Neue Mission in Rumänien

tl_files/missionsschwestern/file_uploads/Logos/treueimwandel_web2.jpgVor über 20 Jahren wurde von St. Koloman aus in Rumänien ein neues Missionsfeld eröffnet. Die Steyler Schwestern betraten damit ein Land, das nach vier Jahrzehnten kommunistischer Diktatur religiös, wirtschaftlich, und sozial darnieder lag.

Unter dem Motto und mit dem Ziel: „Lichter der Hoffnung anzünden" begannen im März 1991 Sr. Severine Seeber aus Südtirol, Sr. Patrizia Kaiser aus Oberösterreich sowie Sr. Juliane Kondeleva aus der Slowakei mit Pastoral- und Sozialarbeit in der 68.000-Einwohner-Stadt Roman. Als Krankenschwestern widmeten sie sich vor allem den Alten und Kranken in ihren Häusern und lernten dabei die Nöte der Familien hautnah kennen.

Mit Sr. Maria Chiara Ellecosta (Südtirol) und Sr. Silvia Sandoval (Argentinien) kamen zwei Schwestern mit pastoraler Ausbildung, die die Kinder- und Jugendseelsorge systematisch aufbauten. Damals gab es in Roman nur eine katholische Kirche, heute hat die Stadt vier katholische Pfarren und etliche Ordensgemeinschaften. Die Steyler Missionare bieten vor allem Exerzitien an, ebenso die Schwestern im 1999 neu erbauten Schwesternhaus mit Räumen für Exerzitien und Jugendarbeit. Die erste Unterkunft der Schwestern wurde renoviert und dient nun als Internat für Schülerinnen aus abgelegenen Dörfern, die in Roman eine höhere Schule besuchen.

Inzwischen ist die Schwesterngemeinschaft sehr international geworden, und neue Aufgaben bieten sich an. So gibt Sr. Jovita Miranda aus Indien Nachhilfe- und Englischstunden im Schülerhort einer italienischen Kongregation, Sr. Theresia Wini aus Indonesien arbeitet mit einer diplomierten Logopädin in der Betreuung und Sprachbildung von behinderten und autistischen Kindern.

Nächste Station: Raducaneni

1995 begannen Sr. Patrizia und Sr. Dawida Strojek aus Polen in Raducaneni, nahe an der Grenze zur Republik Moldova, mit Kinder- und Jugendpastoral. In einem kleinen Haus halfen sie nachmittags den Schulkindern, die Hausaufgaben zu machen und bei gemeinsamen Spielen ihre oft recht triste Familien-verhältnisse ein wenig zu vergessen. Denn viele Einwohner leben trotz Landwirtschaft oder Weinbau am Existenzminimum. Zudem suchen viele Frauen und Männer bessere Arbeitsmöglichkeiten im Westen und lassen alte Eltern oder Kinder zurück.

Mittlerweile konnte ein neues „Haus Nazaret" gebaut werden, das als Sozialzentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene dient. Die Leute kommen mit all ihren materiellen oder spirituellen Nöten zu den Schwestern, mit Krankheiten oder Eheproblemen. Die Schulkinder machen vormittags oder nachmittags ihre Hausaufgaben, Lernschwache erhalten Nachhilfe. Zu Mittag gibt es für alle einen warmen Kakao und Butter- oder Marmeladebrote. Samstags treffen sich die Kinder zur Vorbereitung auf die Sonntagsmesse. Die abschließende Spielstunde belohnt nicht nur den Eifer, sondern lehrt soziales Verhalten und vertieft das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Orhei, Republik Moldova

1996 hatte der Steyler Pater Klaus Kniffki in der Hauptstadt Chişinău ein Sozialprojekt begonnen. 2005 öffneten die Steyler Schwestern Juliane und Dawida in der Bezirksstadt Orhei eine Suppenküche für die vielen alten Menschen, die allein oder mit Enkelkindern zurückgelassen sind, während die Jugend im Ausland arbeitet. Ein nächtlicher Raubüberfall beendete das Engagement der Schwestern aber bald wieder. 2009 machten Sr. Anna Trojer aus Südtirol und Sr. Michael Ekka aus Indien einen neuen Anfang. Dann kam die Rumänin Sr. Gabriele Robu nach ihrem fünfjährigen Missionseinsatz aus Argentinien dazu. Die Stadtgemeinde von Orhei stellte eine neue Suppenküche bereit, in der seit Jänner 2011 mittlerweile über 80 Personen eine warme Mahlzeit erhalten. Die Lebensmittel liefert die von P. Georg Sporschill SJ gegründete Organisation CONCORDIA, die in Moldova insgesamt 36 Suppenküchen unterhält. Die Schwestern wollen nicht nur leiblichen Hunger stillen, sondern den Menschen die Erfahrung von Angenommen-Sein und Gemeinschaft vermitteln. Sr. Gabriele widmet sich vor allem den vernachlässigten Kindern. Die Pastoralarbeit verlangt Geduld, denn von den insgesamt sieben katholischen Familien kommen nur einige zu den Gottesdiensten. Dafür nehmen aber griechisch-katholische und orthodoxe Gläubige auch gerne teil - hoffnungsvolle Schritte in der Ökumene.

Sr. Maria Petra Schüttenkopf SSpS

 

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