Steyler Schwestern in Österreich heute

tl_files/missionsschwestern/file_uploads/Logos/treueimwandel_web2.jpgDer Blick auf die 100 Jahre der „Dienerinnen des Heiligen Geistes" (SSpS) in Österreich zeigt, wie sie im Geiste und nach dem Beispiel der Gründer- Arnold Janssen, Helena Stollenwerk und Hendrina Stenmanns - auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeitumstände zu antworten suchten.

Jahrzehntelang waren Schulen, Kindergärten, Schülerhorte sowie Krankenhäuser der wichtigste Arbeitsbereich in Österreich und Südtirol, das ebenfalls zur österreichischen Ordensprovinz gehört. Die allgemeine Nachwuchskrise der letzten Jahrzehnte hat allerdings zum Rückzug aus den Institutionen bzw. zum Schließen etlicher Filialen geführt. Dafür haben sich neue pastorale und sozial-caritative Tätigkeitsfelder geöffnet, die an die ursprünglichen Ziele der Gründerpersönlichkeiten anknüpfen: So sind einige Schwestern als Pastoralassistentinnen in verschiedenen Pfarren angestellt. Eine Reihe Schwestern arbeitet in der Kranken- und Altenpastoral bzw. in einem Hospizteam mit oder betreuen alte und einsame Menschen in der Umgebung. Andere engagieren sich bei den Mutter-Teresa-Schwestern, im Lebenszentrum, beim „Canisibus", in der „2. Gruft" oder in der Schubhaftseelsorge.

Eine Form der Verkündigung, die Arnold Janssen besonders am Herzen lag, waren Exerzitien für Laien. Von Anfang an war auch die Schwesterngemeinschaft eingebunden, indem sie ihre Räumlichkeiten für Frauenexerzitien zur Verfügung stellte. Dieses Apostolat ist auf neue Weise zu einem Schwerpunkt geworden: In St. Koloman und etlichen Filialen bieten Schwestern Exerzitien, „Exerzitien im Alltag", Besinnungstage sowie spirituelle Beratung und Begleitung für Laien an, sowohl auf individueller Basis als auch in den Teams der Gesprächsoase in Innsbruck bzw. der Gesprächsinsel in Wien.

Der Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Osteuropa veranlasste die österreichische SSpS-Provinz, trotz des Schwesternmangels Neues zu wagen: 1992 begannen zwei Schwestern mit sozial-pastoraler Arbeit in der ostrumänischen Stadt Roman. Verstärkt durch Schwestern aus der Slowakei, Polen, Argentinien, Indien und Indonesien sowie aus Rumänien selbst, konnten inzwischen drei SSpS-Stationen gegründet werden, davon eine in der Republik Moldova. (s. „Rumänien - Lichter der Hoffnung entzünden")

Eine bleibende Aufgabe ist, die weltweite Verbundenheit der Christen in der Heimatkirche wach zu halten und die vielfältigen Nöte der „jungen" Kirchen ins Blickfeld zu rücken. Dank der Internationalität der Missionskongregation kommen Schwestern aus Polen, Slowakei oder Rumänien, Indien, Indonesien oder Südamerika der „alten Provinz" zu Hilfe - nicht nur, wo oder weil „Not an Frau" herrscht. Vielmehr spiegeln sie die Vielfalt in der einen Kirche Jesu Christi wieder und vermitteln eine Vorahnung des kommenden Reiches Gottes, in dem Völker aus Nord und Süd, Ost und West an einem Tische sitzen werden.


Von Anfang an haben Laien das Steyler Missionswerk nicht nur materiell unterstützt, sondern auf ihre je eigene Weise am missionarischen Auftrag teilgenommen. In besonderer Weise sind die Missionarische Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG) und die MissionarInnen auf Zeit (MaZ) mit den Schwestern verbunden.

Die Mitglieder der MHGG versuchen einzeln oder in Lokalgruppen, in Familie und Pfarrgemeinde, ihren Glauben zu leben und zu bezeugen und durch verschiedene Initiativen die Schwestern bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Exerzitien, Besinnungstage, Bibelgruppen, Begegnungen, Feste und andere spirituelle Angebote vertiefen die Verbundenheit mit der Gemeinschaft. Die Zeitschrift „Geist und Auftrag" berichtet über das Leben und Wachsen der Kirche in aller Welt, die Tätigkeiten der Steyler Schwestern und aktuelle Ereignisse in der Steyler Weggemeinschaft.

Die MissionarInnen auf Zeit (MaZ) investieren ein Jahr ihres Lebens und arbeiten in einem Projekt der Steyler Missionare oder Schwestern mit, sei es in Europa oder in einem anderen Kontinent. Die (meist jungen) Leute erfahren so hautnah die Lebenswirklichkeit vor allem der Menschen am Rande von Wohlstand und Reichtum und lernen, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Zurückgekehrt, bleiben sie in der Steyler Weggemeinschaft verbunden und in ihrem jeweiligen Lebenskreis ZeugInnen der weltweiten Gemeinschaft in der Kirche Jesu Christi.

Sr. Maria Petra Schüttenkopf SSpS

 

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