Frohe weihnachtliche Grüße aus Roman!
In Jesus ist Gott Kind geworden,
Papst Franziskus
um sich von uns umarmen zu lassen.
Frohe weihnachtliche Grüße aus Roman! Voll Vertrauen sind wir unterwegs nach Betlehem, zu dem Ort, an dem sich Gott als das kleine Kind Jesus von uns umarmen lässt!
Liebe Missionsfreunde, dankbar blicke ich auf das beinahe vergangene Jahr zurück und möchte unsere Erlebnisse in unserer Mission hier in Rumänien mit Euch teilen. Nach einigen personellen Veränderungen haben unsere beiden Gemeinschaften nun je drei Schwestern: drei in Răducăneni und drei in Roman

Das Haus, in dem wir derzeit in Roman leben, ist für uns Schwestern und unsere Aufgaben zu groß geworden. Es wird verkauft. Wir werden in jenes Haus übersiedeln, in dem sich das ACAR-Tageszentrum zur Beratung von alkoholabhängigen Personen und für ACAR-Gruppentreffen befindet. (Die vierwöchige Therapie hingegen können Frauen nun auch im neu ausgebauten ACAR-Zentrum in Iaşi machen.) Dieses Haus wird unser neues Zuhause und für die neuen Aufgaben adaptiert.
Diese Veränderungen werden uns vieles erleichtern und wir Schwestern können weiterhin gut wirken. Momentan ist aber noch sehr viel zu tun, so bewegen wir uns zwischen diesen beiden Häusern hin und her…

Sr. Ana Tişea und ich gehen täglich zu den Roma-Kindern bei der „Fundaţia Pacea“. Zweimal in der Woche besuchen wir Familien, die im Olympiadorf wohnen. Die Fundaţia Pacea ist eine Stiftung, die 1998 vom Franziskanerorden gegründet wurde, um den benachteiligten und sozial ausgegrenzten Roma-Familien in Erziehung und Bildung zu unterstützen und zu helfen, dass sie in der Gesellschaft Anerkennung finden.
Die allermeisten Roma-Familien leben entweder am Stadtrand oder ganz außerhalb der Stadt in prekären, miserablen und menschenunwürdigen Zuständen. Schulbildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft für die Kinder. So fährt der Schulbus der Fundaţia Pacea täglich zum Olympiadorf und Stadtrand, um die Kinder für Schule und Kindergarten abzuholen. Die zwei Kindergartengruppen werden jeweils von einer Erzieherin betreut und die Kinder der vierten Volksschulklasse unterrichtet ein Lehrer. Leider wird eine erste Volkschulklasse nur alle fünf Jahre begonnen, die dann wieder bis zur vierten Klasse geführt wird.

Sr. Ana arbeitet bei der Fundaţia Pacea als Krankenschwester und kümmert sich um die Hygiene der Kinder und wenn nötig auch medizinisch. Vor allem sorgt sie sich um die Kleinen, dass sie sauber, trocken und warm angezogen sind. Die Kinder fühlen sich auch sichtlich wohler.
Ich persönlich helfe den Größeren beim Lesen und Schreiben während des Nachhilfeunterrichts. Für diesen veranstaltet unser Lehrer Rareş auch zwei kreative Nachmittage. Das gefällt ganz besonders den Kindern, die sehr kreativ sind. Sie werden auch von Sr. Ana darin ermutigt und gefördert. Herr Rareş lässt sich immer wieder Neues und für die Kinder Überraschendes einfallen, um sie zum Lernen zu motivieren und vielfältige Interessen zu wecken. Im Frühjahr haben wir hier in Roman, das naturwissenschaftliche Museum besichtigt. Die Kinder konnten vor allem einiges selbst experimentieren und ausprobieren.

Sehr wertvoll für die Kinder war wieder der Ausflug, der zum Schulschluss stattfand. Dieses Mal konnten wir zweimal übernachten! Welche Freude, ein eigenes Bett und eine warme Dusche am Abend genießen zu können! Daheim haben sie das alles nicht! Unsere Herberge war im Franziskanerkloster in Viişoara, nahe Piatra Neamţ. Von dort aus ging es jeden Tag zu unterschiedlichen Ausflugszielen, z.B. zum Bicaz-See. Dort konnten die Kinder mit einem Schiff in die Weite des Sees fahren. Schöne und unvergessliche Momente!

Vor kurzem konnten wir die Kinderbibliothek im Dorf Gheraieşti besuchen und in Bacau das hochinteressante und bewundernswert eingerichtete astronomische Museum. Hier bekamen die Kinder eine gute Einführung über unser Planeten- und Sonnensystem. – Bei all diesen Aktivitäten spüren wir, dass dem Lehrer die Kinder am Herzen liegen und er alles dafür tut, um sie für eine bessere Zukunft vorzubereiten.
Noch etwas Wichtiges möchte ich mit Euch teilen: Die örtliche Gemeinde hat am Stadtrand neue Häuser mit günstigen Mietwohnungen gebaut. Einige Familien der Roma-Kinder konnten so eine neue Wohnung erwerben und sind bereits übersiedelt. Im Olympiadorf sind sie ja mit viel Stress und oft auch mit Gewalt konfrontiert. Wir sehen es an den Kindern, dass sie in der neuen Wohnsituation ruhiger geworden sind und froh.
