"Da gehöre ich hin!" - Professjubiläen bei den Steyler Missionsschwestern

Für insgesamt 560 Jahre gelebter Treue durften wir Steyler Missionsschwestern bei den Feiern der Professjubiläen im Provinzhaus St. Koloman in Stockerau am 26.  Mai und am 2. Juni 2018 danken.

Die zahlreichen Gäste der beiden Silberjubilarinnen Sr. Hermi Dangl und Sr. Serafin Hoar Bona staunten, was sich in 25 Jahren als Missionsschwester alles ereignet. Passend zum Dreifaltigkeitsfest hatten sie den Gottesdienst unter den Leitspruch der drei Steyler Ordensgemeinschaften gestellt:„Es lebe der heilige, Dreieinige Gott in unseren Herzen und in den Herzen aller Menschen.“ Sie brachten zum Ausdruck, wie sehr sie sich von der Liebe des Dreifaltigen Gottes, der in sich selbst Beziehung ist, die nach außen drängt, getragen und bewegt fühlen.

Sr. Hermi stammt aus St. Pölten; von Beruf ist sie Sozialarbeiterin und war als solche mehrere Jahre in der Arbeit mit Frauen und Müttern in Krisensituationen tätig. Seit 2016 gehört sie zum hauptamtlichen Seelsorgeteam der Gesprächsinsel in Wien. Ebenso liegen ihr Geistliche Begleitung und Exerzitienbegleitung am Herzen.

Sr. Serafin stammt von der Insel Timor (Indonesien) und ist ausgebildete Kindergärtnerin und Grundschullehrerin. Sie kam 1999 als erste indonesische Steyler Missionarin nach Österreich. 11 Jahre lang waren ein Mädcheninternat und die Kinderpastoral in Rumänien ihr Aufgabenfeld, bevor sie 2012 nach Österreich zurückkehrte und hier ihre Liebe zu  behinderten Menschen und zu alten Leuten entdeckte. Heute gehört sie zum Team der Pflegeabteilung unseres Provinzhauses.

Die ganz unterschiedliche kulturelle Herkunft der beiden Silberjubilarinnen kam bei der Feier gut zum Ausdruck. Indonesische Tänze begleiteten die Liturgie und der Musik- und Singgruppe war ihr interkulturelles Flair anzusehen. In seiner Predigt hob P. Franz Helm SVD den besonderen Beitrag missionarischen Ordenslebens für unsere Gesellschaft hervor: in einer Zeit, die geprägt ist von Individualismus und vielen „Ich-AGs“, gemeinsam und mit Liebe etwas für andere zu tun.

Eine Woche später durften acht Steyler Missionsschwestern 60, 65 und sogar 70 Professjahre feiern. Beeindruckend sind die Berufungsgeschichten unserer schon in die Jahre gekommenen Jubilarinnen, die allesamt noch lange vor dem 2. Vatikanum eingetreten sind und ein bedeutendes Stück Kirchen- und Ordensgeschichte am eigenen Leib erlebt haben. In ihrem missionarischen Wirken hieß es für sie immer wieder, sich „umzuwenden, umzukehren, neue Wege zu suchen“, um die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Darin sind sie den ersten Jüngern ähnlich, die Jesus von ihrer Alltagsarbeit - dem Fischen - weg beruft und zu „Menschenfischern“ macht,wie es P. Anton Fencz SVD in seiner Predigt zu Mk 1, 14-20 ausdrückte.

Erstaunlich ist es, wie der Heilige Geist – der „Namenspatron“ unserer Kongregation – es schaffte, so unterschiedliche Frauen aus allen Ecken und Enden der Erde in einer Gemeinschaft zusammenzubringen, um gemeinsam Zeuginnen seiner Liebe zu sein:

Sr. Magdalen Káró, aus Ungarn stammend, hat als Missionarin auf vier Kontinenten gewirkt, am längsten war sie in Ghana/Westafrika als Lehrerin tätig. Während Sr. Pawła Kokoszka, eine Schlesierin, in Wien und Stockerau für das leibliche Wohl der Mitschwestern und Gäste sorgte, widmete sich die Südtirolerin Sr. Auxiliana Leitner Jahrzehnte lang praktischen Tätigkeiten in der großen Gemeinschaft des ehemaligen Dreifaltigkeitsklosters im 10. Wiener Gemeindebezirk. Oberösterreich war offenbar ein „Berufungsbiotop“, weil gleich drei unserer Jubilarinnen von dorther kommen: Sr. Margila Felbauer hielt ein halbes Jahrhundert lang unser großes Provinzhaus in Schuss und wurde so zu einer „lebendigen Chronik“ von St. Koloman. Sr. Bertelinde Stöllnberger betreute unzählige PatientInnen in Waidhofen/Thaya, auf der Baumgartnerhöhe und im Orthopädischen Spital in Wien als Kranken- und als Röntgenschwester. Das Missionsfeld von Sr. Heliéna Krenn war 35 Jahre lang die Fu Jen-Universität in Taiwan, an der sie Englische Literatur unterrichtete, was für
so manchen jungen Menschen der Anlass war, sich auch mit dem Christentum auseinanderzusetzen. Dabei war die Entwicklung des buddhistisch-christlichen interreligiösen Dialogs eine der prägendsten Erfahrungen für sie. Aus Niederösterreich schließlich stammen zwei Jubilarinnen:  Während sich Sr. Praxilde Schuckert mehrere Jahre in Spanien und dann jahrzehntelang in Wien als Horterzieherin Generationen von (oft benachteiligten) Kindern annahm, war Sr. Theresilde Pils als Pastoralassistentin, Pfarrsekretärin und Organistin aus dem Leben der vormaligen Dreifaltigkeitspfarre in Wien-Alxingergasse durch 58 Jahre hindurch nicht wegzudenken.

Stellvertretend für alle, oft sehr markanten Berufungsgeschichten dieser Dienerinnen des Heiligen Geistes sei hier die von Sr. Heliéna erwähnt: Schon bei ihrer Firmung nahm sie sich vor, dem Heiligen Geist, der gerne als göttliche Person "vergessen" wird, einen gebührenden Platz in ihrem Leben zu geben. Als sie dann in der „Stadt Gottes“ die Adresse der Missionsschwestern Dienerinnen des Heiligen Geistes in Stockerau fand, wusste sie: "Da gehöre ich hin."

Genau dieses „Da gehöre ich hin!“ ist eine lebenswichtige Erfahrung, die wir allen, vor allem auch den jungen Menschen wünschen und für sie erbitten.

Sr. Hemma Jaschke SSpS (Provinzleiterin)

Fotos der beiden Jubiläen: (zum Vergrößern anklicken)

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