Monatliche Reflexion - November 2017

Den Kreis der Barmherzigkeit Gottes weiten …

In unserem Bemühen als SSpS diesen Kreis zu weiten, geht es im November um das Thema „Gewalt gegen Frauen“.

Entsprechend dem pastoralen Dreischritt ist es für uns wichtig zu …

  1. SEHEN:
  • Wir sind oft versucht zu glauben, dass Gewalt in der Familie nur unter den Armen und Ausgegrenzten geschieht oder nur in armen Ländern und Entwicklungsländern der Fall ist. Doch die Statistiken sprechen eine andere Sprache.
     
  • Laut einem Globalen Bericht der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) haben etwa 1 von 3 (35%) Frauen weltweit im Laufe ihres Lebens entweder körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch ihre Partner erlebt.
     
  • Häusliche Gewalt ist die heimtückischste und häufigste Form der Gewalt gegen Frauen (VAW, violence against women). Es ist ein Muster missbräuchlichen Verhaltens, das durch die Absicht gekennzeichnet ist, Macht und Kontrolle über einen intimen Partner oder andere Familienmitglieder zu gewinnen oder zu erhalten. Häusliche Gewalt ist durch heftige Handlungen oder Androhungen von gewalttätigen Handlungen gekennzeichnet, einschließlich Verhaltensweisen, die einen Partner einschüchtern, manipulieren, demütigen, isolieren, erschrecken, terrorisieren, zwingen, bedrohen, beschuldigen, verletzen oder töten.
     
  • Häusliche Gewalt ist der am häufigsten verwendete Begriff für Gewalt gegen Frauen von einem intimen Partner, aber es ist auch als intime Partner-Gewalt, Gewalt in der Familie oder Verprügeln bekannt.
     
  • Häusliche Gewalt/ Gewalt gegen Frauen und Mädchen steht im Zusammenhang mit ihrem Mangel an Macht und Kontrolle sowie den sozialen Normen, die Männern und Frauen in der Gesellschaft vorgeschrieben werden und die den Missbrauch dulden.
     
  • Gesellschaftliche Gründe für den oft sehr langen Leidensweg der Frauen: Die Kultur des Schweigens, wodurch die Täter sich hinter dem Schweigen des Opfers verbergen. Die meisten Gesellschaften betrachten die Familie als sakrosankt – sie soll nicht von Außenstehenden oder dem Staat gestört werden, und die Angelegenheiten der Familienangehörigen gelten als privat. Es gibt normalisierte Anwendung von Gewalt innerhalb der Familie, um Konflikte zu lösen.
  • Bei Tätern, die Gewalt anwenden wurden häufig ein niedriges Selbstwertgefühl und ein Gefühl der Unsicherheit gefunden.
     
  • Auswirkungen der häuslichen Gewalt:

Häusliche Gewalt ist der schwerwiegendste Ausdruck der ungleichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen.

Sie greift die Persönlichkeit der Frau und ihre Würde an und ist eine schwere Verletzung ihrer grundlegenden Menschenrechte auf Leben, Sicherheit und Selbstbestimmung.