführen. Es war ein großer Erfolg und für die Kids, und auch für uns als Team, ein unvergessliches Erlebnis. Am nächsten Morgen ging es schon früh, um halb sechs wieder weiter. Gemeinsam wanderten wir die Kreuzwegstationen entlang auf den Berg hinter der Kirche hinauf zum Gipfelkreuz. Nach dem Frühstück gab es noch Gelegenheit zur Beichte, die die Firmlinge von Titagallo eifrig nutzten. Schließlich beendete eine Messe dieses ereignisreiche Wochenende.

Jetzt kurz vor Allerheiligen ist es auch hier in Bolivien üblich Brot zu backen, jedoch nicht so wie bei uns den Allerheiligen-Striezl, sondern Wauwas (Babys) und andere Figuren aus Brot, die die toten Angehörigen verkörpern sollen. So verbrachten wir den letzten Nachmittag vor den Feiertagen mit den Kindern in der Bäckerei von Titagallo und jeder durfte sein Brot, sein Wauwa für zu Hause backen. Ich habe mich auch an einem Wauwa versucht, bin aber zu dem Schluss gekommen, das Striezl machen wesentlich einfacher ist... J!

In meinen ersten drei Monaten hier in Bolivien habe ich schon viel erlebt. Der Alltag ist definitiv „anders" als in Österreich. Manches ist einfacher, anderes schwieriger, wie z.B. das tägliche Wasser holen, das Kartoffelschälen, die Kulturunterschiede, die Sprache. Aber dieses „anders" heißt nicht gleich schlechter und mit der Zeit gewöhnt man sich auch an die Unterschiede. Und so genieße ich mit den Kids nun noch den letzten Schulmonat vor den Sommerferien, die hier im Dezember und Jänner sind. Ich bin schon gespannt auf die pastorale Arbeit in diesen beiden Monaten, die Erstkommunion, Weihnachten und die Firmung. Ich freue mich auf das kommende Schuljahr mit „meinen Chicos (Kindern)" J!

Hannah

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„Das Wunder sich selbst zu finden" - MaZ-RückkehrerInnen berichten

Vor einigen Wochen war es wieder so weit: Drei in diesem Sommer von ihrem Einsatz zurückgekehrte „MissionarInnen auf Zeit"/(MaZ-lerInnen) aus Österreich und Ungarn haben sich auf den Weg nach Salzburg, genauer gesagt nach Bischofshofen gemacht, um dort in St. Rupert, dem Missionhaus der Steyler Missionare  ein Wochenende mit Reflexion, Auswertung und Austausch zu verbringen. Die  MaZ-RückkehrerInnen hatten Zeit für den  Erfahrungsaustausch untereinander und konnten einander Anregungen geben, wie sie in Zukunft als MultiplikatorInnen in ihrer Heimat die MaZ-Vision von der „Einen Welt" leben und in ihren Alltag integrieren können.

Rahel und Riccarda, zwei junge Frauen aus Österreich und Victor aus Ungarn haben ihr MaZ-Jahr in Argentinien, St. Kitts (eine kleine Insel in der Karibik) und in Indonesien verbracht. Begleitet von Sr. Hemma, P. Severin und Sr. Christina haben sie sich viele Fragen bzgl. ihres Einsatzes gestellt und erzählt, wie sie sich in der Zwischenzeit auch wieder in ihrem Alltag in den Heimatländern zurechtgefunden haben. Wieder gut und mit „ganzem Herzen" in der Heimatkultur anzukommen, ist ein spannender und nicht immer ganz leichter Prozess. Wir haben im Austausch beeindruckende Fotos gesehen und Schilderungen von Lebensschicksalen gehört, die uns alle sehr berührt haben. Nun sollen die jungen Leute selber zu Wort kommen:

Die 20-jährige Riccarda aus Oberösterreich, die derzeit eine Ausbildung zur Volksschullehrerin absolviert, fasst ihre Zeit auf St. Kitts zusammen:

Als ich ankam, wurde ich mit einer solchen Freude und Gastfreundschaft willkommen geheißen, dass ich sofort wusste, dieses Jahr würde einmalig werden. Meine Aufgabe war es, 17 Kinder im Alter von 4-5 Jahren zu unterrichten und auf die Volksschule vorzubereiten, d.h. ihnen Buchstaben und Zahlen beizubringen, sowie ihnen zu zeigen, den eigenen Namen zu schreiben. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten unter anderem die Kultur, die Sprache und das Klima betreffend, hatte ich die Kinder schnell ins Herz geschlossen und konnte mir keinen Tag mehr ohne sie vorstellen."

Victor aus Ungarn hat ein Jahr auf der indonesischen Insel Flores in einem Kinderheim gearbeitet, in dem hauptsächlich missbrauchte Mädchen ein neues Zuhause gefunden haben:

„Für mich war das Jahr ein Wachsen im Glauben und im Aufbau von Kontakten mit Menschen. Wenn ich jetzt das Wort LEBEN höre, denke ich immer wieder an die Kinder im Heim. Eigentlich habe ich die wirkliche Bedeutung des Wortes Leben erst dort gelernt. Hier in Europa leben wir im „Reichtum", aber dort ist jeder Tag ein neuer Kampf ums Überleben. Es war eine sehr berührende Erfahrung zu sehen, dass diese Mädchen ihre Hoffnung nie verloren haben. Sie haben im Heim neuen Mut, Motivation und Kraft bekommen. Auf einem Teil des MaZ-Logos ist ein Flügel zu sehen, als Symbol für den Frieden, für neue Freundschaften und auch für neue Perspektiven. Obwohl es jeden Tag so viele Tragödien gibt, herrscht im Land ein Gefühl des Friedens. Ich kann es nicht richtig beschreiben, man muss da sein, um es zu spüren. (...) Vor einem Jahr wusste ich nicht, was mich erwarten wird. Nichts. Aber jetzt kann ich sagen, dass jeder Tag ein Wunder war. Es war wie ein Wunder, eine ganz neue Kultur kennen zu lernen, mit Menschen zu reden und zu helfen. Ich konnte Freude in der Armut sehen. Und ein Wunder war es auch mich selbst zu finden."

Rahel aus Vorarlberg war für ein Jahr in Argentinien. Ihr Einsatzort war in Floresta, einem Stadtteil von Buenos Aires. Sie erzählt von ihrer Arbeit in einer Schule, die dort von unseren Schwestern geführt wird:

„Ich arbeitete von montags bis freitags in der Schule als „Preceptora" (Erzieherin) der „primaria" (1. bis 7. Schulstufe). Bei dieser Tätigkeit ging es hauptsächlich darum, SchülerInnen zu helfen, wenn es ihnen nicht gut geht oder sie etwas brauchen. Unser Team bestand aus vier Leuten. Wir wurden täglich mit Kinderkrankheiten, Verletzungen, Nasenbluten, Bauch- und/oder Kopfschmerzen konfrontiert. Zum Glück hatten wir nicht nur Kranke und Verletzte, die zu uns ins Büro kamen, sondern auch Kinder, die etwas verloren hatten, einen Ball zum Spielen ausleihen wollten oder Kopien brauchten. Ich mochte diese Arbeit besonders, da die Kinder gerne zu uns kamen und sie uns sehr viel Vertrauen schenkten, da sie wussten, dass wir ihnen helfen.

Am Samstag ging ich mit einer Postulantin (Anwärterin für das Ordensleben) nachmittags in ein Armenviertel. Wir halfen dort bei den Firm- und Erstkommunionsvorbereitungen. Die Eltern dieser Kinder und Jugendlichen waren fast alle aus Paraguay eingewandert und erhofften sich in Argentinien ein besseres Leben. Nur eine halbe Stunde mit dem Bus vom Wohnort der Schwestern entfernt, war das Leben in diesem Armenviertel komplett anders. Im Zentrum dieses Armenviertels war ich nie, nicht mal die, die da wohnen waren da. Da befinden sich nur noch kleine Gassen. Es gibt dort sehr sichtbare Armut und sehr viel Kriminalität. (...) Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Man sieht die Dankbarkeit in den Augen der Kinder. Ich durfte über mich hinauswachsen und ich lernte neue Freunde, ein neues Land kennen. Und ich lernte was es heißt mit ganz wenig glücklich zu sein. Vor allem konnte ich auch neue und mir davor unbekannte Einblicke in das religiöse Leben gewinnen. Ich lernte, dass den Glauben auszuleben nicht nur heißt, in der Kirche zu sitzen und zu beten, sondern dass „Glauben leben" geschieht, wenn man einander hilft, wenn man jemanden zum Lachen bringt oder wenn man Menschen, die alleine sind, Gesellschaft leistet."

Für uns als BegleiterInnen ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wie sehr so ein MaZ-Jahr junge Menschen verändert und in ihrer Persönlichkeit wachsen und reifen lässt. Riccardas Worte sind nur ein Beispiel dafür:

„So kann ich sagen, dass ich dieses Jahr nicht nur im Glauben gewachsen bin, sondern auch meine Persönlichkeit gereift ist. Ich wurde offener gegenüber anderen Kulturen und kann mich nun besser in die aktuelle Situation der Flüchtlinge hineinversetzen, was es bedeutet, sein Heimatland zu verlassen und in ein völlig fremdes Land zu kommen. Ich lernte die kleinsten und selbstverständlichsten Dinge wieder zu schätzen. Ein Jahr voller reicher Erfahrungen und Erlebnissen liegt hinter mir und ich bin von tiefstem Herzen dankbar und glücklich!"

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1. Rundbrief aus Bolivien von Hannah, September 2016

Erste Eindrücke aus Bolivien 

Am 12. August kam ich müde aber gut bei meiner Gastfamilie in Cochabamba an. Hier besuchte ich erst noch für drei Wochen einen Sprachkurs, denn mein Spanisch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich vorhanden... 

Neben der Schule blieb aber auch noch genügend Zeit, mit den anderen Schülern und meiner Familie Cochabamba etwas näher kennenzulernen. So besuchten wir einen Salteñas & Emapanadas-Kochkurs und gingen zum „Christo", der nebenbei bemerkt grösser ist als die Christusstatue in Rio de Janeiro. Mit meiner Familie durfte ich auch die Feierlichkeiten der „Virgen de Urkupiña" miterleben, für die extra Tanzgruppen aus ganz Bolivien angereist waren.  

Die Zeit in Cochabamba verging viel schneller als gedacht und so reiste ich am ersten Septemberwochenende mit einem weinenden und einem lachenden Auge nach Titagallo. Die ersten zwei Tage hier musste ich leider mit viel Kokatee im Bett verbringen, da mir die Höhe zu schaffen machte, aber mittlerweile kann ich alles sehr genießen.  

Die Steyler Schwestern führen hier auf über 4.000m eine Schule mit Internat für die Kinder, die von den Bergen ringsum kommen. 

Während der Woche wird vor dem Frühstück mit den Kindern gebetet und vormittags gekocht, Brot gebacken oder das Haus geputzt. Am späten Nachmittag stehen dann Hausaufgaben machen, Volleyball und Basketball Matches, Musizieren, Spielen oder Gemüse schälen und Tiere versorgen auf dem Programm. Am Wochenende nütze ich die Zeit, um mit dem Padre und den Katechistas Familien in ihren Gemeinden zu besuchen, oder ich fahre mit den Schwestern nach Cochabamba, um Gemüse für das Internat zu kaufen.  

Soweit ein kleiner Einblick in meinen Alltag in der Altura Boliviens.  

Que les vaya bien und bis zum nächsten Mal! 

Hannah 

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MaZ-Blockseminar in Steyl

Am Dienstag, 12.7.2016, habe ich mich auf den Weg nach Mönchengladbach gemacht, wo unser letztes Seminar vor dem MaZ-Einsatz startete. Dort lernte ich erstmals die deutsche MaZ-Gruppe kennen, 13 wirklich liebenswerte junge Frauen, mit denen die Vorbereitung gleich doppelt so viel Spaß machte.

Die ersten beiden Tage verbrachten wir noch in Mönchengladbach bei den Steyler Missionsschwestern  im "TaK" (Treff am Kappellchen) und beim Nachbarschaftsfest, für das wir im Vorhinein fleißig Kuchen gebacken haben. Donnerstag Abend ging´s dann auf nach Steyl, ins so genannte "Mutterhaus" der Schwestern, wo wir mit unserer intensiven MaZ-Vorbereitung starteten.

Das Programm war sehr abwechslungsreich gestaltet. Wir hörten von Themen wie Missionsgeschichte oder Oscar Romero, durften selbst eine Länderausstellung zu unseren Einsatzländern gestalten und erfuhren auch sehr viele praktische Tipps zum Thema Kulturschock, meine Grenzen und der medizinischen Versorgung.

Selbst ernsthafte Themen wie etwa die „Do´s and Dont´s" während des MaZ-Einsatzes wurden in sehr lustigen Rollenspielen erarbeitet und veranschaulicht. Zwischendurch sorgten ein Kulturabend, Gruppenspiele, Sprachanimationen und der Austausch mit anderen MaZlerInnen sowie den betagten Schwestern der St. Anna-Abteilung für Auflockerung.

Eine neue, aber auch sehr lehrreiche und intensive Erfahrung waren für mich die zwei Exerzitientage. Gestärkt durch einen kleinen Salbungs- und Sendungsgottesdienst, die neuen Freundschaften und den guten Zuspruch unseres MaZ-Teams, bin ich nun schon sehr gespannt auf meinen Einsatz und freue mich schon auf den 11. August. 

Hannah (MaZ-lerin 2016/17)

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4. MaZ-Rundbrief aus St. Kitts/Karibik von Riccarda, Mai. 2016

Hi everybody!

What's up?
Also bei mir hat sich schon wieder einiges getan, daher fange ich mal gleich an zu erzählen:

Über den ganzen Monat Februar hatten wir eine Praktikantin an der Schule, Teacher July. Sie absolviert gerade den Bachelor für "Early Childhood Education". Neben dem Unterrichten einer Klasse war es auch ihre Aufgabe, einen Elternabend bzw. Workshop (Healthy Snacks) und einen "Walk-A-Thon" zu veranstalten. Das bedeutet, es wurde Geld für die Schule gesammelt und im Gegenzug dazu sind die Kinder durch Molineux marschiert. So haben sich am 20. Februar alle Kinder mit ihren Eltern, Verwandten und Freunden um 7 Uhr bei der Schule versammelt und wir sind dann tanzend und singend durch Molineux marschiert. Da schlugen auch manche Elternherzen höher, als so manch bekanntes Kinderlied aus deren Kindheit gesungen wurde.

Mit "Ash Wednesday" hat auch hier die Fastenzeit begonnen. Gemeinsam mit den Kindern wurde eine Messe gefeiert, wo jeder sein Aschenkreuz bekam. Ganz andächtig standen sie vorne beim Altar, als Sister Julita ihnen das Aschenkreuz auf die Stirn malte und sagte "Jesus loves you so much!".

Auch für mich war die Fastenzeit gefüllt mit verschiedensten Aktivitäten, von den Kreuzwegstationen bis hin zur "Lenten Mission", die jeweils eine Woche lang in einer Pfarre gehalten wird. Da es vier katholische Pfarren in St. Kitts gibt, hat das Ganze 4 vier Wochen lang gedauert. Begonnen wird mit einer halben Stunde Lobpreislieder singen und anschließend wird ein Vortrag gehalten. Father Frank kam extra aus Antigua, um an der "Lenten Mission" mit seiner Predigt die Menschen auf Ostern vorzubereiten und wahrlich zu begeistern. Ihr könnt euch das Ganze wie ein Konzert vorstellen: bei lauter Musik wird singend durch die Kirche getanzt und dabei umarmen die Leute sich und sagen einander zu: "God loves you!"

Am Palmsonntag bin ich mit Sister Julita in die Stadt gefahren, um dort mit ALLEN Christen den Einzug in Jerusalem zu feiern. Ich betone ganz bewusst alle Christen, denn es haben sich Gläubige der unterschiedlichsten christlichen Konfessionen auf dem Stadtplatz versammelt, um dort gemeinsam zu singen und zu beten. Nach der Segnung der Palmzweige sind alle zusammen singend und die Zweige schwingend durch Basseterre marschiert und an den Kreuzung bog dann jeder zu seiner Kirche ab, um dort den Gottesdienst zu feiern. Bei den Katholiken ging der Bischof voran. Er hat immer wieder neue Lobpreislieder angestimmt, sodass wir alle außer Atem waren, aber mit Freude im Herzen in die Kathedrale einzogen.

Der Gründonnerstag wurde mit allen Katholiken in der Kathedrale gefeiert. Beeindruckend war, dass der Bischof ganz bewusst auch Frauen für die Fußwaschung ausgewählt hatte. So saßen 12 dunkel- und hellhäutige Frauen und Männer vorne beim Altar und bekamen vom Bischof die Füße gewaschen. Bei der darauffolgenden Anbetung kniete sich der Bischof neben mich, was für eine Ehre! ;)

Der Karfreitag hat für mich früh begonnen. Um 6 Uhr starteten die Leute von zwei Pfarren, darunter Sister Margaret und ich, einen 3-Stunden Marsch von Old Road nach Sandy Point.
Zwischendurch blieben wir immer wieder einmal stehen, um die Kreuzwegstationen zu beten.

Die Osternacht und der Ostersonntag werden ziemlich ähnlich wie bei uns gefeiert, nur sehr viel lebendiger. Selbst die Stillsten und Schüchternsten begannen im Takt der Musik zu tanzen. Nach einer 3-stündigen Auferstehungsmesse gab es dann noch ein gemeinsames Osterfrühstück und ein kleines Ostergeschenk von den Schwestern ;)

Mit Ostern hatten für mich auch die Osterferien begonnen und ich konnte St. Kitts einmal gründlich unter die Lupe nehmen. So lieh ich mir eines Morgens das Auto der Schwestern und fuhr mit einer Freundin Chris durch ganz St. Kitts. Wir sind an den verschiedensten Plätzen stehen geblieben, haben Fotos geschossen und sin mit Menschen ins Gespräch gekommen, die mir die „wildesten Geschichten" über die einzelnen Plätze erzählten.

Gerade zu dieser Zeit fand auch ein Fußballspiel in Basseterre: St. Kitts gegen Antigua. Natürlich haben Chris und ich uns das nicht entgehen lassen und sind dann schließlich an einem Dienstagabend mitten unter jubelnden Kittitianer gesessen; St. Kitts hat selbstverständlich gewonnen;)! Nach dem Spiel wurden wir noch in den VIP Bereich eingeladen, wo wir einen "Local Artist" kennenlernten und uns mit ihm lange und gut unterhalten haben. Was würden viele Mädchen nur dafür tun, um von ihm ein Autogramm zu bekommen.. :D

Wie kann man Menschen eine Kultur näher bringen? Beispielsweise mit traditionellem Essen. Daher habe ich unsere Schulköchin gebeten, mich im Zubereiten traditioneller Gerichte zu unterrichten. So haben wir in den Ferien einen ganzen Tag die Schulküche in Beschlag genommen und gekocht, gebraten und gebacken, sodass ich euch zu Hause dann einmal mit einem kittitianischen Gericht überraschen kann ;)

Als am 11. April die Schule wieder begonnen hat, haben wir wieder zwei neue Kinder bekommen, Jhosiah (2) und Jayden (3). Schon langsam wird es eng in der "Holy Spirit Catholic Preschool", aber es ist schön zu wissen, dass diese Schule einen guten Ruf hat und die Eltern ihre Kinder gerne zu uns schicken. Das macht einen schon auch ein bisschen stolz ;)

Take care!
Eure Riccarda

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3. MaZ-Rundbrief aus St. Kitts/Karibik von Riccarda, Feb. 2016

tl_files/missionsschwestern/file_uploads/maz/16_02_st_kitts3.jpg„Was es alles gibt in der Karibik!" 

Hallo zusammen!

Kaum zu glauben, dass schon wieder zwei Monate vergangen sind, seit dem ich euch das letzte Mal einen Rundbrief geschickt habe. Es hat sich auch einiges getan. Also wo fange ich nur an... ;)

Von 4. Dezember bis 4. Jänner waren Schulferien, d.h. ich hatte Zeit, ein wenig zu reisen und mir die Karibik genauer anzusehen. So fuhr ich am 17. Dezember mit zwei amerikanischen Freunden auf die "Schwesterinsel Nevis" (so zusagen die zweite Hälfte unseres Inselstaates St. Kitts und Nevis). Nach einer 50 minütigen Schifffahrt erreichten wir die deutlich kleinere Insel. Wir hatten mit dem Pfarrer von Nevis, Father Lorenz, Kontakt aufgenommen. Er bot uns an, die Insel uns zu zeigen, was wir dankend annahmen.

Zuerst brachte uns Fr. Lorenz zu einer Grotte. Das Wasser kommt aus den Quellen des Vulkans und wird von selbigem erhitzt. Ich schreibe ganz bewusst "erhitzt", denn es hatte tatsächlich eine solche Hitze da drinnen und das Wasser war so heiß, dass man es sich kaum vorstellen kann. Schließlich haben wir uns aber daran gewöhnt und sind sogar mit den Beinen im Wasser umher gewatet.

Ein Besuch im berühmten "Botanical Garden" und "Hermitage Greathouse" (ältestes Haus der Karibik aus dem Jahr 1670) durfte nicht fehlen. Nach einem Mittagessen am Strand bummelten wir noch durch die Hauptstadt Charlestown und fuhren mit der Fähre am späten Nachmittag wieder zurück nach St. Kitts, wo ich noch meine Koffer packen musste für meine Reise nach Antigua.

Tags darauf ging es dann für zwei Wochen nach Antigua (Anm.: Der Inselstaat Antigua und Barbuda, gehört wie St. Kitts und Nevis zum  Commonwealth). Nach einem turbulenten 20-Minuten-Flug landetet ich mit einer Stunde Verspätung in Antigua. Man erklärte mir später, dass LIAT, die karibische Fluggesellschaft, für "Leave Island Any Time" steht :D Na dann hatte ich ja nochmals Glück mit einer Stunde Verspätung J!

In Antigua verbrachte ich Weihnachten mit den Steyler Schwestern vor Ort. Einerseits half ich ihnen bei ihren täglichen Aufgaben, wie z.B. Hausbesuche oder Verpacken von Weihnachtsgeschenken für bedürftige Leute, andererseits hatte ich auch Zeit, mir die Insel anzusehen, wie z.B. die Hafenstadt "English Harbour" oder die "Devil's Bridge", von der einst die Sklaven ins Wasser gesprungen sind, um nach Afrika zurückzuschwimmen.

Natürlich durften Besuche an den weißen, traumhaften Sandstränden nicht fehlen. Es kam mir vor, als betrachtete ich Bilder in einem Reise-Katalog, einfach unbeschreiblich!!

Antigua hat durch die Kolonialzeit einen großen Anteil an Spanischsprachigen BewohnerInnen. Es gibt sogar jeden Sonntag eine spanische Messe. Nur zu Weihnachten wurden alle Messen zu einer zusammengelegt und da mich manche schon kannten, winkten sie mir zu und sagten, ich sollte mich doch zu ihnen setzen. So saß ich am Heilig Abend unter Spanischsprechenden und versuchte die Messe mitzufeiern, während um mich herum Spanisch gebetet wurde:D

Daheim in Österreich ist es üblich, Weihnachten mehr als ruhige und besinnliche Zeit zu feiern. In Antigua hingegen wird vom 22. Dezember bis zum 26. Dezember mit lautstarker Musik und Bergen von Essen gefeiert. Das Haus der Schwestern befindet sich direkt neben einem Stadium, indem die Menschen ausgelassen gefeiert haben, sodass das ganze Haus dröhnte und an Schlaf nicht zu denken war... So war ich doch froh, als ich am 31. Dezember zurück nach St. Kitts fliegen konnte, um dort etwas ruhiger Silvester zu verbringen ;)

Als ich zurückkam, war ganz St. Kitts im Karneval-Fieber. Auch ich ließ mich anstecken und verbrachte die Tage in der Stadt, um die Kinder- und Neujahrsparade zu sehen. Laute Musik, bunt schillernde Kostüme, Tanz - so könnt ihr euch den Karneval hier vorstellen, einfach mitreißend :)) Schaut euch einfach die Bilder an: die sagen mehr als tausend Worte!

Am 4. Jänner hat dann wieder die Schule begonnen und mit ihr bekamen wir einen neuen Schüler und eine neue Schülerin, Jahaziel und Lawanique.

Von 25. - 29. Jänner fand die "Catholic Schools Week" statt. Neben zahlreichen Veranstaltungen wurde auch ein "Catholic Schools March" durchgeführt, bei dem alle katholischen Schulen von St. Kitts mit Trommeln und Rufen durch die Stadt marschierten. Auch meine Schule "Holy Spirit Catholic Preschool" war dabei. Wir waren eindeutig ein „Highlight" des Zuges, denn wir verkleideten einige Kinder als Polizisten, Postman, Krankenschwester, Feuerwehrmann, Nonne und Priester und auch die traditionelle Kleidung durfte nicht fehlen;) Die Kinder tanzten und marschierten fleißig im Takt der Trommeln. Das Fernsehen war dabei und am Abend waren wir sogar in den Nachrichten zu sehen. Da fühlte ich mich doch, als wär ich eine von ihnen...

Ganz liebe Grüße und bis bald

Eure Riccarda

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2. MaZ-Rundbrief aus St. Kitts/Karibik von Riccarda, Dez. 2015

"Teacher Riccarda, me too!" - Good day to everyone!

Wow, wie die Zeit vergeht! Ich lebe, bete und arbeite hier in St. Kitts, ganz nach dem Motto von MaZ, nun schon seit  vier Monaten. Ein Grund, warum es mir vorkommt, als würden die Monate nur so an mir vorbei rasen, ist sicher, dass ich in vielen Dingen involviert bin und einen gefüllten Tagesplan habe. Aber das stört mich auch nicht, denn ich liebe meine Aufgaben hier. Ich kann es nur immer wiederholen: Gott hat mich definitiv an den richtigen Ort gesandt :)

Nun will ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen und von meinem Leben hier in St. Kitts berichten:

Die Woche beginnt mit dem Sonntag. Sonntag ist der Tag, an dem ich ein bisschen länger schlafen kann, denn das Morgengebet der Schwestern beginnt erst um 8.00 Uhr. Anschließend wird gemeinsam gefrühstückt. Um 10.00 Uhr läutet
Sr. Odila bereits die Glocken zur Messe, die allerdings erst um 10.30 Uhr beginnt. Das ist nötig, weil sonst die Bewohner von Molineux die Messe verpassen würden; Kittitianer haben nämlich einen anderen Zeitbegriff als wir. Grundsätzlich kann man sagen, dass alles 15-20 Minuten später beginnt, als zur geplanten Zeit. Ich habe das Haus in den ersten Wochen um 10.25 Uhr verlassen, um rechtzeitig zur Messe zu kommen und  war immer die ErsteJ. Mittlerweile weiß ich, dass ich, wenn ich das Haus um 10.35 Uhr verlasse, immer noch zu den Ersten zähle, aber so kann ich mich noch auf das Feiern einstellen, bis die anderen irgendwann einmal eintrudeln.

Die Messe wird hier sehr lebhaft gefeiert. In Österreich würde ich mal sagen, dass man versucht, ruhig die Messe mit zu verfolgen. Hier in St. Kitts funktioniert das gar nicht, denn alleine durch die Lieder wird man dazu motiviert, mit dem Fuß mit zu wippen. Es wird also mit dem ganzen Körper gebetet und Hände und Füße sind selten still. Auch bei der Predigt werden alle mit einbezogen. Die Menschen kommentieren, erzählen von ihren Erfahrungen oder stimmen einfach mit einem "Amen!" zu. Da kann es schon vorkommen, dass die Messe 2 Stunden dauert ;)

Sonntagnachmittags trifft sich dann noch die Youth-Group. Dazu gehören alle Jugendlichen der Pfarre. So kam ich dazu, auch Menschen meines Alters kennen zu lernen und neue Freunde zu gewinnen. Wir unternehmen gemeinsam etwas, sei es, dass wir ins Kino gehen, an den Strand fahren, wandern gehen etc. Wir beten gemeinsam, diskutieren über Bibelstellen oder besuchen die alten und kranken Leute in der Pfarre. Mein Sonntag endet dann mit dem Abendgebet bei den Schwestern.

Unter der Woche beginnt jeder Tag mit einer Morgenmesse um 6.30 Uhr. Da ich ja mit den Schwestern mit-lebe, nehme ich auch an allen ihren Gebeten teil, d.h. wir treffen uns jeden Abend um 18.00 Uhr zum Abendgebet. Sollte mal was dazwischen kommen, ist das Gebet privat, d.h. jede betet für sich alleine, wann und wo sie will. Für die Vorbereitung der Gebete oder Messen ist immer eine Person zuständig. Das wechselt wöchentlich. Genauso ist es mit dem Kochen. Jede Woche ist jemand anderer dran, das bedeutet also, eine Woche lang gibt es Gerichte aus Indonesien, die andere Woche wird österreichisch gegessen, dann kommen die Gerichte aus Papua Neuguinea und schließlich aus Brasilien dran. Das Wiener Schnitzel hat allen besonders gut geschmeckt;

Neben den vielen kleinen Aufgaben im Alltag ist meine Hauptaufgabe hier das Unterrichten in der "Holy Spirit Catholic Preschool". Es ist eine Vorschule, die von den Schwestern vor fünf Jahren gegründet wurde. Neben einem Gärtner, einem Reinigungsmann und einer Köchin geben drei Lehrerinnen ihr Bestes, um 29 Kindern Bildung zu ermöglichen. Ich unterrichte gemeinsam mit Teacher Vashney die 15 ältesten Kinder (4-5 jährigen), die nach diesem Jahr die Schule verlassen werden.

Der Tagesablauf an der Vorschule schaut wie folgt aus:

Ab 7.30 Uhr können die Kinder gebracht werden. Bis spätestens 8.30 Uhr sollten alle Kinder eingetroffen sein, damit mit der "Devotion Time" begonnen werden kann. Wer die Kittitianer kennt, weiß allerdings, dass vor 9.00 Uhr nicht alle Kinder da sind ;)

Teacher Vashney und ich versuchen uns trotzdem, so gut es geht, an den Zeitplan zu halten, damit die Kinder genügend Zeit sowohl zum Spielen als auch zum Lernen haben.

Die "Devotion Time" beginnt mit einem Morgengebet: "Jesus, help me to be a good boy and a good girl. Amen." Naja, ob sie das wirklich so verinnerlichen, weiß ich nicht, denn es gibt Tage, wo ich manchmal am Verzweifeln bin, aber dazu später ;)

Nach dem Morgengebet werden einige Lieder gesungen, eventuell eine Gute-Werte-Geschichte erzählt und der Tag besprochen.

Anschließend werden die Kinder aufgefordert, sich einen Sessel zu nehmen und an den jeweiligen Tisch zu setzen. Jede Lehrerin hat ihre eigenen Kinder, auf die sie speziell achtet und die sie im weiteren Tagesverlauf unterrichtet. Ich bin für sechs Kinder verantwortlich. Sobald also meine Kinder am Tisch sitzen, geselle ich mich zu ihnen, denn nun ist es an der Zeit, gemeinsam zu planen. Mit Hilfe eines Spiels erzählt mir jedes Kind, in welchem Bereich es heute gerne spielen möchte und schildert mir seinen Plan für sein Vorhaben. Es gibt Möglichkeiten für  Musik-, Bau-, Küchen-, Mal-, Schreib-, Buch-, Spielzeug- und Verkleidungsecke, in denen die Kinder bis 9.45 Uhr Zeit haben, ihren Bedürfnissen nach zu gehen. Wir nennen es "Area Play Time".

Danach ist "Clean Up Time" und das ist auch bitter nötig, denn nach der Spielzeit schaut es aus, als hätte „eine Bombe eingeschlagen"J.

Befindet sich alles wieder an seinem Platz, setzen sich die Kinder an ihre Tische, um mir oder Teacher Vashney in der "Recall Time" zu erzählen, was und mit wem sie gespielt haben.

Anschließend stärken sich die Kinder mit einem kleinen Snack, bevor um 10.30 Uhr die "Small Group Activity" beginnt. Ich habe wieder meine sechs Kinder und erlerne nun mit ihnen gemeinsam spielerisch beispielsweise das Alphabet oder wir starten erste Versuche, den eigenen Namen zu schreiben.

Nach einer halben Stunde voller Konzentration haben sich die Kinder definitiv eine halbe Stunde "Outdoor Play" verdient. Da werden sogar die stillsten Kinder zu „wilden Tieren" und schreien und rennen, was das Zeug hält.

Um 11.30 Uhr werden die Kinder mit dem Lied "Inside Time We Go" aufgefordert, zurück ins Haus zu gehen und sich für die "Lunch Time" an den Tisch zu setzen.

Anschließend ist bis 14.00 Uhr "Nap Time". Je schneller die Kinder also einschlafen, eine desto längere Mittagspause haben wir. Es kann sein, dass um 13.00 Uhr schon alle schlafen, aber auch, dass uns Lehrerinnen  nur 15 Minuten Zeit zum Essen bleibt. Kommt ganz drauf an, ob die Kinder erschöpft sind oder vielleicht doch der Bettüberzug interessanter zum Versteckspielen ist ;) Wenn es Zeit zum Aufwachen ist, hat man den ganzen Ärger, den man vielleicht vorher mit den Kindern hatte, vergessen, denn nach dem Aufwachen sitzen die Kinder verschlafen und orientierungslos am Boden und warten darauf, dass du ihnen beim Anziehen hilfst. Und dort und da kann man ein "I want my mommy!" hören.

Nach einem kleinen Snack treffen sich dann beide Klassen zur "Large Group Activity" im Garten. Hier werden zum Abschluss des Tages verschiedene Kreisspiele gespielt. Es ist entzückend anzusehen, wie nun die älteren Kinder in die Erwachsenenrolle schlüpfen und sich fürsorglich um die jüngeren Kinder kümmern. Ab 15.30 Uhr können die Kinder wieder abgeholt werden.

Nach einem langen Schultag komme ich oft erschöpft, aber mit einem Lächeln nach Hause. Auch wenn es Momente im Schulalltag gibt, wo es zum Haare raufen ist, so lieben dich die Kinder und rennen dir nach oder rufen dir nach, wenn es Zeit zum nach Hause gehen ist "Bye Teacher Riccarda!".

Sie wollen wirklich, dass du stolz auf sie bist, dass du ihnen Aufmerksamkeit schenkst. Ein Beispiel: Nayan sitzt ordentlich und still in seinem Sessel und wartet darauf, seine Aufgabe zu erhalten. Ich lobe ihn dafür, als schon vom anderen des Tisches ein "Teacher Riccarda, me too!" kommt. Malik der vorher noch mit Jahzani lautstark diskutiert hat, sitzt jetzt nun andächtig in seinem Sessel und strahlt mich an.

Ich habe gelernt, wie ich die Aufmerksamkeit der Kinder bekomme. Denn auch wenn ich eine ausgebildete Kindergartenpädagogin bin, so ist das hier doch eine andere Kultur und somit gelten auch andere Erziehungsmethoden. Ich habe gelernt, wann es wichtig und richtig ist, konsequent zu sein und einzufordern, was ich haben möchte und wann es am besten ist, das Klassenzimmer einfach zu verlassen und nicht den Kindern wortwörtlich hinterher zu laufen. Das ist ermüdend für mich und die Kinder erhalten das, was sie wollen, nämlich Aufmerksamkeit. Drehe ich ihnen aber den Rücken zu, so kommen sie ganz schnell runter und setzen sich wieder zu mir.

Ich genieße meine Zeit hier als "Teacher Riccarda" und es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich sehe, was sie bereits gelernt haben und können, wenn sie den ersten Buchstaben ihres Namens erkennen und benennen können.
Durch mein Dasein haben die Kinder eine Chance mehr auf Bildung und somit eine Zukunft!

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1. MaZ-Rundbrief aus St. Kitts/Karibik von Riccarda, Okt. 2015

Es ist nun ein Monat vergangen, dass ich Österreich verlassen und mich nach St. Kitts in die Karibik begeben habe. Viele von euch haben leuchtende Augen bekommen, als ich erzählte, dass ich für ein Jahr in die Karibik gehe; aber es ist leider nicht nur das "Paradies", das man erwartet, wenn man sich die Bilder im Internet ansieht. Die Kluft zwischen Arm und Reich (Tourismus) ist hier sehr groß!

Zuerst kurz ein paar Fakten zur Insel: St. Kitts ist ein Staat der Kleinen Antillen (Karibik) mit ca. 50.000 Einwohnern. Die Hauptstadt heißt Basseterre, eine sehr farbenfrohe und lebendige Stadt. An jeder Straßenecke befindet sich ein Marktstand, an dem regionales Obst und Gemüse, sowie einheimische Gerichte angeboten werden. Diese Tradition wird auch in den kleinsten Dörfern fortgeführt. Viele Einheimische verdienen sich damit ihr Geld und es ist viel günstiger, sich am Stand Obst und Gemüse zu kaufen, denn alle weiteren Lebensmittel sind hier sehr teuer, weil alles importiert werden muss.

Der Tourismus boomt nicht so wie auf anderen Karibischen Inseln, weil St. Kitts eine Vulkaninsel und daher der Strand nicht weiß sondern dunkel bis schwarz ist. Das ist auch eine der Ursachen, dass hier sehr viele Menschen arbeitslos und teilweise auch obdachlos sind. Gerade im ländlichen Gebiet, wo ich gemeinsam mit drei Schwestern lebe, befinden sich viele Menschen, die den Tag auf der Straße verbringen, trinkend und laut rufend.

Das Haus der Steyler Missionsschwestern befindet sich gegenüber von einem kleinen Supermarkt, dem "Treffpunkt" von Molineux; d.h. ich bin jeden Tag mitten im Geschehen und brauchte am Anfang eine Zeit lang, bis ich nachts durchschlafen konnte, ohne vom Lärm geweckt zu werden.

Generell ist die Kultur hier eine sehr laute Kultur. Befindet man sich im Haus und erkennt jemanden auf der Straße, ruft man laut durchs Fenster: "Hi! How are you?", sodass man es zwei Straßen weiter auch noch hören kann:) Natürlich wird auch lautstark Musik gehört und dabei spielt die Uhrzeit keine Rolle.

Selbst gehupt wird zur jeder Tages- und Nachtzeit. Dabei gibt es verschiedene Arten des Hupens, die man kennen sollte, bevor man sich ins Auto setzt, denn die Straßen sind echt schmal, sodass oft zwei Autos nicht aneinander vorbei kommen. Wer als erster hupt und schneller ist, hat Vorrang. Man kann sich also den Verkehr so ähnlich wie in indischen Filmen vorstellen. Am Anfang war das für mich beängstigend, vor allem, weil ja auch noch der Linksverkehr dazu kommt! Hat man aber einmal den Dreh heraußen, so kann man die Insel in 40 Minuten umfahren. Das ist kein Witz: Schwester Julita und ich haben gleich am ersten Tag eine Rundfahrt um die Insel gestartet und sind nach ca. einer Stunde (Zwischenstopps inklusive) wieder zu Hause gewesen.

"Zu Hause" kann ich es nun mittlerweile auch nennen, denn ich hab mich gut eingelebt und dazu haben vor allem auch die Menschen hier beigetragen. Es sind sehr offene, freundliche und herzliche Menschen, die eventuell am Anfang ein wenig skeptisch sind, dich aber mit offenen Armen empfangen, sobald sie wissen, wer du bist!

Alle, die mich kennen, wissen, dass ich kein Sprachengenie bin, aber auch darauf nehmen die Menschen hier Rücksicht. Sie wissen, dass sie im sehr starken (ich betone "sehr starken"!) Dialekt sprechen, den ich nach mittlerweile einem Monat halbwegs verstehe.

Ich übe täglich mit Sam, einem Obdachlosen, der von den Schwestern sein Essen bekommt. "You have a beautiful smile!", bekomme ich oft von ihm zu hören. Nun ja, "Weiße" sind hier einfach das Schönheitsideal;)

Das wurde für mich auch an den ersten Schultagen wortwörtlich spürbar! Die Kinder betrachteten mich vorerst mit großen Augen, aber nachdem die erste Scheu verflogen war, versuchten sie ständig, in meiner Nähe zu sein, meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und vor allem meine Haut berühren zu können. Auf meine Muttermale werde ich oft angesprochen und gefragt, ob das von den Moskitos kommt...

Genaueres über den Schulalltag und meinen Aufgaben als "Teacher Riccarda" in der „Holy Spirit Catholic Preschool" möchte ich euch dann in meinem nächsten Rundbrief erzählen.

Riccarda

MaZ-Ausreiseseminare in Steyl

30 junge Misisonarinnen und Missionare auf Zeit (MaZ) aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Ungarn bereiteten sich in den vergangenen zwei Wochen in Steyl auf die Ausreise in ihre MaZ-Einsatzländer vor. Gestärkt und ermutigt durch die vielfältigen Erfahrungen, Begegnungen und Inhalte der sechsmonatigen Vorbereitunsgzeit, werden die jungen Leute in den nächsten Wochen in den unterschiedlichsten Gegenden von Süd- und Nordamerika, Afrika und Asien ihren Freiwilligeneinsatz beginnen. Dort können sie sich in pädagogischen Einrichtungen, Altersheimen sowie in der Sozial- und Pfarrarbeit einbringen und das Leben und den Glauben mit den Menschen vor Ort teilen. Steyler Missionsschwestern und Missionare und verschiedene Projektpartner werden sie darin unterstützen und begleiten. Uns als Steyler Ordensgemeinschaften ist es ein besonderes Anliegen, junge Erwachsene an unserer missionarischen Tätigkeit weltweit mitwirken zu lassen.

Berichte über das Ausreise-Seminar im Kloster der Steyler Missionsschwestern in Steyl finden Sie auch unter folgendem Link:

http://www.steyler-missionarinnen.de/index.php?mySID=978392a602a9e39d7f8706902ef2387c&cat_id=17799&myELEMENT=311845

und

http://www.steyler-missionarinnen.de/index.php?mySID=978392a602a9e39d7f8706902ef2387c&cat_id=17799&myELEMENT=311797

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3. MaZ-Bericht von Lisa aus Bolivien

Weihnachten:

Am 24. Dezember wurde ich von den Schwestern zum Essen eingeladen. Am Abend durfte ich in zwei Krippenspielen mitwirken, die jeweils von den Kindern und Jugendlichen gestaltet wurden. In San Luis trat ich als Balthasar auf und für meine Freunde war es eine „Gaude" mich als „Gringa" (Weiße) so schwarz angemalt zu sehen. In Jorochito (das Dorf in dem ich ebenfalls an der Jugendgruppe und der hl. Messe teilnehme) bat man mich als Maria aufzutreten, da ich so schön groß sei. Tatsächlich sind die Bolivianer im Allgemeinen eher kleiner als Österreicher, dennoch habe ich noch nie zu Ohren bekommen, dass ich groß sei. Nach den Aufführungen, noch bevor sie die Familien mit ihren Verwandten in ihre Häuser zurückzogen, wurden traditionellerweise Kakao ausgeschenkt und die ersten Weihnachtswünsche ausgetauscht. Zu Hause angekommen (schon gegen Mitternacht) wird zusammen Abendgegessen, meist in Begleitung eines (äußerst) süßen Rotweines. So saßen wir auf der Veranda und aßen die Lasagne und die Pizza, die ich am Nachmittag zubereitet hatte, während unsere Nachbarn fast ununterbrochen lautstark Raketen in den Himmel schossen. (Die hier meist keine schönen Lichter in den Sternenhimmel zaubern sondern eher „einfach nur laut" sind.) Danach tanzten Nazaria und ich noch fast zwei Stunden zu bolivianischer Musik, bevor wir müde in unsere Betten fielen. So habe ich Weihnachten nicht etwa als ruhiges, besinnliches, sondern als lautes Fest miterlebt. Am 25. Dezember durfte ich wieder zu Gast bei den Josefsschwestern sein. Nach der gemeinsamen Laudes wurde festlich gefrühstückt, bevor wir uns in die hl. Messe nach Jorochito aufmachten.

Sucre: 2790m

Am 28. Dezember reisten wir (Clara und ich) gemeinsam mit Padre Thomas nach Sucre, denn am 29. würden die Schwestern von hl. Josef (Trier) ihr 50 jähriges Jubiläum in Bolivien feiern. Im Auto beträgt die Reise in etwa zehn Stunden, wobei 150km (der 450km Strecke) erdige, schmale Serpentinenstraßen sind.

Potosí: 4065m

Nach dem Fest bei den Schwestern konnte ich noch Potosí besuchen, neben La Paz die höchstgelegene Großstadt der Welt. Die Stadt war einst nicht nur die reichste der Welt, sondern auch die größte des amerikanischen Doppelkontinents. (Im Jahr 1573 war sie - mit 160.000 Einwohnern - größer als Rom, Paris oder Madrid!) Außerdem ist Potosí unter dem Namen „die Stadt, die der Welt am Meisten gegeben hat" bekannt. Diese großen Namen sind dem „Cerro Rico", einem 4830 Meter hohen Berg zu verdanken, der einst über fast unermessliche Mengen Silber verfügte.

Die Spanier trieben die Ausbeutung des Berges unbarmherzig in großen Schritten voran. Ganze Dorfschaften von Hochlandbewohnern schufteten sich in den Stollen zu Tode. Bis zum 18. Jh. erlagen acht Millionen Indígenas den unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Der Silberstrom war für Spaniens leere Kassen Balsam, doch auch dieser nahm mit dem 18. Jh. ein Ende und Potosí stürzte in die Bedeutungslosigkeit. Erst der Abbau von Zinnerz im 20. Jh. brachte erneut einen leichten Aufschwung und der Berg, der mittlerweile von innen wie ein Schweizer Käse aussehen muss, wird stückchenweise gesprengt, um noch die letzten Mineralien herauszukratzen.

Im Kleinbus auf dem Weg zur Mine wurde uns nochmals das Kokakauen (*) beigebracht. Die Arbeit ist hart und die Lebenserwartung gering (39 Jahre). Dementsprechend üblich ist der Alkoholmissbrauch unter den Arbeitern. Die Ausbeutung, die in der Kolonialzeit begonnen hat, geht heute weiter...

Einmal etwas mehr in den Stollen eingedrungen, kletterten wir 60 Meter einen stickig-heißen Schacht entlang, der so eng war, dass man oft nur auf Händen und Füßen vorankam. Oben angelangt, trafen wir auf die Statue des Naturgottes „Tio", der Anfang und Ende des Monats mit Kokablättern, hochprozentigem  Alkohol und Zigarillos verehrt wird. Dort trafen wir auf den 18 jährigen „Osito" (= kleiner Bär), der schon seit vier Jahren(!)  im Bergbau tätig ist. Nach drei Stunden kehrten wir ans Tageslicht zurück. (Im Bild ist Clara während eines Rituales wobei man bei jedem Wunsch ein bisschen Alkohol auf die Erde tropfen lässt, um der „Pachamama" (Mutter Erde #) Reverenz zu erweisen. Der Rest muss getrunken werden.)

 Ich durfte in der  letzten Zeit schöne Orte sehen und beeindruckende Menschen kennenlernen. Dafür bin ich sehr dankbar! Jetzt freue ich mich auch auf den Alltag, auf die Arbeit und das Wiedersehen mit vertrauten Menschen. Anfang Februar geht's dann zum Zwischenseminar nach Cochabamba (wo ich den Sprachkurs besuchte). Es wird eine Freude sein, die anderen MaZlerinnen, auch aus anderen Ländern Südamerikas, zu treffen. Ich bin gespannt auf den Austausch von Erfahrungen. 

* Koka

Der Anbau und Genuss von Coca-Blättern hat in Bolivien eine uralte Tradition. Schon im Inkareich wurde der immergrüne, anspruchslos gedeihende Strauch als „Geschenk Gottes" geschätzt. Die heilige Pflanze war nicht nur wichtiger Bestandteil religiöser Rituale, sondern auch medizinisch von Bedeutung. Auch heute werden Kokablätter konsumiert oder als Opferbeigabe bei religiösen Zeremonien dargebracht.

# Exkurs: Pachamama

Pachamama ist die Mutter Erde die allen Kreaturen das Leben schenkt und sie nährt. Sie ist die Gattin des Naturgottes „Tio", den wir im Stollen antrafen. s.o. Der Synkretismus ist weit verbreitet, so werden z.B. an vielen kath. Festen gleichzeitig alte Rituale zelebriert oder Heilige aus dem Christentum mit Naturgottheiten in vermischter Form dargestellt.

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MaZ-Bericht von Adrienn aus Ecuador, Jänner 2015

We set up the crib with the girls, which took a lot of time considering how many pieces it consists of. And not to mention the lights J You will see in the pictures. We forgot only about the Christmas tree. The decoration here at the home is quite similar to the decorations everywhere. Colorful decoration, colorful, flashing lights and a big amount of animals in the crib.

In the two weeks before Christmas a lot of groups came - students, families, organizations - to spend time with the girls and they brought a lot of gifts and donations. We participated in different evening prayers and ran to mass many times. We had the Christmas lunch on Saturday, 20 December. Sister Elsa invited all those who help the work of them so with the girls we were a lot J After the mass we ate turkey, and the girls were performing dances and Christmas songs. The following day they performed these things in Quito also for the sisters living there. As we were approaching to the province house in the streets I already know it felt like going home J It was a great joy to meet the sisters again and talk a little.

The thing which divided December into two parts was actually the evening of 23. A few weeks before everyone picked a name of another girl for being the 'secret friend' of her. We had to prepare anything for our friend. And this night we revealed our secret friend not by telling the name first but describing the good qualities of her. The girls can surprise me how many good things they see in each other.

But it was only one of the highlights. On 22 the last papers of the adaptation of Tatiana arrived so it had just turned out that instead of March she can go home with her new family (actually THE family) even for Christmas. Sister Elsa and most of the girls also said goodbye and told things from their heart so beautifully that we all were crying J It was a touching but very happy moment. How big thing it is in Tatiana's life! 

At New Year's Eve the people make puppets from the size of a bigger doll until life-sized and burn them at midnight. The puppet symbolizes the old year which we leave behind. They always trounce and the children are jumping over the fire. These puppets are quite deformed. The girls made three and put them in front of my door. Every time when I stepped out of my room I was shocked. A lot of people driving around the city with these puppets fastened on their car. Many times the puppet is an effigy of a politician.

So there are a lot of fires in the streets, people put on colorful wig and masks and there are fireworks too.

Tomorrow I go to Quito and on Sunday to a seminary for volunteers for one week! I can't wait.

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MaZ-Bericht von Mirijam aus Argentinien, Jänner 2015

Den Bericht findest ...hier