Erste Leiterinnentagung der neuen Provinz

Beziehungen aufbauen, Netzwerke erweitern, das waren die Hauptziele des Treffens der Kommunitätsleiterinnen, das vom 4. bis 7. Juni 2026 im Mutterhaus in Steyl stattfand. Das Provinzleitungsteam (PLT) hatte dazu eingeladen und sorgte dafür, dass sich alle Teilnehmenden während der gesamten Veranstaltung willkommen und eingebunden fühlten.

Insgesamt nahmen 32 Teilnehmer*innen aus 28 verschiedenen Gemeinschaften an dem Treffen teil. Viele von ihnen fühlten sich bereichert, motiviert, als geeinte Gruppe aufgenommen, wertgeschätzt und zunehmend inspiriert, ihren Dienst im Rahmen ihrer jeweiligen Gemeinschaftsaktivitäten fortzusetzen.

Tag 1: Einführung und Überblick über die Gemeinschaften

Am ersten Tag waren die Teilnehmer*innen eingeladen, sich vorzustellen und die Gegebenheiten der einzelnen Kommunitäten zu erkunden. Dies geschah im Rahmen einer kleinen Ausstellung mit ansprechenden Plakaten, die jede Kommunität vorbereitet hatte. Darüber hinaus präsentierte Sr. Anna-Maria Kofler statistische Daten, die ein umfassenderes Verständnis der aktuellen Struktur und der Aktivitäten der Provinz vermittelten.

Tag 2: Reflexion und Austausch

Der zweite Tag stand im Zeichen der Reflexion. Die Schwestern wurden eingeladen, zunächst individuell nachzudenken und anschließend ihre Gedanken in Kleingruppen sowie im Plenum auszutauschen. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen ihre Beobachtungen zur Lebensrealität in ihren Gemeinschaften. Die Atmosphäre blieb ruhig, offen und ausgeglichen, was eine tiefgehende Reflexion und einen ehrlichen Austausch förderte.

Tag 3: Vision, Mission, Leitbild und spirituelle Vertiefung

Am dritten Tag stellten die PLT-Mitglieder die Vision, die Mission und das Leitbild vor. Anschließend folgte eine vertiefte Auseinandersetzung mit einer ausgewählten Bibelstelle, die die Grundlage für den Dienst des PLT bildet: „Und ich werde in euch ein demütiges und bescheidenes Volk zurücklassen. Sie werden Zuflucht im Namen des Herrn finden“ (Zef 3,12).

Sr. Christine Müler lud uns ein, einen tiefen Blick in das Buch des Propheten Zephanja zu werfen, das eine Zeit des Umbruchs beschreibt, in der Juda und Jerusalem wegen Ungerechtigkeit, Hochmut und Untreue vor Gottes Gericht stehen. Gleichzeitig wird eine Botschaft der Hoffnung verkündet: Gott wird diejenigen beschützen, die demütig bleiben, nach Gerechtigkeit streben und ihr Vertrauen auf ihn setzen.

Die zentrale Botschaft des Buches Zephanja lautet, dass Gott eine neue Zukunft eröffnet – nicht durch die Mächtigen oder Privilegierten, sondern durch die Armen, die Demütigen und die Ausgegrenzten. Wer beim Herrn Zuflucht sucht, wird Frieden, Geborgenheit und eine erneuerte Beziehung zu Gott finden.

Für uns heute lädt dieses Buch zum Nachdenken über Demut, Treue und Vertrauen in Gott ein, besonders in Zeiten des Wandels, der Ungewissheit und des Übergangs. Es erinnert uns daran, dass Gott Hoffnung, Erlösung und Freude gerade durch die Kleinen und Schutzbedürftigen bringt und seine lebendige „brennende Gegenwart“ unter seinem Volk sichtbar macht.

Am Nachmittag nutzte die Gruppe die Gelegenheit, mit der  berühmten Fähre die Maas zu überqueren und gemeinsam in einem Café zu Mittag zu essen. Der Tag klang am Abend mit einem geselligen Beisammensein mit der Steyler Gemeinschaft aus, das von Sr. Ewa Pliszczak und Sr. Antonia Schmid geleitet wurde.

Tag 4: Auswertung und Entsendung

Am vierten Tag nahmen die Teilnehmerinnen nach der Feier der Eucharistie mit der Gemeinschaft an einer abschließenden Auswertungs- und Entsendungssitzung teil. Das Treffen endete mit einem Umtrunk und der Verteilung eines neuen Informationshefts sowie eines aktuellen Fotobuchs.

Während des Treffens stellten sich auch die Kommunikationskoordinatorin, Steffi Mager, und die Prokuratorin, Sr. Medylyn Masajo, vor und gaben einen kurzen Überblick über ihre Arbeit. Sie vermittelten Einblicke in ihre Rollen und Aufgaben innerhalb der Provinz und halfen den Teilnehmerinnen so, besser zu verstehen, wie die Kommunikation und die finanzielle Koordination geregelt sind. Dies trug zu einem klareren Bild der übergeordneten Organisationsstruktur bei und stärkte das gegenseitige Bewusstsein unter den Schwestern.

Text und Fotos: Sr. Lili Purwanti SSpS