Gott ist mit uns und für uns!
Liebe Freundinnen und Freunde
unserer Mission in Rumänien!
Heute am dritten Adventsonntag, dem Sonntag der Freude, sende ich Euch allen freudvolle Grüße! Die dritte Kerze am Adventkranz erinnert uns, dass das Weihnachtsfest schon sehr nahe ist. Und ich möchte Euch wieder an unserer Mission, die uns Gott anvertraut hat, teilnehmen lassen. Seit einem Jahr wohnen und leben wir drei Schwestern in unserem kleineren und neu adaptierten Zuhause in der Strada Siretului, nr. 2A.

Wir haben uns gut eingelebt, fühlen uns daheim und das Haus passt gut für unsere veränderte Situation. Da sich sowohl die Kommunität, als auch unsere Aufgaben in den letzten Jahren verändert haben, war „unser Haus“ in der Costache Negri zu groß geworden (Altes Haus und Neubau). Nach einigen Jahren des Suchens und Ringens konnten wir die Liegenschaft am 18. November an einen neuen Eigentümer übergeben. Dieser ist aus Roman und möchte das Haus (Neubau) in ein Rehabilitationszentrum umgestalten. Das finden wir sehr gut, denn an so einer Institution, die Patienten, die vom Krankenhaus entlassen werden, Therapien anbietet, fehlt es in Roman.
Dem orthodoxen Priester, Pr. Popovici und seiner Frau Anca, die acht Jahre lang das alte Haus für ihr Sozial-Projekt für Roma-Kinder und für lernschwache Kinder nutzen konnten, fiel es schwer auszuziehen. Ein guter Freund hat ihnen nach einigem Suchen einen Raum vermittelt, um ihr Herzensprojekt weiterzuführen, dass die Kinder dort das Mittagessen einnehmen und anschließend ihre Hausaufgaben machen können. Ein freudiger Anlass war das 25-Jahr-Jubiläum der „Fundația Pacea” am Samstag, den 6. Dezember. In einer feierlichen Eucharistiefeier wurde dafür in der Kapelle der Franziskaner gedankt. Fra Roberto, der Gründer der Fundația, kam eigens von Kasachstan, seinem neuen Missionsland, für diesen Anlass angereist.

Frau A., die jetzt Professorin in Brașov ist, erzählte sehr bewegend, wie sich ihr Leben durch die „Fundația Pacea“ geändert hat. Sie selbst gehört zu einer Roma-Familie und ist mit ihren Geschwistern bei den „Grajduri“ aufgewachsen. „Grajduri“ – Ställe, so nennen wir die Wohnsiedlung von Roma-Familien, die außerhalb der Stadt in sehr prekären Wohnverhältnissen wohnen. Aus diesem Wohnmileu kommen die meisten Kinder, die den Kindergarten der “Fundația Pacea” besuchen.


Unsere rumänische Sr. Ana Tişea und ich arbeiten mit der „Fundația Pacea” zusammen – für eine gute Entwicklung der Roma- Kinder und deren Familien. Wir sind der Überzeugung, dass schulische Bildung und eine ganzheitliche Ausbildung den Kindern und ihren Familien, die Tür zu einem besseren Leben öffen können. Um das zu unterstützen, besuchen wir regelmäßig Familien und ältere Frauen in diesem Wohngebiet, in das sonst niemand geht. Sr. Ana ist halbtags bei der Fundația angestellt und arbeitet dort jeden Tag mit den Kindern. Als Krankenschwester sorgt sie sich um deren Gesundheit. Sr. Ana unterstützt aber auch Herrn Lehrer Rareș in der Erziehung der Kindergartenkinder. Und jeden Samstag hilft sie in der Kinderkatechese unserer Pfarre „Fericitul Ieremia“ und gibt einer Kindergruppe Gitarrenunterricht. Gesten haben sie mit Freude in der Messe einige Lieder begleitet! Sr. Theresia Wini aus Indonesien arbeitet nach wie vor als gut ausgebildete Kindergartenpädagogin und Logopädin im Kindergarten der Pfarre „Anton Durcovici”.

Ihr sind die Kleinsten anvertraut. Einige von ihnen können noch nicht einmal etwas sagen. Doch das Vertrauen, das Sr. Theresia in ihnen wecken kann, befähigt die Kinder oft in kürzester Zeit zu sprechen.
Die Begleitung der ACAR-Gruppen (Selbsthilfegruppen für alkoholkranke Menschen nach einer Therapie) erleben wir als sehr bereichernd. Hier in Roman gibt es drei Gruppen. Sr. Ana und ich begleiten je eine von ihnen und die dritte Herr Virgil, der selbst einmal alkoholabhängig war, aber seit einigen Jahren ganz abstinent ist. Das wöchentliche Treffen unterstützt die Mitglieder auf ihren Weg der Abstinenz. Es ist so schön, sehen zu können, wie die Familien und vor allem auch die Betroffenen selbst neu aufblühen. Wenn sie ihren Selbstwert entdecken, verändert sich Grundlegendes in ihnen und in ihrer Familie. Sie können sich am Geschenk des Lebens freuen.
Liebe Freunde, in all unserem Mit-Sein mit den Menschen erfahren wir so oft, was Weihnachten zutiefst bedeutet: „Gott ist mit uns und für uns“. Von Herzen danken wir jeder und jedem einzelnen von Euch für Eure treue Unterstützung, die wir immer wieder, manchmal auch überraschend, erfahren können. Unser guter Gott möge es Euch tausendfach lohnen!
Von Herzen wünschen wir Euch ein frohes und erfülltes Weihnachtsfest. Die Gewissheit, dass Gott mit uns und für uns ist, beschenke Euch mit Hoffnung und Zuversicht!

Ein gesegnetes Neues Jahr 2026!
In Dankbarkeit,
Sr. Maria Chiara Ellecosta und Mitschwestern
Roman, Weihnachten 2025

