Gold – Faszination und Fluch

weltkirche.tagung 2022 in der Jesuitenkirche in Wien

Bei der weltkirche.tagung 2022 führten Sr. Ruth Pucher und Sr. Anneliese Herzig durch die Wiener Jesuitenkirche und lenkten die Blick auf das Gold im Kirchenraum. Gold glänzt, fasziniert, ist wertvoll. Doch es gibt auch eine Schattenseite. Gold wird ohne Rücksicht auf Umwelt und Menschen abgebaut. Menschen leiden unter Ausbeutung und äußerst schlechten Arbeitsbedingungen und Böden und Gewässer werden durch die Chemikalien, die das Gold aus den Steinen lösen, vergiftet. Umweltzerstörung und großes Leid sind die Folgen. Auf den Philippinen arbeiten rund 20.000 Kinder bis zu 12 Stunden in den Minen. Große Konzerne versprechen Jobs, Schulen, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur, also ein besseres Leben, aber diese Versprechen kommen nie bei den Menschen vor Ort an, sie bleiben auf den Schäden sitzen und profitieren nicht von den Gewinnen.

„Die katholische Kirche hat von der Kolonialisierung profitiert, deshalb ist es heute umso wichtiger Verantwortung zu übernehmen“, so Sr. Anneliese Herzig und sie appelliert an alle: „Das Narrativ muss geändert werden: Ja, Gold ist faszinierend, aber es ist auch schädigend.“ „Wir brauchen einen verantwortungsvollen Umgang mit Gold. Das bedeutet zum Beispiel beim Goldkauf nachzufragen, woher das Gold kommt und ob es faires Gold ist. Oder noch besser: Fragen Sie nach recyceltem Gold! Wir müssen lernen, kritisch nachzufragen – auch bei Anlagen.“

Sr. Ruth Pucher und Sr. Anneliese Herzig appellierten abschließend: „Nehmen wir das Gold in seiner Herrlichkeit und in seiner Faszination wahr, aber denken wir beim Betrachten des Goldes an die Menschen, die dieses Gold geschürft haben und noch immer schürfen, die unter dem Goldbergbau leiden. Machen wir uns die Ambivalenz von Gold und die Situation der Menschen bewusst.“

Bild: MPSGI, auf dem Bild: Sr. Christa Petra Ahrer SSpS und Pater Franz Pilz SVD

Text: ÖOK