Ein ganz besonderer Nachmittag
In diesem Jahr stand der Begegnungstag der MHGG Gruppe mit den Steyler Missionsschwestern in Goggendorf bei Hollabrunn ganz im Zeichen der Veränderung, des Neuen. Einige Schwestern aus St. Koloman begleiteten Sr. Christa Petra Ahrer, Katharina und Barbara vom MHGG-Team. Zur Freude der Teilnehmenden waren auch Sr. Maria Chiara Ellecosta, Sr. Gabriela Robu aus Rumänien und Sr. Maria Theresia Hörnemann aus Deutschland mitgekommen.

Die Gebetsstunde wurde wie immer von Herta Weiner sorgfältig und liebevoll vorbereitet und Pfarrer Pater Tomasz Makarewicz SAC ergänzte noch einige Gedanken zu Arnold Janssen, dem ehemaligen Gemeindemitglied. Dieser wurde eingebürgert, um die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Das war die Voraussetzung, um 1888/89 St. Gabriel in Maria Enzersdorf gründen zu dürfen. Die Einbürgerungsurkunde und eine Statue des Heiligen erinnern in der Kirche daran. Sr. Maria Theresia erwähnte, dass die Steyler Schwestern und Brüder schon zu Beginn auf Gastfreundschaft angewiesen waren: So musste Arnold erst über die Grenze nach Steyl, dann nach Goggendorf.

Bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus nutzten wir die Zeit um Neuigkeiten auszutauschen. Die eben erst eingeweihte Europäische Provinz der SSpS wurde von Sr. Christa Petra Ahrer und Sr. Maria Theresia Hörnemann vorgestellt. Sie erzählten von den Eröffnungsfeierlichkeiten und dem großen Interesse vieler Freundinnen und Freunde. Pfarrer P. Tomasz und Pfarrvikar Pater Christoph Miner SAC berichteten über Neues aus dem Pfarrverband Oberes Schmidatal. Zwei Urenkelinnen der Gemeinderäte erzählten aus ihren Familienerinnerungen von der damaligen Gemeinderatssitzung, dem Gebet des auf der Pfarrhofstiege knieenden Arnold Janssen während der gesamten Gemeinderatsitzung.
Wir danken der Pfarrgemeinde und der MHGG-Gruppe herzlich für die Gastfreundschaft, die langjährige Verbundenheit und freuen uns auf ein Wiedersehen!
Die Textstelle aus dem Büchlein: „Arnold Janssen. Ein Leben im Dienste der Weltkirche“ (SVD, Steyler Verlag), die P. Tomas in der Kirche zitierte, möchten wir nicht vorenthalten:
„Wir leben in einer Zeit, wo alles wankt und unterzugehen scheint; und da kommen Sie und wollen noch etwas Neues anfangen!“, sagte der Kölner Erzbischof Melchers, als Arnold Janssen in 1875 um Unterstützung für die Gründung eines deutschen Missionshauses bat. (…)

Es war eine sehr bewegte Zeit, die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Hochblüte des europäischen Nationalismus, Kolonialismus und Imperialismus, die Zeit großartiger kultureller Errungenschaften, des hemmungslosen Fortschrittsglaubens der industriellen Revolution, getragen von Erfindungen, Entdeckungen, Neuerungen in Technik, Produktion, Medizin, Landwirtschaft, Transport- und Nachrichtenwesen – und damit verbunden die gesellschaftlichen Umwälzungen in der Entstehung der Arbeiterschaft. (…)
Die europäischen Mächte waren dabei, beinahe die ganze Welt unter sich aufzuteilen. (…)
Gleichzeitig war es die Zeit wachsender „Missionsbegeisterung“ in Europa. Eine Reihe an missionarischen Orden und Initiativen stammt aus dieser Zeit. Geografisch wurde die europäische Kirche zur Weltkirche. Arnold Janssen erkannte in dieser Situation eines dramatischen Umbruchs die „Zeichen der Zeit“ und gab im beharrlichen Hinhören auf Gottes Willen mit seinem Lebenswerk eine konkrete und entsprechende Antwort.

