Steyler Schwestern im Einsatz auf der Schrotthalde
Sr. Angelina Gerharz und Sr. Mercy Benson engagieren sich in Ghana für Kinder und Jugendliche, die auf einer der größten Schrotthalden der Welt arbeiten müssen, um ein bisschen Geld für ihre Familien zu verdienen. Sr. Mercy ist zurzeit in Deutschland unterwegs, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Mit dabei hat sie ein ganz besonderes Kreuz.
Gefertigt aus einem Messingrohr einer entsorgten Klimaanlage, gespickt mit alten Handys und auf alten Autofelgen stehend – so sieht das missio-Recyclingkreuz aus. Das Material des Kreuzes stammt von einer der größten Schrotthalden der Welt: von der Halde in Agbogbloshie am Rande von Ghanas Hauptstadt Accra. Hier türmen sich Computer, Handys, Schrott, Autos und kaputte Kühlschränke. Schätzungsweise 6.000 Menschen kämpfen an diesem giftigen Ort ums Überleben. Sie sammeln und recyceln alles, was hier ankommt. Der meiste Schrott kommt aus Europa, der oft illegal nach Afrika verschifft wird.
Schon seit vielen Jahren setzen sich Steyler Missionsschwestern gemeinsam mit missio dafür ein, dass erstens auf dieses Problem aufmerksam gemacht wird, und zweitens die Familien, die auf oder an der Halde leben, Unterstützung bekommen. Das neu gefertigte Recyclingkreuz ist Teil der schon bestehenden missio-Schutzengel-Kampagne, die sich dafür stark macht, eine Recyclingwende voranzutreiben.
Die Steyler Schwester Mercy Benson war vor Kurzem gemeinsam mit Projektpatin und Schauspielerin Barbara Wussow und missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg bei Papst Leo, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. „Afrika darf nicht zur Müllhalde der Welt werden. Deshalb war die Audienz bei Papst Leo ein so wichtiger Tag – für uns Afrikaner, für Ghana und besonders für die Familien an der Elektroschrotthalde. Wir brauchen diese Solidarität im Kampf gegen illegale Müllexporte“, sagte Sr. Mercy nach der Audienz.. „Damit zeigen wir der Welt, wie widerstandsfähig und kreativ wir sind und welche Talente wir beim Recyceln unter schwierigsten Bedingungen besitzen“, ergänzte Schwester Mercy. Papst Leo segnete das Recyclingkreuz und bekam ein kleines recyceltes Umhängekreuz als Erinnerung geschenkt.

Das Kreuz ist eine ghanaisch-deutsche Gemeinschaftsproduktion: Die Messingseite des Kreuzes hat der ghanaische Recycling-Künstler Salifu Iddriss gestaltet. Eine missio-Delegation hat das Kreuz zu dem deutschen Künstler Till-Martin Köster gebracht, der es weiterverarbeitet hat. Er hat alte Handys mit Bildern aus der Demokratischen Republik Kongo kombiniert. Dort werden wertvolle Rohstoffe wie Gold und Coltan unter schwierigsten Bedingungen gewonnen. So hat es der Künstler geschafft den Bogen vom Abbau der Ressourcen über ihre Nutzung bis hin zur Entsorgung zu spannen und verdeutlicht, wie eng diese Kette weltweit miteinander verbunden ist.
Doch das Recyclingkreuz lenkt unseren Blick nicht nur auf Ausbeutung und Zerstörung. Es ist auch ein Zeichen der Hoffnung auf eine gerechtere Welt, für einen bewussten Umgang mit Ressourcen und für die Bewahrung der Schöpfung.
Schon seit vielen Jahren setzen sich Steyler Missionsschwestern gemeinsam mit missio Deutschland ein!!!!
